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    Grünsfeld

    In Grünsfeld lebt man Fußball

    Bürgermeister Joachim Markert (Mitte) überreichte dem Vorsitzenden des FC Grünsfeld,  Lothar Derr (rechts), und seinem Stellvertreter Bernhard Haag als Gastgeschenk ein Netz voller Trainingsbälle Foto: Matthias Ernst

    Allein die Gästeliste zeigte, hier ist ein besonderer Festkommers in der Grünsfelder Stadthalle. Zum 100. Geburtstag hatte der Sportverein eingeladen.  So wie der FC Grünsfeld sind viele Vereine nach dem Ersten Weltkrieg gegründet worden, eine Zeit, als Fußball noch als Exotensport galt und die Gründungsmitglieder sich persönlichen Anfeindungen ausgesetzt sahen, die sogar in der Androhung von Haftstrafen gipfelten. Unvorstellbar heute, stellte nicht nur der derzeitige Vereinsvorsitzende Lothar Derr fest.

    Auch alle anderen Redner lobten die gesellschaftliche Aufgabe, die der FC mittlerweile hat. Mit knapp 500 Mitgliedern ist er der größte Verein in der Stadt und neben Fußball wird auch Turnen angeboten. Zwischenzeitlich gab es auch Abteilungen für Handball, Kickboxen und Tennis. Hier gab man vor allem Starthilfe für die jetzt selbständigen Vereine, um an Zuschüsse des Landessportbundes zu kommen. Man war also schon immer breit aufgestellt. "Die sportlichen Gründer wären zur Recht stolz, wenn sie wüssten, welch starker Verein aus dem FC Grünsfeld geworden ist", lobte Bürgermeister Joachim Markert die ehrenamtliche Tätigkeit. Neben den sportlichen Erfolgen,  seien es vor allem die gesellschaftliche Bedeutung, welche den FC auszeichne. "Denn hier wird ein großer Teil des 'Klebstoffs' produziert, der unsere Gesellschaft zusammenhält."

    "Die sportlichen Gründer wären zur Recht stolz, wenn sie wüssten, welch starker Verein aus dem FC Grünsfeld geworden ist."
    Joachim Markert, Bürgermeister

    Bürgermeister Markert hatte als Geschenk der Stadt ein ganzes Netz mit Trainingsbällen in den Vereinsfarben schwarz und rot dabei, die er an den Vorstand überreichte, damit auch in Zukunft möglichst viele Mannschaften vom guten Trainingsangebot des Vereins profitieren.

    Die Turnerinnen des FC Grünsfeld unterhielten zwischen den Redebeiträgen zum 100. Geburtstag des Vereins mit viel Akrobatik Foto: Matthias Ernst

    Fast alle Grußredner hatten persönliche Erfahrungen mit Fußballmannschaften des FC Grünsfeld gemacht, meist haben sie allerdings verloren. So auch Heinz Janalik, der Ehrenpräsident des Badischen Sportbundes. Er erinnerte sich an viele heiße Duelle in seiner aktiven Zeit gegen Grünsfeld und lobte den Verein, dass er viele überdurchschnittliche Fußballer hervorgebracht hat. Janalik mahnte die Fachverbände Fifa, Uefa und DFB an, mehr für die Amateurvereine zu tun. Es könne nicht sein, dass die oberen Verbandsstrukturen in Geld schwimmen, während viele Amateurvereine nicht wissen, wie sie den Schiedsrichter nach einem Punktspiel bezahlen sollen. Galm wies die Forderung postwendend zurück und merkte an, dass der BFV selbst über keine großen Mittel verfüge. Der Großteil der Einnahmen würde in das Leistungszentrum fließen und in die Weiterbildungsmaßnahmen.

    Neben der Jagd nach dem runden Ball bietet der FC Grünsfeld noch Turnen an. Auch hier sei man sehr erfolgreich und nehme regelmäßig an Turnfesten teil. Dies lobte auch der Vorsitzende der Main-Neckar-Turngau, Werner Wießmann. Landtagsabgeordneter  Wolfgang Reinhart stellte fest, dass der "FC Grünsfeld in Bewegung hält" und hatte stellvertretend für alle Vorstandsmitglieder die Ehrenmedaille des Badischen Landtags dabei, die er an Lothar Derr überreichte. 

    Viel Lob gab es an diesem Abend in der Stadthalle, so auch von Jürgen Umminger, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Fußballkreises Tauberbischofsheim und Dominic Faul, dem Vorsitzenden der Sportkreisjugend Tauberbischofsheim. Zwischen den Redebeiträgen zeigten die jungen Turnerinnen des FC Grünsfeld ihr Können auf der Bühne und erhielten dafür viel Applaus. Die Trainer vom Turngau, Sonja Himmel, Sigrid Eggert, Gertrud Hoffmann und Ernst Hoffmann erhielten für ihren Einsatz die goldene Ehrennadel. Außerdem gab es noch viele vereinsinterne Ehrungen und solche des Fußballkreises. Nach soviel Rede und Fakten konnten sich die Besucher an einem perfekt organisierten und leckeren Buffet bedienen, das ebenfalls von ehrenamtlichen Helfern hergerichtet wurde. Dafür gab es höchste Anerkennung.

    Fritz Wolpert wurde von Lothar Derr (links) und Bernhard Haag (rechts) zum Ehrenmitglied des FC Grünsfeld ernannt Foto: Matthias Ernst

    Ohne sie wäre der FC Grünsfeld überhaupt nicht vorstellbar. Mit diesen Worten umschrieb Vorsitzender Lothar Derr die Arbeit, die Fritz Wolpert zusammen vielen anderen in den Verein investiert hat. 1953 trat er in den Verein ein und von 1969 bis 1978 war er dessen Vorsitzender. Seit insgesamt 66 Jahren hält er dem Sportverein die Treue. Zusammen mit Hans Lindenthal baute er die Abteilung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf. Legendär waren seine Kabinenansprachen, die auch schon mal länger als eine Stunde dauern konnten. Oder die spontanen Einladungen an die Männermannschaft nach sich zu Hause, wenn seine Frau für alle kochte. Dies alles und noch viel mehr zeichnen den Vereinsmenschen Fritz Wolpert aus, so Derr in seiner Laudatio. Aus diesem Grund wurde Fritz Wolpert die Ehrenmitgliedschaft beim FC Grünsfeld verliehen. Er nahm die Auszeichnung voller Stolz entgegen und steht dem Verein auch weiterhin treu zur Seite.

    Die Ehrenmedaille des Baden-Württembergischen Landtags überreichte MdL Wolfgang Reinhart (links) stellvertretende für den ganzen Verein an dessen Vorsitzenden Lothar Derr Foto: Matthias Ernst

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