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    Bad Mergentheim

    Kreistag setzt sich für Fleischer und Bäcker in Bad Mergentheim ein

    Fleischerausbildung in Bad Mergentheim: Der Kreistag im Main-Tauber-Kreis setzt sich für den Erhalt des Schulangebots für Fleischer, Bäcker und deren Fachverkäufer an der Gewerblichen Schule ein.
    Fleischerausbildung in Bad Mergentheim: Der Kreistag im Main-Tauber-Kreis setzt sich für den Erhalt des Schulangebots für Fleischer, Bäcker und deren Fachverkäufer an der Gewerblichen Schule ein. Foto: Thomas Weller

    Der Kreistag im Main-Tauber-Kreis möchte das konzentrierte Schulangebot für Fleischer und Bäcker an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim erhalten.

    In einer Resolution sprachen sich die Kreisräte laut einer Pressemitteilung des Landratsamts gegen die vom Kultusministerium Baden-Württemberg vorgesehene Schließung des Angebots für Fleischer und Fleischerei-Fachverkäufer zum Schuljahr 2020/21 aus.

    Der Kreistag, vertreten durch die Fraktionsvorsitzenden und die weiteren im Kreistag vertretenen Parteien, sprach sich einstimmig für den Erhalt des Schulangebots für Fleischer, Bäcker und deren Fachverkäufer an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim aus. 

    Landrat gab die Resolution ans Kultusministerium weiter

    Die Resolution "wird auch von mir vorbehaltlos mitgetragen", sagte Landrat Reinhard Frank. Er leitete die Willenserklärung des Gremiums bereits an Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann weiter und beantragte, das betreffende Schulangebot dauerhaft an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim zu belassen.

    In der Resolution heißt es, dass dieses berufliche Bildungsangebot in den ländlichen Raum gehöre, denn im Main-Tauber-Kreis würden wesentliche Produkte für die Berufsbilder "Fleisch" und "Mehl" produziert und gezüchtet.

    Der Kreistag fordert, die Schließung zurückzunehmen

    Der Kreistag plädiere deshalb dafür, den an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim erfolgreich gestalteten Unterricht für Fleischer, Bäcker und deren Fachverkäufer weiter beizubehalten und fordert das Kultusministerium auf, die Schließung des Angebots für Fleischer und Fleischerei-Fachverkäufer zum Schuljahr 2020/21 zurückzunehmen.

    Schließlich sei die Gewerbliche Schule in Bad Mergentheim bereits sehr effizient aufgestellt und habe das erste und zweite Ausbildungsjahr der Fleischer, Bäcker und deren Fachverkäufer berufs- und jahrgangsübergreifend zusammengefasst.

    Wirtschaftlich und fachlich mit sehr guten Ergebnissen

    Diese Konzentration sei ein gelungener Pilotversuch, der wirtschaftlich sei und fachlich zu sehr guten Ergebnissen führe. Diese würden durch mehrere Siegerpreise der Auszubildenden in bundesweiten Wettbewerben belegt.

    Auch die Lehrer würden in dieser Konzentration eine moderne, leistungsfördernde Unterrichtsform sehen, die einen guten Austausch und eine gegenseitige Unterstützung der Schülerinnen und Schüler ermögliche. Schulleiter Peter Wöhrle bestätige dies, zumal die Forderung des Kultusministeriums, Ressourcen und Kosten einzusparen, somit erfüllt sei.

    Landkreis befürchtet, dass Azubis nach Bayern gehen

    Die an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim in den Ausbildungsberufen derzeit unterrichteten 18 Schüler würden eine stabile Klasse bilden. Die Konzentration auf die Richtungen "Fleisch" und "Mehl" stelle sicher, dass alle vier Ausbildungsberufe auch künftig im Main-Tauber-Kreis unterrichtet werden könnten.

    Würde aber das Angebot für Fleischer geschlossen, fällt wegen zu geringer Schülerzahlen auch das Angebot für Bäcker weg. Die Zuweisung von Schülern aus dem Main-Tauber-Kreis zu Beruflichen Schulen in anderen Landkreisen würde zu einem weiteren Rückgang der Auszubildenden führen und schade dadurch auch den Ausbildungsbetrieben.

    Zudem müsse bei einer Schließung und der genannten Folgen davon ausgegangen werden, heißt es abschließend in der Resolution des Kreistags, dass Schüler ins benachbarte Bundesland Bayern abwandern oder sich anderen Berufen zuwenden würden.

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    Bearbeitet von Jürgen Sterzbach

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