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    Tauberbischofsheim

    Die Grünen im Aufwind

    Allen Grund zu großer Freude hatten die Grünen Main-Tauber bei ihrer letzten Kreismitgliederversammlung. So gut wie diesmal hatten sie noch bei keiner Europa- oder Kommunalwahl abgeschnitten, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Der Kreisvorsitzende Dietrich Grebbin begrüßte die Mitglieder zur Wahlanalyse im Café WeinLese in Gerlachsheim. Bei der Europawahl sind die Grünen, ebenso wie im Bundesgebiet, auch im Main-Tauber-Kreis die zweitstärkste politische Kraft geworden, wie Kreisvorstandsmitglied Thomas Tuschhoff zufrieden feststellte. 17,3 Prozent, so viel hatten sie hier noch nie erreicht. Laut einer Analyse der Wählerwanderung konnten die Grünen in gleichem Umfang Stimmen sowohl von der SPD, als auch von der Union gewinnen. Wählerbefragungen zeigten zudem, dass es vor allem junge Menschen waren, die überdurchschnittlich häufig grün wählten. Die Wählerinnen und Wähler trauen ihnen am ehesten zu, die Probleme der Zukunft zu lösen. „Die aktuelle Debatte um den Klimaschutz hat uns Rückenwind verschafft“, so Tuschhoff. Das Wahlergebnis berechtige zu der Hoffnung, dass dieses existenzielle Problem von der Politik nun endlich ernsthaft angegangen werde.

    Die 12,3 Prozent, die auf den Wahlvorschlag der Grünen bei der Kreistagswahl entfielen, reichten für Platz vier. CDU, Freie Wähler und die SPD lagen hier vor ihnen. Dies ist nach Ansicht von Kreisrat Rainer Moritz auf den hohen Bekanntheitsgrad der Bürgermeister zurückzuführen, die auf den Listen der Konkurrenz kandidierten. „16 von 17 Bürgermeistern, die angetreten sind, wurden in den Kreistag gewählt“, stellte er fest. Unter dem Aspekt der Gewaltenteilung sei dies bedenklich, denn der Landkreis habe die Aufsicht über die Bürgermeister und lege die Kreisumlage der Kommunen fest. Da sich die Bürgermeister neben dem Kreistag auch zu Bürgermeistertagungen träfen, bestehe die große Gefahr von Absprachen am Kreistag vorbei.

    Vom Stimmenanteil her betrachtet hätten die Grünen diesmal Anspruch auf sechs Kreistagsmandate. Weil jedoch nicht alle Überhangmandate ausgeglichen werden, kämen leider nur fünf Grüne in den Kreistag. „Ein sechstes Mandat haben wir allerdings auch nur ganz knapp verfehlt“, so Moritz frustriert. Er bedauerte, dass mit Eberhard Feucht und Gunter Schmidt zwei erfahrene Räte ausscheiden. Moritz überreichte ihnen für ihre verdienstvolle Tätigkeit einen Geschenkkorb. Erfreulich sei dagegen, dass neben den bisherigen Kreisräten Hans Hartung und ihm selbst mit Birgit Väth, Gudrun Weiske und Rosemarie Lux nun drei Frauen einziehen. „Unser Frauenanteil von 60 Prozent ist super“, fand er.

    Steigern konnten die Grünen auch ihre Stimmenanteile bei den Gemeinderatswahlen. In Wertheim wurden die bisherigen drei Stadträte der Grünen in ihrem Amt bestätigt. Trotz der Verkleinerung des Gremiums blieb ihre Zahl konstant, was auf einen Stimmenzuwachs zurückzuführen ist. In den Gemeinderat zogen jetzt Räte aus sechs verschiedenen Listen ein, wovon keine eine absolute Mehrheit hat. Die Kandidierenden der Grünen auf einer fast vollen Liste haben einen engagierten Wahlkampf geführt, berichtete Eberhard Feucht.

    Dadurch, dass es keine absolute Mehrheit der CDU mehr gibt, sieht Johannes Benz große Chancen für eine fortschrittliche Kommunalpolitik in Tauberbischofsheim. Dort hatten die Grünen gemeinsam mit der SPD auf einer Bürgerliste kandidiert.

    In Bad Mergentheim sei es gelungen, sieben Stadtratssitze zu erringen. „Mit 20,5 Prozent der Stimmen sind wir nach der CDU auch hier die zweitstärkste politische Kraft geworden“, so Thomas Tuschhoff. Die gestiegene Zustimmung für die Politik der Grünen führte er unter anderem auf einen engagierten Wahlkampf und eine wertorientierte Politik zurück, die ihrer Überzeugungen treu bleibe.

    Kreisvorsitzende Birgit Väth bedankte sich abschließend bei allen, die sich im Wahlkampf eingesetzt und zu den großartigen Erfolgen beigetragen haben.

    Bearbeitet von Helmut Hickel

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