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    MAIN-TAUBER-KREIS

    Flexible Leitplanke rettet Motorradfahrer das Leben

    Der neu angebrachte Unterfahrschutz an den Leitplanken an der L 506 zwischen Gamburg und Wertheim rettete einem 22-jähri... Foto: Polizei

    Die Verkehrsunfallkommission im Main-Tauber-Kreis analysiert Unfallschwerpunkte und prüft mögliche Verbesserungen der Verkehrssicherheit vor Ort. Nun hat eine Entscheidung der Kommission einem Motorradfahrer bei einem schweren Unfall auf der L 506 zwischen Gamburg und Wertheim offenbar das Leben gerettet.

    In der Verkehrsunfallkommission sind die drei Verkehrsbehörden im Landkreis – beim Landratsamt und bei den beiden Großen Kreisstädten Bad Mergentheim und Wertheim –, das Straßenbauamt des Landratsamtes und die Polizei vertreten. Die Kommission untersucht regelmäßig Stellen im Straßennetz des Main-Tauber-Kreises, die anhand der Statistik als Unfallschwerpunkte definiert sind, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

    Solche Gefahrenschwerpunkte werden anhand von elektronischen „Unfalltypen-Karten“ festgestellt. Die Polizei markiert auf diesen Karten genau den Bereich, an dem sich ein Unfall ereignet hat. Je nach Unfalltyp und Unfallschwere werden unterschiedliche Farben und Kreisgrößen verwendet. So können Stellen, an denen verdächtig viele Unfälle passieren, auf einen Blick erkannt werden.

    In der Kommission werden dann Maßnahmen erarbeitet, um unfallfördernde Besonderheiten zu vermeiden und Gefahrenstellen zu entschärfen, an denen besonders viele Unfälle passieren. Die Maßnahmen der Unfallkommission reichen zum Beispiel von einer neuen Beschilderung bis hin zu baulichen Veränderungen an der Straße.

    Tragische Vorgeschichte

    Nun hat offenbar eine Entscheidung der Kommission einem Motorradfahrer das Leben gerettet hat. Die Vorgeschichte ist allerdings tragisch: Im Juni 2014 war ein 36-jähriger Fahrer mit seinem Motorrad in einer Kurve auf der L 506 zwischen Gamburg und Wertheim aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in zwei Schutzplankenpfeiler gefahren. Der Fahrer rutschte unter der Planke durch und wurde dabei getötet.

    Eine der Ursache für die tödlichen Verletzungen waren die Verankerung der Leitplanken und die Verletzungen beim Durchrutschen, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.

    Die Unfallkommission hat daraufhin Leitplanken aus flexiblen Materialien, die vor den Stützpfeilern angebracht werden, anbringen lassen. Man spricht von einem „Unterfahrschutz“. Dies sollte die Verkehrssicherheit an dieser Stelle verbessern und hat sich nun offenbar bei einem weiteren schweren Unfall bewährt. Im Bereich der selben Kurven rutschte ein Motorradfahrer ebenfalls mit zu hoher Geschwindigkeit entlang der neuen flexiblen Leitplanken – und konnte gerettet werden.

    Der 22-Jährige befuhr mit seinem Motorrad die L 506 von Gamburg kommend in Fahrtrichtung Wertheim. In einer Rechtskurve verlor er offensichtlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Motorrad und rutschte in Schräglage in Richtung der linken Schutzplanke. Dort schlug das Motorrad ein. Es schleuderte infolge des Aufpralles quer über die Fahrbahn und kam im Acker rechts neben der Fahrbahn zum Liegen. Der Fahrer zog sich hierbei schwerste Verletzungen an den Beinen zu und wurde mit dem Rettungshubschrauber zur weiteren Behandlung in die Uniklinik Würzburg gebracht.

    Nach Angaben eines weiteren Motorradfahrers und Unfallzeugen hatte der 22-Jährige ihn sowie zwei andere Motorradfahrer-Fahrer überholt. Der Unfallzeuge schätzt die Geschwindigkeit des 22-Jährigen auf 120 km/h. In der Rechtskurve sei ihm bei dem 22-Jährigen unmittelbar vor dem Unfall eine extreme Schieflage aufgefallen, heißt es in der Mitteilung.

    Aufgrund der schweren Unfälle der Vergangenheit ist die L 506 im betroffenen Bereich auch mit großformatigen Tafeln mit dem Text „Vorsicht Gefährliche Motorradstrecke 2,4 km“ beschildert worden. Zu Beginn der Motorradsaison 2017 im April mussten dennoch bereits zwei weitere Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Motorradfahrern verzeichnet werden.

    Sonderkontrolle

    Aus diesem Anlass hat die Polizei im April eine Sonderkontrolle auf der Strecke durchgeführt und wird während der ganzen Motorradsaison weitere Kontrollen dieser Art vornehmen. Die bisherigen Reaktionen zeigen, dass viele Motorradfahrer darauf mit Verständnis reagieren und die Kontrollen sogar begrüßen, heißt es in der Pressemitteilung.

    Bei der Sonderkontrolle achtete die Polizei insbesondere auf mögliche Geschwindigkeitsüberschreitungen wie auch auf unzulässige bauliche Veränderungen. Es wurden 51 Motorräder und deren Fahrer kontrolliert.

    Für die Geschwindigkeitskontrolle wurde das moderne Video-Motorrad der Verkehrspolizeidirektion eingesetzt. Dabei wurden bei zwei Fahrern 131 km/h und bei einem Fahrer 177 km/h festgestellt. Sie erwartet jeweils ein zweimonatiges Fahrverbot.

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