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    Wertheim

    Betrunken Rad gefahren und Widerstand geleistet

    Betrunken war im März in der Wertheimer Bahnhofstraße ein Mann auf dem Rad unterwegs. Gegenüber der Polizei weigerte er sich, einen Atemalkoholtest durchzuführen und musste mit in die Rot-Kreuz-Klinik auf dem Reinhardshof.

    Dort, etwa gegen 4 Uhr, schrie er herum. Mehrere Beamte waren zum Festhalten nötig, damit der Arzt eine Blutprobe entnehmen konnte. Die Untersuchung ergab 2,37 Promille.

    Trunkenheit und Widerstand

    Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr und Widerstands verurteilte das Amtsgericht Wertheim den 35-Jährigen zu einer Strafe von sieben Monaten. Es sah keine Möglichkeit für eine Geld- oder Bewährungsstrafe.

    Der Angeklagte ist psychisch krank und leidet laut ärztlichem Attest unter Stimmungsschwankungen, geringem Selbstwirksamkeits-Erleben und Freudlosigkeit. Es bestehe aber keine Fremd- oder Selbstgefährdung.

    Erinnerung setzt aus

    Der Beschuldigte meinte, nach dem Absteigen vom Rad setzte die Erinnerung aus. Die Richterin erwiderte, im letzten Urteil stehe geschrieben, dass er den Alkoholkonsum ändern müsse.

    Der Mann ist vielfach vorbestraft und saß schon im Gefängnis. Früher ging es um die Droge Cannabis - zum Beispiel um Abgabe in 165 Fällen oder den Handel damit - nun besteht die Abhängigkeit vom Alkohol. Unter dessen Einfluss kam es in den vergangenen Jahren zu Körperverletzung, Widerstand und Missbrauch von Notrufen. Auf stationäre Aufenthalte mit Entgiftungen folgten Rückfälle.

    Das Gericht betonte im jetzigen Urteil, das das Trinken von Alkohol schädlich aber erlaubt sei, man dürfe ab einer bestimmten Menge nur nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Die Richterin sah die Sozialprognose negativ. Ob das Absitzen der Strafe zur Verhaltensänderung führt, bleibe abzuwarten, aber die bisherigen Bewährungen hätten nichts gebracht.

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