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    Wittighausen

    Der deutsche Meister im Brennball kommt aus Wittighausen

    Beim Brennball wird ein Tennisball mit einem Holzschläger möglichst weit in ein Feld von 20 mal 28 Metern geschlagen. Foto: Matthias Ernst

    Auf der Sportanlage des SV Wittighausen fand die "Internationale Deutsche Meisterschaft" im Brennball statt und das nicht ohne Grund. Die Wittighäuser Mannschaft hat schon viele deutsche Meisterschaften errungen. Dabei ist "Brennball" nicht mit dem aus der Schule bekannten Spiel zu verstehen. Es handelt sich um den schwedischen Nationalsport "Brönnboll", der einfach eingedeutscht wurde. Ursula Dörner vom SV Wittighausen war während des Studiums in Würzburg mit der Sportart in Berührung gekommen und ist seitdem vom Brennballvirus infiziert.

    Ähnlichkeiten zu Baseball

    Die Spielregeln sind relativ einfach, sagt sie. "Baseball für Arme" ist Brennball beileibe nicht, obwohl Arbeitsgerät und einige Ausdrücke schon an die amerikanische Sportart erinnern. Zwei Mannschaften mit mindestens acht Spielern treten gegeneinander auf einem 20 mal 28 Meter großen Feld an. Spieler der Schlagmannschaft schlagen der Reihe nach mit dem Schlagholz, einer Art Baseballschläger, einen selbst in die Luft geworfenen Tennisball möglichst weit ins Feld. Wird der Ball nicht getroffen oder kommt er nicht innerhalb des Schlagsektors auf, hat der Spieler einen zweiten Versuch. Dann muss er von Ecke zu Ecke (Base) um das Spielfeld laufen, während die Feldmannschaft versucht, den Ball möglichst schnell zum "Brenner" auf die Grundlinie zurückzubringen. Hat der Brenner den Ball gefangen, müssen alle Spieler der Schlagmannschaft an der Base stehen. Wer noch läuft, ist "gebrannt" und muss zur Ausgangsbase zurückkehren. Wenn es keinen Schlagmann mehr gibt, weil alle Spieler der Schlagmannschaft noch an den Bases stehen, ist die Schlagmannschaft "ausgebrannt". Alle Spieler kehren dann zum Schlagpunkt zurück, die Feldmannschaft heimst dafür fünf Punkte ein. "Brennt sie aus" ist ein beliebter Schlachtruf unter den Brennballern. Für einen "Home-Run" (der Aufschlagende umrundet dabei die vier Bases noch bevor der Brenner den Ball fängt) gibt es fünf Punkte.

    Schon früh fängt der Nachwuchs neben dem Platz an. Foto: Matthias Ernst

    Brennball ist Familiensport

    Im Gegensatz zu Baseball wird Brennball auf Zeit gespielt. Nach zwölf Minuten wechseln die Mannschaften die Plätze und die Schlagmannschaft wird zur Feldmannschaft und umgekehrt. Und wie es sich in Schweden abspielt, ist Brennball immer ein Familienfest. Es gibt keine Altersmannschaften und in jeder Mannschaft müssen auch mindestens vier weibliche Mitspieler sein. In Schweden, so berichtet Dörner, spielen die Mannschaften verkleidet und für die originellste Verkleidung gibt es Extrapunkte. Kostümiert war in Wittighausen in diesem Jahr niemand. Das lag sicher auch daran, dass die sonst teilnehmenden schwedischen Mannschaften kurzfristig absagten und das Münchner Team aus familiären Gründen nicht kommen konnte.

    Gewonnen hat diesmal die Mannschaft "Smurfs". Damit bleibt der Wanderpokal in Wittighausen. Die Serienmeister "Lasse Reinböng" hatten dieses Mal das Nachsehen, ebenso wie die "Mannschaft mit Verwandschaft", die "Windelscheißer" aus Krensheim oder die Jugendmannschaft "Surprise". Doch das war nebensächlich, der Spaß an Sport und Bewegung stand im Vordergrund. Selbst die Nachwuchsspieler des SV Wittighausen schlugen sich tapfer. Marcel Klinger wurde zum Nachwuchsspieler des Jahres ernannt und holte wertvolle Punkte für sein Team.

    Wer selbst Brennball spielen möchte, findet Nährese unter: www.sv-wittighausen.de

    Den Tuniersieg und den Wanderpokal errang die Mannschaft "Smurfs".  Foto: Matthias Ernst

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