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    Königheim

    Familie Künzig erhält den Landesnaturschutzpreis

    Verleihung des 19. Landesnaturschutzpreises 2018 an Adalbert und Elke Künzig im Marmorsaal des Neuen Schloss Stuttgart. Im Bild (von links): Bürgermeister Ludger Krug, Umweltminister Franz Untersteller, die Preisträger Elke und Adalbert Künzig zusammen mit Landrat Reinhard Frank. Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis / Karl-Heinz Geier

    Mit großer Freude haben Elke und Adalbert Künzig aus Königheim-Pülfringen kürzlich im Marmorsaal des Neuen Schlosses in Stuttgart bei der Verleihung des 19. Landesnaturschutzpreises ihren Preis entgegen genommen. Er wurde durch den Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Franz Untersteller überreicht. Landrat Reinhard Frank und Bürgermeister Ludger Krug waren mit den Preisträgern nach Stuttgart gereist und gratulierten ihnen.

    Unter dem Motto „Hummel, Has´ und Salamander – Vielfalt geht nur miteinander!“ wurden acht Preisträger aus ganz Baden-Württemberg für ihre herausragenden Naturschutzprojekte ausgezeichnet. Umwelt- und Naturschutzminister Untersteller sagte, dass mit dem Landesnaturschutzpreis 2018 insbesondere solche Initiativen und Projekte ausgezeichnet werden, die sich für die Erhaltung der Biodiversität einsetzen und neue oder bessere Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. „Beim Thema Biodiversität geht es nicht nur um ein paar Arten, die man schützen muss, sondern um das Netz des Lebens, das zu zerreißen droht, wenn es uns nicht gelingt, den Abwärtstrend zu stoppen“, sagte der Minister. Er ist Vorsitzender der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, die den Landesnaturschutzpreis seit 1982 alle zwei Jahre vergibt.

    In der Regel wird das Preisgeld von 20 000 Euro auf mehrere Preisträger aufgeteilt. Gemäß ihrer Satzung hat die Stiftung Naturschutzfonds die Aufgabe, richtungsweisende Leistungen auf dem Gebiet der Erhaltung der natürlichen Umwelt auszuzeichnen. Um den Landesnaturschutzpreis können sich Verbände, Vereine, Personengruppen sowie Einzelpersonen oder auch Schulen und Kindergärten aus Baden-Württemberg bewerben. Die Preisträger werden vom Stiftungsrat unter anderem nach den Kriterien Naturschutzeffekt, Innovation, Modellhaftigkeit sowie Dauer und Nachhaltigkeit ausgewählt.

    Der besondere Verdienst der Familie Künzig ist die Schaffung eines kleinen Naturparadieses inmitten der ausgeräumten Feldflur auf der Gemarkung Königheim-Pülfringen. Die Konfrontation mit der Zerstörung von Amphibienlaichgewässern und der starken Beeinträchtigung von Biotopen Ende der 1980er Jahre war für die Künzigs der Anlass, nicht nur zu klagen, sondern selbst zu handeln. Bereits 1990 begannen Adalbert Künzig und seine Tochter Elke mit ihrem langfristig angelegten Projekt. Auf einer eigens dafür erworbenen ehemaligen Ackerfläche von 28 Ar wurde mit viel Herzblut, großem Einsatz und mit eigenen Mitteln ein strukturreiches Feuchtbiotop mit Blumenwiese und Gehölzanlagen geschaffen.

    Das Feuchtbiotop dient zahlreichen Amphibien als Laichgewässer. Ergänzt wird der Feuchtbereich durch eine Streuobstwiese mit über 20 Obstbaumsorten. Nistkästen für Vögel und Fledermäuse wurden aufgehängt. Über die Jahre hat sich das Gebiet zu einem wahren Naturparadies inmitten einer intensiv genutzten Landschaft entwickelt. Bei Führungen und Diavorträgen hat die Familie diese beispielhafte Naturfläche auch interessierten Bürgern vorgestellt. 

    Besondere Anerkennung fand die private Aktion der Familie Künzig bei Landrat Reinhard Frank, der eigens zur Preisverleihung mit nach Stuttgart gekommen war. „Das Projekt geht weit über das übliche Maß ehrenamtlichen Engagements hinaus und zeugt von der besonderen Verbundenheit und dem großen Engagement der Familie Künzig für die Natur vor ihrer Haustür“, lobte der Landrat. Dieser Naturschutzpreis sei ein beachtliches Zeichen der Wertschätzung für die Familie Künzig und sollte auch ein Signal für andere Initiativen und Projekte im Main-Tauber-Kreis sein. Auch Bürgermeister Ludger Krug gratulierte den Preisträgern zu ihrem Erfolg.

    Bearbeitet von Klaus Richter

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