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    Külsheim

    Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Külsheim reaktiviert

    Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat die seit August 2018 nicht mehr genutzte Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete und Asylbewerber in der Hans-Weisbach-Straße in Külsheim Anfang Juli wieder reaktiviert, informiert das Amt in einer Pressemitteilung. Aktuell sind dort 21 Personen, ausschließlich Familien, untergebracht.

    Es handelt sich um ein ehemaliges Mehrfamilienhaus, welches der Landkreis seit 2013 angemietet hat. Die vorhandenen Unterbringungskapazitäten in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim  seien erschöpft gewesen. Die Stadtverwaltung Külsheim wurde im Vorfeld rechtzeitig über diesen Schritt informiert, hieß es in der Mitteilung. 

    Vier Gemeinschaftsunterkünfte

    Landrat Reinhard Frank danke der Stadt Külsheim, die seit langem hohe Bereitschaft zeige, Geflüchtete aufzunehmen und zu integrieren. „Hierzu leisten Bürgerinnen und Bürger von Külsheim, Vertreter der Vereine und Gruppen in der Stadt einen wertvollen Beitrag,“sagte der Landkreischef. Derzeit organisiert der Main-Tauber-Kreis vier Gemeinschaftsunterkünfte, das Gebäude in Külsheim, ein Gebäude in Tauberbischofsheim und zwei Gebäude in Bad Mergentheim. Die Kapazität beträgt 248 Plätzen, davon sind rund 210 belegt.

    Auf dem Höhepunkt des großen Zustroms an Geflüchteten im März 2016 waren fast 1500 Menschen im gesamten Kreisgebiet in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Ausnahme war die Stadt Wertheim als Standort einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes.

    Wohn-Objekte im Stand-By-Modus

    Nachdem die Zuweisung von Flüchtlingen durch das Land Baden-Württemberg rückgängig war, konnten Gemeinschaftsunterkünfte Schritt für Schritt abgebaut werden. In den meisten Fällen waren kurzfristige Mietverträge geschlossen worden. Somit konnten die Objekte nach Mietzeitende an die Vermieter zurückgegeben werden. Containeranlagen wurden wieder entfernt. Einige Unterkünfte mussten durch den Landkreis jedoch längerfristig angemietet werden, so dass diese nicht mehr benötigten Objekte, im „Standby-Modus“ verblieben waren, darunter das nun reaktivierte Gebäude in Külsheim.

    Die monatlichen Zuweisungen in den Landkreis pendelten sich, laut Informationen des Landratsamtes, auf einem steten Niveau von rund zehn Menschen pro Monat ein. Jedoch kommen in der Zwischenzeit die meisten zugewiesenen Flüchtlinge aus Ländern mit einer geringen "Bleibewahrscheinlichkeit", insbesondere aus afrikanischen Staaten. Diese Menschen bleiben meist bis zur maximal möglichen Dauer von 24 Monaten in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises.

    Plätze wurden knapp

    Aufgrund der längeren Verweildauer reichen die Plätze in den zuletzt genutzten Gemeinschaftsunterkünften, trotz der geringen Zuweisungen pro Monat, nicht mehr aus, so das Landratsamt in seiner Presseinformation. Die Menschen könnten nicht in ausreichender Zahl und Geschwindigkeit in die kommunale Anschlussunterbringung der Städte und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises wechseln, um wieder genügend Plätze frei zu machen. Ebenso erweise es sich als Herausforderung für die Städte und Gemeinden, ausreichend Wohnraum für die kommunale Anschlussunterbringung zur Verfügung stellen zu können.

    Bearbeitet von Karin Angerer

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