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    TAUBERBISCHOFSHEIM

    Drei Cellosuiten von Johann-Sebastian Bach

    Der Cellist Johannes Moser, der inzwischen zu den weltbesten Vertretern seines Faches zählt, ist mittlerweile so etwas wie ein guter alter Bekannter im Rathaussaal, und so konnte er es sich auch einmal erlauben, seinen jüngsten Solisten-Auftritt im wieder sehr gut besuchten Rathaussaal mit einem Programm bestehend aus drei Cellosuiten von Johann-Sebastian Bach zu bestreiten.

    Eine echte Herausforderung auch für einen Meistercellisten und vielleicht noch mehr für seine Hörer, die – wenn sie wirklich etwas davon haben wollen – gehalten sind, den zunächst oft verwackelt erscheinenden, bei mehrmaligem Hören freilich um so natürlicher klingenden Gang der Komposition nachzuvollziehen.

    Instrument: Guarneri von 1694

    Der Interpret des Abends brachte durch sein streng hochgeschlossenes schwarzes Habit einen gewissen Moment von Feierlichkeit in seine Vorstellung. Das verflog jedoch schnell wieder, als Moser zu seinem Instrument, einem Guarneri von 1694, griff. Mit fast lässig anmutender Virtuosität, ging er dabei zu Werke. Mit leichtem Bogendruck legte er Strukturen offen, ohne dass der lebendige Fluss der Musik darunter litt.

    Mit einer leichten und zugleich eindringlichen Beredsamkeit, die in den rascheren Tanzsätzen einen manchmal fast swingenden Charakter annahm, zeigte sich eine Art von spiritueller Eleganz, die das zeitlos moderne eindrucksvoll vergegenwärtigt. So etwa gleich im sehr entspannten, eher gemächlichen Präludium der ersten Suite, einem ersten Ausweis der deutungsmächtigen Autorität ihres Interpreten.

    Für den herzlichen Applaus im Rathaussaal bedankte sich Johannes Moser noch mit einem kleinen Schlaflied einer späteren Epoche: „Guten Abend gute Nacht“ in der Vertonung von Johannes Brahms.

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