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    Wertheim

    Betrug: Mutter eines Kleinkindes muss ins Gefängnis

    Ein Ehepaar aus Freudenberg musste sich beim Amtsgericht Wertheim wegen mehrfachen Betrugs verantworten. Es ging um die Beauftragung von Handwerkern, den Kauf von Einrichtungsgegenständen für die Wohnung aber auch von Elektro- und TV-Geräten für mehrere Tausend Euro. Dabei waren die beiden hoch verschuldet und sind es heute noch.

    Die Frau, die mehrfach wegen Betrugs vorbestraft ist, wurde in sechs Fällen verurteilt und erhielt eine Strafe von neun Monaten. Beim Mann, wegen Gewaltdelikten vorbestraft, waren es zwei Betrugsfälle. Er kam mit einer Gesamtstrafe von acht Monaten zur Bewährung davon. „Eher symbolisch“ muss er 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, denn als Berufskraftfahrer ist seine Freizeit eingeschränkt.

    Konto war nicht gedeckt, Bank löste Lastschriften nicht ein

    Die vorgeworfenen Taten ereigneten sich zwischen Juni und Dezember 2017, geschädigt wurde unter anderem das Einrichtungshaus Spilger in Obernburg. Dort kaufte die Frau Waren für 62 Euro, ein anderes Mal für 63 Euro. Sie zahlte mit EC-Karte, doch die zugehörige Bank löste mangels Kontodeckung die Lastschriften nicht ein. Dann beauftragte die Frau eine Schreinerei in Külsheim mit der Anfertigung einer Holzliege mit Rädern zum Preis von 649 Euro, holte sie aber mangels Geld nicht ab.

    Ein anderer Auftrag der Frau ging an einen Elektrofachbetrieb ebenfalls in Külsheim. Es ging um die Überprüfung der Antennenanlage des Hauses in Freudenberg, wo die Angeklagten wohnten. Die Rechnung von 60 Euro zahlte die Frau nicht. Genauso wenig einen Kaffeevollautomaten für 550 Euro von der gleichen Firma.

    Waren im Wert von über 4000 Euro gekauft und nie bezahlt

    Gemeinsam kauften die Beschuldigten dort außerdem einen Elektroherd, einen Fernseher sowie weitere Geräte – Verkaufspreis 4150 Euro. Als kein Geld einging, holte die Firma die Waren zurück. Der Angeklagte ließ auch eine Waschmaschine reparieren, ohne hinterher zu zahlen.

    In der Verhandlung legten die Beschuldigten Geständnisse ab. Da eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung im Raum stand, waren ihnen Pflichtverteidiger gestellt worden. Der eine fragte seinen Mandanten, warum er, obwohl berufstätig, nicht einmal die 46 Euro für die Waschmaschinenreparatur beglichen habe. Ob eine Antwort kam, war akustisch nicht zu verstehen. Einige Zahlungen in geringer Höhe wurden aber geleistet.

    Angeklagte hat ein Kleinkind und kümmert sich um Schwiegereltern

    Die Staatsanwaltschaft beantragte für beide Angeklagte Freiheitsstrafen mit Bewährung gegen Ableistung von jeweils 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Der Verteidiger der Frau zeigte sich erleichtert, denn die Mandantin habe ein Kleinkind zu versorgen und kümmere sich um die Schwiegereltern. Der Verteidiger des Mannes bat um eine Bewährungsstrafe ohne Arbeitsstunden.

    Das Gericht stellte in der Urteilsbegründung fest, als Frau mit Kindern bekomme man eher Bewährung als Männer mit vergleichbaren Taten. Im vorliegenden Fall sei die Sozialprognose der Frau aber derart schlecht, dass es keine Bewährung mehr gebe.

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