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    Gamburg

    Erster Europäischer Kulturweg in Baden-Württemberg

    Am 13. Oktober wird ein Kulturweg des Archäologischen Spessartprojekts eingeweiht. Foto: Goswin von Mallinckrodt

    Der 113. Europäische Kulturweg des Archäologischen Spessartprojekts (ASP) zwischen Gamburg, Niklashausen, Höhefeld und Bronnbach wird am Sonntag, 13. Oktober, eröffnet. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Initiiert wurde das Projekt von Goswin von Mallinckrodt, Burgherr und Touristiker auf der Gamburg ob der Tauber, sowie Gerrit Himmelsbach, Projektleiter des ASP. Weiterhin engagierten sich Marlise Düx, Vorsitzende des Pfeifervereins Niklashausen sowie Matthias Wagner, Leiter des Eigenbetriebs Kloster Bronnbach. Unter der Leitung von Himmelsbach wurde laut Mitteilung eine Arbeitsgruppe vieler Heimatfreunde versammelt, Sponsoren gefunden und der Kulturweg auf das benachbarte Höhefeld ausgedehnt.

    Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Gamburg, dem Kloster Bronnbach und dem Pfeifermuseum Niklashausen konzentriert sich der mit einem gelben EU-Schiffchen markierte Rundweg vor allem auf die Vielfalt der Kulturlandschaft, die in einem eigenen Faltblatt sowie auf verschiedenen Informationstafeln entlang der Strecke erläutert wird. Gerade die unauffälligen Dinge, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht als spannendes Zeugnis der Kulturlandschaft erkennt, sollen für Bewohner und Besucher hervorgehoben werden. Drei Bahnhaltepunkte in Bronnbach, Gamburg und Niklashausen helfen den Wanderern laut Pressemitteilung bei der Erkundung der einzelnen Etappen.

    Mittagessen im Gasthaus zum Hirschen

    Die Eröffnung beginnt um 10.30 Uhr mit einer Zugfahrt von Gamburg nach Niklashausen. Vor einem Besuch im Pfeifermuseum hören die Teilnehmer um 11 Uhr in der Kirche von Niklashausen Grußworte von Bürgermeister Ottmar Dürr, Landrat Reinhard Frank sowie Gerrit Himmelsbach und sehen eine kurze Szene aus der Pfeifergeschichte. Um 12.30 Uhr folgt ein gemeinsames Mittagessen im Gasthaus Zum Hirschen.

    Ab 13.30 Uhr beginnt die Wanderung nach Gamburg. Vor der Burg werden die Teilnehmer um 14.15 Uhr von Goswin von Mallinckrodt und dem Burgbarden Michael Schmitt empfangen, um dann in den Kammerforst weiterzuziehen, wo sich ein außergewöhnliches Hügelgräberfeld befindet. Gegen 15.30 Uhr erreicht man die ehemalige Bimssteinfabrik, in der die einst berühmten Gamburger Mäuschen hergestellt wurden. In der Flur Altekirchen auf der gegenüberliegenden Tauberseite befand sich einst eine keltische und frühmittelalterliche Siedlung. Um 16 Uhr erreicht die Gruppe den Hokemo-Brunnen und das Buscher-Museum. Um 16.45 Uhr endet die Eröffnung mit einem Schlusshock im Gamburger Bahnhof mit Kaffee und Kuchen.

    Fernblick ins Taubertal

    Wer den restlichen Kulturweg erkunden möchte, kann weiter Richtung Bronnbach wandern, vorbei an der in der Kelten- und Völkerwanderungszeit besiedelten Flur Leidenäcker sowie am Feuersteig. In Bronnbach zeigt ein eigener Rundweg zur Klosterlandschaft, wie sehr das Kloster die Umgebung über Jahrhunderte gestaltet hat. Zurück in Richtung Höhefeld passiert man die Station Pulversloch, bei der unter anderem alte Grenzsteine abgezählt sowie zwei Hügelgräber und eine geheimnisvolle Steinhalde entdeckt werden können.

    In Höhefeld erzählt eine Tafel von der Kirchengeschichte, der Luthereiche und dem Naturkünstler Erwin Aichele. Der Panorama-Rundweg am Neuberg bietet laut Pressemitteilung nicht nur einen spektakulären Fernblick ins Taubertal, sondern auch Informationen zum archaologischen Höhefelder Fund und der Kulturlandschaft Frau Holle, die sich nördlich von Höhefeld erstreckt. Von hier geht es wieder nach Niklashausen.

    Nach seiner Eröffnung wird der Kulturweg des Spessartprojekts der erste in Baden-Württemberg sein. Seit 1998 widmet sich das ASP der Forschung, Vermittlung und Pflege der Kulturlandschaft Spessart und arbeitet mit Universitäten und Forschungsinstituten in wissenschaftlichen Projekten zusammen.

    Bearbeitet von Katrin Amling

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