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    RECKERSTAL / NEUBRONN

    Die Telefonleitung in Reckerstal und Neubronn ist offenbar marode

    Die Endgeräte sind neu, aber die Telefonleitung ist marode: Katja und Alexander Trunk aus Reckerstal können dazu viel erzählen.
    Die Endgeräte sind neu, aber die Telefonleitung ist marode: Katja und Alexander Trunk aus Reckerstal können dazu viel erzählen. Foto: Herbert Schlerf

    „Mehrmals im Jahr können wir Tage lang nicht im Festnetz telefonieren – einmal hat es sogar mehrere Wochen gedauert.“ So beschreibt Alexander Trunk aus Reckerstal die prekäre Situation in seinem Heimatort und im benachbarten Neubronn.

    Die Störungen sind unterschiedlich gravierend: Teilweise funktioniert im Dorf kein einziger Apparat, ein anderes Mal sind nur einzelne Haushalte betroffen. Oder es rauscht in der Leitung – bevor sie schließlich komplett zusammenbricht. Auch sind Reckerstal und Neubronn nicht gleichzeitig betroffen. Während der Anschluss nach Neubronn Ende 2011 innerhalb von 14 Tagen zweimal komplett „tot“ war, sei Alexander Trunk in Reckerstal in den zurückliegenden Monaten verschont geblieben, wie er sagt.

    Vor allem nach starkem Regen gebe es Probleme, berichtet er weiter. Offenbar greife die Nässe die unter der Erde verlegte Telefonleitung von Igersheim über Holzbronn nach Reckerstal an. Trunk zufolge lässt die Telekom nach einer Störung jeweils einige Meter aufbaggern und das Kabel erneuern. Beim folgenden Ausfall werde das nächste Loch geflickt. Die marode Leitung komplett zu renovieren, sei dagegen offensichtlich nicht geplant, trotz aller Beschwerden bei der Telekom.

    Unterstützung durch Gemeinde

    Haben die Reckerstaler und Neubronner also einfach Pech gehabt, weil sie im äußersten Winkel eines örtlichen Telefonnetzes wohnen? Müssen sie zähneknirschend hinnehmen, dass die Telekom nicht bereit ist, für zwei Weiler in eine neue Leitung zu investieren? Die Gemeinde Igersheim will nach Auskunft von Bauamtsleiter Albrecht Schlehlein ihre beiden kleinen Ortsteile mit diesem Problem nicht alleine lassen.

    Denn die Rechtslage sei klar: Laut Telekommunikationsgesetz gibt es den Anspruch auf einen Festnetz-Anschluss, den die Telekom auch für kleine Ortschaften erfüllen muss. Daraufhin hat Bürgermeister Frank Menikheim Mitte Dezember 2011 in einem Brief an die Telekom-Geschäftsführung in Bonn hingewiesen und um eine Stellungnahme bis 31. Januar 2012 gebeten.

    Gab es darauf bereits eine Reaktion? Schlehlein zufolge ist noch im vergangenen Jahr eine Empfangsbestätigung im Igersheimer Rathaus eingegangen, und am 2. Januar kam ein Rückruf der Telekom: Sie wolle sich umgehend einen Überblick über die Situation in Reckerstal und Neubronn verschaffen. Ob dies der erste Schritt zur Lösung ist, muss die Zukunft zeigen.

    Keine mobile Alternative

    Alexander Trunk hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Katja betreibt er einen Pferdehof mit Ferienwohnungen. Wiederholt seien ihm Gäste abgesprungen, weil er nicht erreichbar war. Ganz zu schweigen von Notfällen. So berichtet Trunk von einem betagten Nachbarn, der nach einem Schlaganfall gerade noch den Notarzt alarmieren konnte.

    Mobil zu telefonieren ist im Übrigen keine Alternative. Denn Reckerstal hat keinen zuverlässigen Handy-Empfang und Neubronn ist wegen seiner Tallage ein buchstäbliches Funkloch.

    Reckerstal und Neubronn

    Die beiden Weiler gehören zur Gemeinde Igersheim (Main-Tauber-Kreis). Reckerstal liegt fünf Kilometer nördlich des Hauptortes, auf einem Höhenrücken zwischen dem Ortsteil Harthausen und dem Balbachtal. Nochmals zwei Kilometer nördlich gelangt man nach Neubronn, das im Balbachtal gelegen ist, nahe der Landesgrenze zu Bayern.

    Reckerstal und Neubronn sind an das Bad Mergentheimer Telefon-Ortsnetz angeschlossen und bilden dessen nordwestlichen Zipfel. Die Leitung endet in Neubronn. Die wenige Kilometer entfernten Nachbardörfer Oesfeld (Gemeinde Bütthard) und Bernsfelden (Gemeinde Igersheim) gehören zum Ortsnetz Bütthard. Dort gibt es nach Aussage der Anwohner keine nennenswerten Schwierigkeiten beim Festnetz-Empfang.

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    Von unserem Mitarbeiter HERBERT SCHLERF

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