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    Lauda-Königshofen

    Den Heimat- und Kulturverein entscheidend mitgeprägt

    Agnes Haas und Werner Keppner gratulierten Heinzpeter Vetter (Mitte) seitens des Phönix-Vorstandes zum 90. Geburtstag. Foto: Herbert Bickel

    In fast vier Jahrzehnten nur zwei Persönlichkeiten an der Spitze: Mit dieser nicht so oft zu beobachtenden Konstellation trumpft der 1980 gegründete Heimat- und Kulturverein (HKV) Phönix Königshofen auf. Während seit 1995 Agnes Haas die Geschicke des Zusammenschlusses lenkt, amtierte von Beginn an bis zur Übergabe der Leitungsfunktion nach 15 Jahren ein Mann, der die Vereinigung in der Aufbauphase stark mitprägte: Heinzpeter Vetter. Den 90. Geburtstag des ehemaligen Weingut-Besitzers nutzten die zwei führenden Köpfe von Phönix, um den früheren Vorsitzenden in einer kleinen Gratulationsrunde gebührend zu würdigen.

    Erinnerungen ausgetauscht

    Vetter wohnt aktuell im Adam-Rauscher-Haus in Tauberbischofsheim. Die HKV-Vorsitzende Agnes Haas und Vorstandsmitglied Werner Keppner erinnerten den agilen Jubilar bei ihrem Besuch an den einstigen Abgeordneten des Badischen Landtages, den gebürtigen Königshöfer Hans Anton Sack, der den Weg zum damals in Lauda installierten Staatlichen Rebgut, eingerichtet als Lehr- und Versuchsanstalt, entscheidend mitbereitete.

    Damit spannte man den Bogen zum Lebenslauf von Heinzpeter Vetter, der – geboren am 1. Dezember 1929 – mit zwei Schwestern unterhalb der Lage Altenberg aufwuchs, fungierte doch sein Vater Heinrich als erster Verwalter der Einrichtung, die im Bereich Weinbau lange zukunftsweisende Akzente setzte.

    Ausbildung als Winzer

    Heinzpeter Vetter, der nach der Laudaer Volksschule auf das Deutschorden-Gymnasium in Bad Mergentheim wechselte, das Abitur allerdings in Stuttgart ablegte, schloss in der baden-württembergischen Landeshauptstadt und in Freiburg das Studium der Nationalökonomie erfolgreich ab.

    Nach kurzen Abstechern zu Handel und Restaurant absolvierte er eine Ausbildung als Winzer, bevor er mit den Rebhängen seines Vaters und der Mutter Elisabeth (Eck) in Beckstein ab Ende der 50er-Jahre das Weingut Vetter im Walterstal betrieb.

    Verheiratet ab 1955 mit Ingrid (Lindgens), die 2008 starb, gingen aus der Ehe die heute 61- und 60-jährigen Kinder Heike und Jürgen hervor, die gemeinsam mit ihrem jeweiligen Partner und den sechs Enkeln dem 90-Jährigen ihre Aufwartung machten.

    Wichtige Projekte vorangetrieben

    Laut Haas und Keppner hat Heinzpeter Vetter im Verlauf seiner Amtszeit über 15 Jahre nicht nur die, aus der 741/42er-Schenkungsurkunde von Karlman und Pippin begründete, Zusammenarbeit zwischen Tauberkönigshofen, Gaukönigshofen und Bad Königshofen ausgebaut und gepflegt, sondern auch weitere wichtige Projekte vorangetrieben.

    Hervorzuheben sei unter anderem die Herausgabe des Buches „1530 bis 1980: 450 Jahre seit der Wiederverleihung der Königshöfer Markt- und Messerechte“, hieß es. Damit leiteten sie über zur ersten öffentlichen Vereinsausstellung 1982, eine seitdem ununterbrochene jährliche Reihe in der Rathaus-Etage. Aus einer dieser Präsentationen resultiere die Benennung des evangelischen Gemeindezentrums in Königshofen als Nikolaus-Höniger-Haus, so ihre Aussage.

    Zentessen und Festgottesdienst

    Es folgten zusätzliche Ausführungen, die sich beispielsweise um das bald ins Programm aufgenommene Zentessen oder die damals ins Leben gerufene  Tradition des Festgottesdienstes am ersten Messesonntag in der Tauber-Franken-Halle drehten.

    Noch viele spezielle Episoden aus der intensiven Phase des Heimat- und Kulturvereines Phönix 1980 beschäftigten schließlich den illustren Kreis rund um den 90-jährigen Jubilar im Tauberbischofsheimer Seniorenheim, bevor Heinzpeter Vetter bekannte, dass er zwar seit vier Jahren keinen Wein mehr trinke, aber: „Golf spiele ich immer noch, und auch die Jagd lass‘ ich mir nicht nehmen.“                                                                    

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