• aktualisiert:

    Wittighausen

    Großes Fest zum Abschluss der Umbauarbeiten des Bahntunnels

    Im Mai waren die Bauarbeiten für den Bahntunnel bei Wittighausen noch in vollem Gange. Foto: Matthias Ernst

    Mit einem großen Fest wurde der Abschluss der Arbeiten zum Umbau des Bahntunnels bei Wittighausen von Deutscher Bahn und Bevölkerung gefeiert. Seit 7. Januar war die Bahnstrecke von Würzburg nach Lauda gesperrt gewesen und am 11. September erst wieder eröffnet worden. Vier Wochen später als geplant, gab Frank Fries, Arbeitsgebietsleiter Planung und Steuerung bei der Deutschen Bahn Netz AG, unumwunden zu. Die Bauzeit sei selbst für einen nur 138 Meter langen Tunnel sehr ambitioniert gewesen. Trotzdem gelang es, nur eine kurze Verzögerung bis zur Wiedereröffnung zu erreichen, sagte er. Fries dankte den beteiligten Baufirmen, aber auch der Projektleiterin Elisabeth Obiero und den Anwohnern. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Bevölkerung so offen und positiv auf eine Baumaßnahme wie den Bau eines Tunnels reagiert habe.

    Dabei handelte es sich ja nicht um einen kompletten Neubau, sondern nur um eine Aufweitung des seit 153 Jahren bestehenden Tunnels. Zusätzlich wurden auch Befestigungsarbeiten an den Tunnelportalen und Zuführungen durchgeführt, die allerdings noch nicht ganz abgeschlossen sind. Der alte Tunnel war für die modernen Züge, vor allem für die Güterzüge zu eng geworden. So wurde das Tunnelportal aufgeweitet und der Gleisabstand von 3,5 Meter auf vier Meter verbreitert. Nun ist das "Nadelöhr Wittighausen" Geschichte und Fries hoffte, dass auch der neue Tunnel wieder so lange hält, wie der bisherige. Insgesamt wurden rund 7000 Kubikmeter Beton im Projekt für Tunnel, Stützwände und Mastfundamente verbaut und auf 718 Metern Länge, bezogen auf beide Gleise rund 2300 Stahlschwellen verlegt. 12 580 Kubikmeter Ausbaumaterial wurden für die Vergrößerung bergmännisch aus dem Berg entfernt.

    Der Bahntunnel bei Wittighausen wurde seit Januar aufgeweitet und ausgebaut. Foto: Matthias Ernst

    Doch fast wäre das Projekt verschoben worden, erinnerten Fries und Bürgermeister Marcus Wessels an die Auseinandersetzung mit der Stadt Heilbronn. Die richtet in diesem Jahr die Bundesgartenschau aus und wollte im Vorfeld die Tunnelarbeiten in Wittighausen verhindern, weil man fürchtete, dass die mit der Bahn anreisenden Gäste aus Würzburg nicht kommen könnten. Doch zum Glück war es mit der Unterstützung aller Beteiligten des Landkreises und sogar des Ministeriums in Stuttgart diese Probleme gelöst worden. Sonst wäre der Tunnelbau auf unbestimmte Zeit verschoben worden. "Wittighausen war wichtiger als Heilbronn", fasste Bürgermeister Wessels die Verhandlungen zusammen.

    Fries erinnerte in seiner Ansprache auch an die Schattenseiten des Tunnelbaus. "Tunnelbau ist nie ungefährlich", gab er zu und erinnerte an die beiden Unfälle mit Lkws, bei denen eine Person zu Tode kam. Bei allem Zeitdruck dürfe so etwas nicht passieren, mahnte Fries für die Zukunft. "Weder Zeit noch Geld können Menschenleben aufwiegen".

    Bahnhof soll auch optimiert werden

    Bürgermeister Wessels freute sich über die Fertigstellung des Bauwerkes, mahnte aber an, dass nun auch der Haltepunkt Wittighausen in Angriff genommen werden müsse. "In den Tunnelausbau wurden vier Millionen Euro investiert, aber der Bahnhof sieht aus wie vor dem zweiten Weltkrieg". Mit Neid schaut er über die baden-württembergische Grenze hinaus. Auf bayerischer Seite seien alle Haltepunkte bis Würzburg modernisiert worden, diesseits der Grenze sehe es "mau" aus.

    Landrat Reinhard Frank berichtete, dass man in Verhandlungen mit der Landesregierung sei, um die Bahnhaltepunkte zu verbessern. Optimiert werden soll auch der Fahrplan mit zusätzlichen Mitteln aus dem Landkreisetat. Die Bahnstrecke sei die "Lebensader" des Main Tauber Kreises, darin gab Frank auch Bürgermeister Wessels recht. Die Tunnelerneuerung wurde mit einem großen Fest gefeiert. Neben der musikalischen Unterhaltung durch die Wittighäuser Musikanten gab es auch Speisen und Getränke, serviert durch die Musikkapelle Vilchband. Auf diese Weise brachten sich die örtlichen Vereine ein.

    Volles Zelt beim großen Tunnelfest zum Abschluss der Bauarbeiten am Wittighäuser Tunnel. Foto: Matthias Ernst

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!