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    Grünsfeld

    Keine halben Sachen beim Kinderbibeltag in Grünsfeld

    Viola Hellmuth, Schwester Annemarai und Daniel Wenzel (von links) bei der Einführung zum Kinderbibeltag Foto: Ulrich Feuerstein

    Keine halben Sachen: Das ist die Devise des Heiligen Martin. Er sieht die Not des Bettlers und teilt seinen Mantel mit ihm. St. Martin stand im Mittelpunkt des zweiten, ökumenischen Kinderbibeltages der katholischen Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen und der evangelischen Kirchengemeinde. Rund 80 Kinder trafen sich, um mit Schwester Annemarai, Viola Hellmuth und einem Team von etwa 30 Helfern den heiligen Martin näher kennenzulernen.

    Szenen aus dem Leben des Heiligen Martin waren ein wichtiger Bestandteil des Kinderbibeltages. Foto: Ulrich Feuerstein

    Martin von Tours war kein Hasenfuß und kein Träumer, sondern ein richtiger „Feuergeist“. Er ging immer aufs Ganze. Eben keine halben Sachen. „Mit einem Eiszapfen entzündet man kein Feuer“, lautete die Botschaft. Schwester Annemarai, Viola Hellmuth und ihr Team hatten sich einiges einfallen lassen, um den Kindern St. Martin näherzubringen.

    Der Kinderbibeltag orientierte sich an den „religiösen Kinderwochen“. Diese stammen ursprünglich aus den östlichen Diözesen zur Zeit der DDR und gelten bis heute als katechetisches Angebot der Pfarrgemeinden. Erstmals wurden sie im Jahr 1961 unter dem Motto „Wir sind Kinder Gottes“ durchgeführt. Inzwischen sind sie auch in den westlichen Bundesländern ein beliebtes ökumenisches Kooperationsprojekt in der Kinder- und Jugendarbeit und haben regen Zulauf.

    „Dem Kinderbibeltag liegt die Idee zugrunde, Kindern im Alter von der ersten bis zur vierten Klasse in altersgemischten Gruppen unter Anleitung von Erwachsenen oder Jugendleitern ein religiöses Thema näherzubringen“, erklärte Schwester Annemarai am Rande der Veranstaltung. Den Verantwortlichen sei es ein besonderes Anliegen gewesen, auf vielfältige Weise – durch Spiel, Musik, Aktionen und Gruppenarbeit – die Lebenswelt der Kinder einzubeziehen. „Ziel war es, Kinder zu animieren, über ihren Glauben zu sprechen und sie dabei in ihrem Vertrauen auf Gottes Nähe zu bestärken.“

    Kreativität war beim Laternen basteln gefragt. Foto: Ulrich Feuerstein

    Beim Kinderbibeltag gab es deshalb ein Theaterstück und Kreativworkshops. Einige Jugendliche stellten Szenen aus dem Leben des Heiligen Martin nach. Die Teilnehmer erfuhren so, dass Martin schon in Kindheitstagen von den Christen begeistert war und sich von ihnen anstecken ließ. Als Hauptmann hatte er ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Untergegebenen. Ein damals absolut untypisches Verhalten. Martin gelang es sogar, einen Räuber von der Liebe Gottes zu begeistern und ihn zu ermutigen, ein neues Leben zu beginnen. Diese Geschichten lieferten Gesprächsimpulse für anschließende Gruppenstunden.

    Dann wurde gebastelt. Mit viel Liebe zum Detail und großer Kreativität stellten die Kinder Laternen für einen Martinsumzug her.

    Mit viel Liebe zum Detail und großer Kreativität stellten die Kinder Laternen für einen Martinsumzug her. Foto: Ulrich Feuerstein

    Von „gelebter Ökumene“ sprach Viola Hellmuth und schwärmte vom „großen Miteinander“. Ganz Grünsfeld habe den Kinderbibeltag unterstützt. So nutzten die Teilnehmer neben der katholischen Stadtpfarrkirche zahlreiche öffentliche Gebäude wie die Schule, das Familienzentrum und das evangelische Gemeindehaus. Im Mariensaal des Kindergartens versorgte die katholische Frauengemeinschaft unter der Leitung von Maria Kraft und Elvira Dürr die Teilnehmer mit Essen und Getränken. Für die musikalische Gestaltung zeichneten Andrea Müller-Köhler, die Band SunRise und die Jugendkapelle mit ihrer Dirigentin Maria Köhler verantwortlich. Für theologische Impulse sorgte Daniel Wenzel.

    Der Kinderbibeltag mündete am Abend in eine kurze Andacht in der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Eine letzte Szene zeigte den Heiligen Martin in seiner berühmtesten Szene: Er sieht die Not des Bettlers und teilt seinen Mantel mit ihm. „Auch wir können Martin folgen, wenn wir uns mutig für andere einsetzen“, gaben Schwester Annemarai und Viola Hellmuth den Kindern mit auf den Weg.

    Die nächste ökumenische Veranstaltung ist ein Kindergottesdienst am Sonntag, 15. November, um 10 Uhr im evangelischen Gemeindehaus.

    Gemeinsames Singen mit der Jugendmusikkapelle. Foto: Ulrich Feuerstein
    Zur Stärkung gab es leckere Brezeln. Foto: Ulrich Feuerstein

    Bearbeitet von Ulrich Feuerstein

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