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    Tauberbischofsheim

    Intensiver Austausch zwischen den Landkreisen Main-Tauber und Würzburg

    Beim länder- und landkreisübergreifenden Austausch trafen sich Main-Tauber-Landrat Reinhard Frank (vordere Reihe, Vierter von links) und der Würzburger Landrat Eberhard Nuß (vordere Reihe, Dritter von links) mit Vertretern von Städten und Gemeinden.
    Beim länder- und landkreisübergreifenden Austausch trafen sich Main-Tauber-Landrat Reinhard Frank (vordere Reihe, Vierter von links) und der Würzburger Landrat Eberhard Nuß (vordere Reihe, Dritter von links) mit Vertretern von Städten und Gemeinden. Foto: Dagmar Hofmann

    Vertreter der Landkreise Würzburg und Main-Tauber treffen sich regelmäßig zu einem länder- und landkreisübergreifenden Austausch. Ein weiteres Treffen fand vor kurzem in Giebelstadt im Landkreis Würzburg statt.

    Themen waren der öffentliche Personennahverkehr, der Radwegausbau, die Mobilfunkversorgung und auch die Lage zur Coronavirus-Ausbreitung. Darüber informiert das Landratsamt im Main-Tauber-Kreis in einer Pressemitteilung.

    Zwischen beiden Landkreisen ist es eine gute Tradition, sich regelmäßig zu einem Austausch zu treffen. Landrat Eberhard Nuß aus Würzburg und Landrat Reinhard Frank aus dem Main-Tauber-Kreis dankten schon im Vorfeld für die rege Mitwirkung.

    Dezernent Jochen Müssig vom Main-Tauber-Kreis informierte über die Situation der Frankenbahn, den Ausbau der Haltestationen, den Takt der Regionalbahn und den Ärger um Zugausfälle im Bereich des Regionalbahnexpresses.

    Nichts Neues bei den Tarifen im Schülerverkehr

    Dieses Thema wurde intensiv diskutiert. Die Bürgermeister Björn Jungbauer aus Kirchheim in Unterfranken und Erwin Gramlich aus Bütthard forderten, auf eine Verbesserung zu drängen. "Es kann nicht sein, dass Bahnnutzer eine Jahreskarte kaufen und dann die Züge nicht fahren", lautete ihr Tenor.

    Kritisiert wurde ebenfalls, dass sich beim Schülerverkehr zwischen Bayern und Baden-Württemberg bei den Tarifen noch nichts Neues ergeben habe. Frank versicherte, das Thema noch einmal beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar vorzutragen.

    Müssig warb um ein weiteres Engagement bayerischer Städte und Gemeinden beim Busangebot "NightLife-Shuttle". Erfreulicherweise seien seit der vergangenen Werbeaktion fast alle bayerischen Städte und Gemeinden in das Projekt eingestiegen.

    Inzwischen gehören Giebelstadt, Kist, Holzkirchen/Wüstenzell, Uettingen und Waldbüttelbrunn der kommunalen Gemeinschaft an. Es stünden noch Reichenberg, Geroldshausen und Höchberg aus. "Im Sinne unserer Jugend appellieren wir, sich anzuschließen", sagte Müssig.

    Radweg von Tauberbischofsheim nach Kist

    Ebenso wurde der seit vielen Jahren erörterte Radweg von Tauberbischofsheim nach Kist im Landkreis Würzburg thematisiert. Markus Metz vom Kreisstraßenbauamt im Main-Tauber-Kreis führte aus, dass der Radweg auf baden-württembergischen Gebiet zum "RadNetz BW" gehöre. Das habe zur Folge, dass das Land den Radwegebau komplett finanziere.

    Sobald die Planung abgeschlossen sei, könne 2021 mit dem Bau begonnen werden. Kists Bürgermeister Volker Faulhaber ergänzte, dass seine Gemeinde für ihre Gemarkung entsprechende Förderanträge gestellt habe. Der Radweg müsse zügig gebaut und dann von Kist bis nach Würzburg fortgesetzt werden.

