• aktualisiert:

    Tauberbischofsheim

    EU unterstützt den Landkreis mit mindestens 25 Millionen Euro

    Ende Mai wird das Europaparlament neu gewählt; im Vorfeld dürfte die Kritik an der EU wieder Hochkonjunktur haben, heißt in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Eine Kritik, die Landrat Reinhard Frank nicht teilt. „Die EU ist nicht in erster Linie im Sinne einer Wirtschafts- und Währungsunion gegründet worden, sondern als Garant einer Friedensgemeinschaft im einst kriegerischen Herzen Europas.“ Darüber hinaus profitiere der Main-Tauber-Kreis in vielerlei Weise von den Fördermitteln der EU. Eine abschließende Aufzählung sei schwierig, doch das Landratsamt hat aktuelle Beispiele aus seinem Aufgabenbereich zusammengestellt. Allein für das Jahr 2018 flossen demnach mindestens 25 Millionen Euro an EU-Mittel in den Landkreis.

    Die Agrarpolitik ist seit Anfang der 1960er Jahre bis heute einer der wenigen Politikbereiche, dessen vollständige Ausrichtung und Finanzierung die EU-Staaten gemeinsam beschließen und finanzieren. Mit den so genannten Direktzahlungen werden laut Pressemitteilung die Auswirkungen der erheblichen Schwankungen der Agrarpreise zum Teil abgefedert. Die Direktzahlungen summieren sich für das Jahr 2018 auf rund 19,5 Millionen Euro im Landkreis.

    An den Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis werden Projekte im Rahmen von „Erasmus“, des Programms zur Förderung der lebenslangen Bildung und der Mobilität innerhalb der EU gefördert. Die Kaufmännische Schule Bad Mergentheim hat von September 2016 bis September 2018 insgesamt rund 96 000 Euro erhalten. Diese wurden hauptsächlich für das Pflichtpraktikum im Ausland für Schüler im Ausbildungsberuf der Kaufleute mit internationaler Zusatzqualifikation verwendet. 

    Über das europäische Förderprogramm „LEADER“ hat der Main-Tauber-Kreis von 2014 bis heute rund 1,07 Millionen Euro erhalten. Damit wurden unter anderem die Schaffung des Naturerlebnispfads Assamstadt, die Restaurierung und Erhaltung von Bildstöcken in Igersheim, die Innenausstattung des neuen Supermarkts in Assamstadt, die Einrichtung des Mehrgenerationenspielplatzes in Königheim und eines Orientalischen Gartens in Ahorn, die Beschilderung von Kulturdenkmälern in Großrinderfeld sowie der barrierefreie Zugang zur Laurentiushalle in Dittwar gefördert.

    EU-Gelder für Unternehmen und Menschen, die von Armut bedroht sind

    Weitere Förderung wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gewährt. Dazu gehört das Förderprogramm „Spitze auf dem Land! Technologieführer für Baden-Württemberg“. Gefördert wurde laut Pressemitteilung zum Beispiel der Neubau eines Betriebsgebäudes des Unternehmens Limot in Bad Mergentheim und der Neubau eines Betriebsgebäudes für Adaptronic Prüftechnik in Wertheim. Aus dem Fond für regionale Entwicklung flossen von 2014 bis heute mehr als eine halbe Millionen Euro in den Main-Tauber-Kreis.

    In einer sogenannten zweiten Säule finanziert die EU gemeinsam mit dem jeweiligen Bundesland länderspezifische Förderprogramme. Sie haben das Ziel, besondere, freiwillige Maßnahmen zu honorieren oder die ländliche Entwicklung zu unterstützen. Baden-Württemberg legt dabei den Schwerpunkt auf das „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“. Für das Jahr 2018 werden hierfür im Main-Tauber-Kreis gut fünf Millionen Euro ausgezahlt, die Hälfte davon EU-Gelder.

    Aus dem Europäischen Sozialfonds stehen in der Förderperiode 2014 bis 2020 jährlich 180 000 Euro für den Landkreis zur Verfügung. Die zugehörigen Projekte haben die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der Teilhabechancen von Menschen im Blick, die besonders von Armut und Ausgrenzung bedroht sind. Im Main-Tauber-Kreis werden vor allem die Projekte der Jugendberufshilfe und Lerngruppen für Schüler in Wertheim und Bad Mergentheim. Außerdem wurde eine Anlauf- und Beratungsstelle für arbeits- und perspektivlose junge Erwachsene unterstützt. Die ESF-Förderung beträgt 50 Prozent der förderfähigen Personal- und Sachkosten.

    Im Bereich des Forstamtes wurde im Jahr 2017 die Bodenschutzkalkung im Kommunal- und Privatwald mit 219 000 Euro von der EU kofinanziert. Für die Grundinstandsetzung von Waldwegen im Kommunalwald und für den Neubau von Waldwegen im Privatwald wurden im Jahr 2019 von der EU bereits 18.500 Euro gewährt.

    Bearbeitet von Corbinian Wildmeister

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!