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    Tauberbischofsheim

    Cartoons: Minimalistisch und menschlich

    Bei der Ausstellungseröffnung war Uwe Krumbiegel anwesend. Foto: Ulrich Feuerstein

    Die Cartoons von Uwe Krumbiegel, die zur Zeit im „Engelsaal“ des Kunstvereins präsentiert werden, kann man mit einem gewissen Recht als „minimalistisch“ bezeichnen. Mit seinen weitgehend standardisierten Figuren, dem spartanischen Strich, der einfachen und klaren Komposition, der sparsamen Kolorierung(mit einer ausgesprochenen Vorliebe für blaue Hintergründe) und der knappen Verbindung von Bild und Text gehört er wie viele seiner Kollegen weltweit ebenfalls in die weitläufige Verwandtschaft des großen, jüngst verstorbenen Guillermo Mordillo: Bei Krumbiegel sieht das beispielsweise so aus: Ein gehörnter Ehemann trifft die liebe Gattin mit ihrem Freund in einer eindeutigen Bett-Situation. Bevor er etwas sagen kann, kommt sie ihm zuvor: „Bitte jetzt keinen Hasskommentar!“ Fast besser noch, wenn der Cartoonist(allerdings relativ selten) ganz ohne gesprochenes Wort auskommt wie in dem Bildchen “Kalender für Politiker“, in dem ein Abreißkalender gezeigt wird, bei dem jedes Blatt nur das Datum des 1. April enthält... Klarer und knapper lässt es sich eine Aussage kaum zusammenfassen.

    Allzumenschliches

    Der 1962 im sächsischen Flöha geborene Uwe Krumbiegel begann vor nun gut dreißig Jahren mit der Veröffentlichung seiner Arbeiten und hat in seiner bisherigen, überaus produktiven Karriere als Zeichner immerhin eine stattliche Anzahl von Auszeichnungen abgeräumt, unter anderem beim Wettbewerb für den deutschen Karikaturenpreis und beim internationalen Cartoon-Wettbewerb in Aachen. Dabei ist er nicht einmal hauptberuflich Cartoon-Künstler, sondern arbeitet noch in seinem gelernten Beruf als Diplomingenieur für Energiewirtschaft. Die hier gezeigten rund 200 Arbeiten, in Vierer-, Fünfer und Sechsergruppen geordnet und viele davon ganz neuen Datums, arbeiten dabei eine breite Liste von überwiegend Alltagsthemen ab, Menschlich-Allzumenschliches und natürlich die komischen oder auch heimlich beängstigenden Seiten des technischen Fortschritts, natürlich auch die digitale Revolution in ihren absurden Auswüchsen. Eine nicht ganz unbedeutende Gruppe von Bildern thematisiert den Tod als stilisierten Sensenmann mit Mantel und Kapuze. Andere heikle Themen wie Politik und Religion kommen auch mal vor, doch eher am Rande...

    Prof.Dr.Müller befasste sich in seiner Einführung (der Künstler selbst war ebenfalls anwesend) eingehend mit den technisch-handwerklichen Grundlagen und der speziellen Handschrift von Uwe Krumbiegels Arbeiten und der darauf abgebildeten „lustigen Helden“ oder auch „Menschlein“ mit ihren typischen „Glubschaugen“. In Krumbiegels Cartoons stehe fast immer der Mensch im Zentrum, vor allem in seiner Endlichkeit und Eingeschränktheit.

    Die Ausstellung ist noch bis noch bis einschließlich 28. Juli zu sehen (Öffnungszeiten: samstags 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr, sonntags 14 Uhr bis 18 Uhr und nach Vereinbarung).

    Bearbeitet von Thomas Hess

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