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    Tauberbischofsheim

    Die Alpen mit Rad und zu Fuß erkundet

    Die Alpen sind das höchste Gebirge im Inneren Europas. Es erstreckt sich in einem 1200 Kilometer langen und zwischen 150 und 250 Kilometer breiten Bogen vom Ligurischen Meer bis zum Pannonischen Becken. Mit verschiedenen Aspekten des Alpenraumes hat sich der Seminarkurs des Matthias-Grünewald-Gymnasiums beschäftigt. Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentieren die Schüler in der Mensa ihre Ergebnisse. Höhepunkt des Seminarkurses war eine einwöchige Wanderung durch das Lechquellengebirge. Im zweiten Teil des Abends zeigten die Teilnehmer spektakuläre Bilder von ihrer Exkursion. Außerdem waren Aufnahmen vom Stoneman Miriquidi zu sehen. Die Mountainbike AG hat die anspruchsvolle Runde im Erzgebirge absolviert.

    Seit geraumer Zeit wird der Seminarkurs in Baden-Württemberg als zweisemestriger Kurs angeboten. Er ist fächerübergreifend und projektorientiert angelegt. Neue, nicht im Lehrplan enthaltene Themenkreise können dabei erschlossen werden. Interdisziplinär gingen die Schüler auch bei ihrem Thema „Alpen“ vor. Verschiedene Phänomene betrachteten sie aus unterschiedlichen Perspektiven. Um die mehrdimensionale Herangehensweise zu gewährleisten, betreuten Geographie- und Sportlehrer Tobias Link sowie Ulrich Feuerstein, Lehrer für Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde und Ethik, den Kurs.

    Thema Apfellandwirtschaft

    Das „Wunder von Mals“ nahm Lukas Stoy zum Anlass, über Veränderungen in der Apfellandwirtschaft nachzudenken. Das 2000-Seelen-Dorf in Südtirol will die erste pestizidfreie Gemeinde in Europa werden. Der Widerstand der Bürger entzündete sich an der industriellen Landwirtschaft und ihren Folgen für Natur und Umwelt. Stoy bezeichnete den Malser Weg als beispielhaft für unsere Region, gerade weil auch hier der traditionelle Apfelanbau aussterbe und der industrielle immer mehr an Bedeutung gewinne. Umso wichtiger hielt er Initiativen wie das „Aktionsbündnis Giftfrei im Dreiländereck Hessen, Bayern und Baden“, das sich für Artenvielfalt und gegen Pestizide wie Glyphosat einsetzt.

    Lena Beuschlein stellte den Burger-Hof im Pustertal vor. Der Bauernhof wird umgebaut und soll künftig Kindern und Jugendlichen als Lernort dienen, an dem sie die eigene Neugier aktivieren und in der Auseinandersetzung mit der Natur selber tätig werden. Projekte, die am Burger-Hof schon realisiert worden sind, könnte Lena Beuschlein sich auch am Matthias-Grünewald-Gymnasium vorstellen. Einzelne Outdoor-Projekte, ein „Draußen-Tag“ oder eine Klassenfahrt zum Schulbauernhof in Pfitzingen schlug sie vor. „Die Organisation erfordert zwar einen höheren Zeitaufwand, langfristig bringt es den Schülern aber viel“, war sie überzeugt.

    Mit Reinhold Messner gesprochen

    „Gehören Kreuze auf Gipfel?“, fragte Judith Weller. Aktuelle Ereignisse waren für sie der Anlass gewesen, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. 2016 hatten Unbekannte das Gipfelkreuz auf dem Schafreuter im Karwendel abgesägt. Weller befragte verschiedene Personen und nahm dabei auch Kontakt zu Reinhold Messner auf. Die Bergsteigerlegende steht Gipfelkreuzen eher skeptisch gegenüber. Judith Weller ist da offener. „Ich persönlich finde, dass Gipfelkreuze einfach ästhetisch schön sind. Und sie zeigen mir, dass andere den gleichen Glauben mit mir teilen.“

    Höhepunkt und Abschluss des Seminarkurses war eine Wanderung durch das Lechquellengebirge. Elisabeth Burger, Madita Lotter und Judith Weller zeigten spektakuläre Bilder, die einen Eindruck von den vielfältigen Erlebnissen vermittelten. Start der sechstägigen Runde war der Parkplatz am Landsteg im Bregenzerwald. Von dort aus ging es zunächst zur Biberacher Hütte. Die Göppinger Hütte erreichten die Wanderer am nächsten Tag, indem sie Braunarlspitze, den mit 2649 Metern höchsten Berg des Bregenzerwaldgebirges überschritten.

    Die Freiburger Hütte war danach Ausgangspunkt für zwei Tageswanderungen auf die Rote Wand und die Saladinaspitze. Erfrischung garantierte nach den anstrengenden Kletterpartien ein Bad im Formarinsee. Die letzte Etappe führte über den Gehrengrat an den Spullersee. Mit dem Bus ging es dann nach Lech am Arlberg und Zürs. Von dort erreichte die Gruppe die Stuttgarter Hütte, wo ein letztes Mal der Schlafsack ausgepackt wurde. Der einsetzende Regen trübte die Stimmung überhaupt nicht.

    Erste Hüttenwanderung absolviert

    „Für viele von uns war es die erste größere Wanderung oder Hüttenwanderung überhaupt“, räumten die drei Moderatorinnen ein und erklärten: „Wir haben alle viele neue Erfahrungen gesammelt und waren froh, dass wir die ganze Tour geschafft haben.“ Ihr Fazit: „Trotz der Anstrengungen konnten wir die Wanderung mit den tollen Ausblicken, der schönen Berglandschaft und der guten Gemeinschaft in der Gruppe genießen.“

    Zwei Länder, neun Gipfel, 4400 Höhenmeter: Das waren die Rahmendaten der Tour, die die Mountainbike AG im Erzgebirge absolviert hat. Stoneman Miriquidi nennt sich die noch ziemlich neue Runde. Tim Geiger und Moritz Hehn waren dabei und präsentierten einige Bilder. Los ging es in Oberwiesenthal. Der 1215 Meter hohe Fichtelberg war der erste Gipfel, der zu bewältigen war. Am dritten Tag machte die Tour einen Abstecher nach Tschechien. Die letzte große Herausforderung war der 600 Meter hohe Anstieg auf den Klinovec. Mit 1344 Metern war er zugleich der höchste Gipfel der Runde. Von einem unvergesslichen Erlebnis sprachen Tim Geiger und Moritz Hehn. Die einzelnen Tagesetappen seien zwar anspruchsvoll gewesen. „Die Anstrengungen“, darin waren beide sich einig, „haben sich gelohnt.“

    Bearbeitet von Ulrich Feuerstein

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