    Die Teilnehmer sprachen auch über die Radwege von Werbach nach Böttigheim und Neubrunn nach Wertheim. Die Planungen für die Strecke von Neubrunn nach Wertheim werden in diesem Jahr abgeschlossen. Der Bau könnte 2021 beginnen, sagte Metz.

    Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr appellierte, dass für den Radweg von Werbach nach Böttigheim noch Finanzierungsmittel erschlossen werden müssten. Der auf Werbach entfallende Anteil von rund 200 000 Euro sei für die Gemeinde nicht zu schultern. Grundsätzlich begrüßten die Landräte Nuß und Frank die Initiativen, Radwege voranzubringen.

    Mobilfunk im Main-Tauber-Kreis

    Die Mobilfunkversorgung im Main-Tauber-Kreis war ein weiterer Punkt des Treffens. Müssig berichtete über die Ausbauvorhaben von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefonica. Er ging zudem auf das US-amerikanische Unternehmens ATC ein, das Mobilfunkmasten und somit eine passive Infrastruktur eigenwirtschaftlich erstellt.

    Als gutes Beispiel der länder- und landkreisübergreifenden Zusammenarbeit gilt die Ausbildungsbörse "Oberes Taubertal". Die Börse wechselt jährlich zwischen den Städten Creglingen, Niederstetten, Röttingen und Weikersheim. Die Veranstaltung musste allerdings in diesem Jahr wegen des Coronavirus abgesagt werden.

    Das Thema Klärschlammverwertung wurde von Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez angesprochen. Auch hier gehe es um interkommunale Zusammenarbeit. Gegenwärtig bestehe noch eine Vereinbarung bis Ende 2022. Frank bestätigte, dass im Main-Tauber-Kreis das weitere Vorgehen bei der Klärschlammverwertung geklärt werden müsse.

    Alarmierung der Feuerwehren verbessern

    "Es ist deshalb an der Zeit, sich über ein neues Konzept zu einigen", sagte Herrera Torrez. Dazu hielt Nuß fest, dass der Bau einer dritten Ofenlinie beim Zweckverband Abfallwirtschaft in Würzburg nicht realisiert werde. Er sehe eine Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt als zielführender an.

    Mit der länder- und landkreisübergreifenden Alarmierung der Feuerwehren ging der Austausch weiter. Die Teilnehmer vereinbarten, dass sich der Kreisbrandrat aus Würzburg und der Kreisbrandmeister aus dem Main-Tauber-Kreis hierzu mit den Leitstellen abstimmen. Die Alarmierung müsse jedenfalls verbessert werden.

    Zum Abschluss tauschten beide Seiten ihre Vorgehensweisen aufgrund des Coronavirus aus. Sowohl im Landkreis Würzburg als auch im Landkreis Main-Tauber-Kreis seien inzwischen auf kurzen Wegen agierende Stabsstellen unter Führung der Gesundheitsämter eingerichtet. Ebenso gebe es Bürgertelefone, da deren Anfragen zunehmen würden. Der Austausch solle auch hier länder- und landkreisübergreifend stattfinden, sicherten Nuß und Frank zu.

    Frank dankte seinem Würzburger Kollegen Nuß für das über viele Jahre gute nachbarschaftliche Miteinander. "Die Treffen und unsere Begegnungen waren immer von gegenseitiger Wertschätzung geprägt", sagte  Frank. Er wünsche Nuß für die bevorstehende Zeit alles Gute. Nuß war nicht mehr zur Wahl angetreten und gibt das Amt somit am 30. April ab.

    Main-Tauber-Landrat Reinhard Frank (rechts) dankte seinem Kollegen Landrat Eberhard Nuß für das über viele Jahre gute nachbarschaftliche Miteinander. Nuß war im Landkreis Würzburg nicht mehr zur Wahl angetreten und gibt sein Amt somit zum 30. April ab.
    Main-Tauber-Landrat Reinhard Frank (rechts) dankte seinem Kollegen Landrat Eberhard Nuß für das über viele Jahre gute nachbarschaftliche Miteinander. Nuß war im Landkreis Würzburg nicht mehr zur Wahl angetreten und gibt sein Amt somit zum 30. April ab. Foto: Dagmar Hofmann
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    Bearbeitet von Jürgen Sterzbach

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