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    Wertheim

    Beamten beleidigt: Angeklagter unter Auflage zur Bewährung verurteilt

    Das Strafrecht bietet nur begrenzte Möglichkeiten, auf Täter einzuwirken. Bei der Festsetzung einer Strafe werden dazu verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigt. Ein Angeklagter aus Wertheim, seit 2004 bereits zehnmal durch Vergehen aufgefallen, kam bislang meistens mit Geldstrafen davon. nach einer Bewährungsstrafe hielt er sich für einige Jahre straffrei.

    Jetzt kam es zum Rückfall. Die Tat ereignete sich im Juni vergangenen Jahres in einer Wohnung in der Wertheimer Altstadt. Die Polizei war wegen eines "häuslichen Streits" gerufen worden, doch der Arbeitslose belegte die beiden Beamten mit üblen Ausdrücken.

    Beamten übel beleidigt

    Wegen dieser Beleidigung verurteilte das Amtsgericht Wertheim den 43-Jährigen zu einer Strafe von drei Monaten, setzte sie aber mit der Auflage, sich um eine Therapie zu bemühen, zur Bewährung aus. Fraglich ist, ob die Suchtberatung eine Therapie gewährt.

    Dabei spielt die Bereitschaft eine Rolle, danach eine Arbeit anzunehmen. Der gelernte Busfahrer hat acht Kinder, teilweise adoptiert, 120 000 Euro Schulden und bekommt neben der Wohnungsmiete auch Sozialleistungen von 2300 Euro.

    Die Beleidigungen räumte er ein. Er habe "emotional und tatsächlich" überreagiert, wolle aber eine Therapie. Die Richterin nannte ihn "nicht dumm", hielt ihm aber den Spiegel vor. Wenn er annehme, am Tag der Tat hätte eines der Kinder die Polizei gerufen, zeige das nur, dass sie unter der Situation leiden. Würde er sich aufraffen, eine Arbeit anzunehmen, hätte er vielleicht nicht mehr Geld zur Verfügung, aber wäre den Kindern ein gutes Beispiel.

    Zahlreiche Vorstrafen

    Die Vorstrafen gab es wegen Trunkenheit im Verkehr, Körperverletzung, Bedrohung, Drogen und Freiheitsberaubung: Eine Minderjährige ließ er nicht aus der Wohnung, weil sie sich angeblich gegenüber seiner Tochter ungehörig verhalten hatte.

    Gravierend war ein Fall 2007/08 in Mondfeld. Er regte sich über Lärm der Straßenfasnacht auf, weil seine Kinder dadurch nicht einschlafen konnten. Zuerst schrie er aus dem Fenster, dann rannte er wutentbrannt auf die Straße und verletzte ein Opfer brutal.

    Wenn im aktuellen Fall die Bemühungen um eine Therapie dem Gericht nicht ausreichen, wird es die Bewährungsauflage in Erbringung sozialer Arbeitsstunden umwandeln. Die Polizisten verlangen mit Hilfe des Rechtsschutzes ihrer Gewerkschaft vom Angeklagten finanziellen Ausgleich.

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    Bearbeitet von Alfons Göpfert

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