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    Grünsfeld

    Kulturherbst in Grünsfeld: Der Ursprung von Kaffee

    Klaus Veeh und Christine Kastner bei der Kaffeverkostung, die anlässlich des Kulturherbstes in Grünsfeld organisiert wurde. Foto: Ulrich Feuerstein

    So schmeckt Afrika: Kaffee aus Tansania konnten Liebhaber des edlen Getränks kosten. Klaus Veeh, Referatsleiter Mission – Entwicklung – Frieden von der Diözese Würzburg, präsentierte in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein verschiedene Sorten fair gehandelten Kaffees. Die Verkostung eröffnete den Kulturherbst des Kulturvereins.

    Kaffee ist ein schon seit Jahrhunderten geschätztes Getränk. Der Ursprung liegt in Kaffa im südlichen Äthiopien, wo sich im Jahre 1440 christliche Mönche erstmals Kaffee gegen die nächtliche Müdigkeit gekocht haben sollen. Von dort breitete der Kaffeeanbau sich über die arabische Welt, Asien, Europa und schließlich im 18. und 19. Jahrhundert über Lateinamerika aus.

    Viel Wissenswertes rund um der Deutschen liebstes Getränk wusste Klaus Veeh zu berichten. Seit mehr als 30 Jahren ist er für die Diözese Würzburg tätig. Mehrfach hat er Tansania bereist und kennt die Verhältnisse der dortigen Kleinbauern sehr gut. Die Entwicklung auf den Märkten betrachtet er genau. Die Spekulation an den Rohstoffbörsen sorgten immer wieder für starke Preisschwankungen. Zeitweise werde Kaffee zu einem teuren Luxusgut. Nur die Kleinbauern können nach Veehs Angaben davon nicht profitieren.

    Partnerkaffee sorgt für faire Bedingungen

    Fairer Kaffeehandel will dem entgegenwirken. Im Verein Würzburger Partnerkaffee haben sich zwölf Organisationen von der Caritas bis zum Missionsärztlichen Institut zusammengeschlossen, die den fairen Handel mit Kaffee aus Tansania unterstützen. Partnergebiet ist das fruchtbare Hochland der Region Ruvuma im Südwesten Tansanias, zu der die Würzburger Partnerdiözese Mbinga gehört. Der Verein garantiert feste Mindestabnahmemengen mit Preisen über dem Weltmarktniveau.

    "Für die kleinbäuerlichen Familien bedeutet dies eine gesicherte Einnahmequelle und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation", betonte Klaus Veeh. Mit dem Erlös werden seinen Angaben zufolge außerdem Projekte in Tansania unterstützt. So habe man durch einen Solidaritätsbeitrag unter anderem den Grundstock für ein Krankenversicherungssystem für die Kaffeebauern und ihre Familien legen können.

    Der hochwertige und aufgrund seiner Langzeitröstung besonders magenfreundliche Arabica-Kaffee aus Tansania war einer von vier Kaffees bei der Blind-Verkostung. Ein Bio-Kaffee aus dem Supermarkt, das Produkt einer Großhandelskette und peruanischer Pidecafe vom Weltladen gehörten ebenfalls dazu.

    Kulturherbst geht weiter

    Aufgabe der Verkostungsteilnehmer war es, die Kaffeesorten nach ihren Geschmackseigenschaften zu bewerten. Duft, Aroma oder Säure waren Kriterien, nach denen geurteilt werden sollte. Die Bewertung fiel – wen wundert es – unterschiedlich aus. Die Geschmäcker sind eben verschieden. Allen Beteiligten bereitete die Verkostung großes Vergnügen. "Kaffee ist ein Kulturgut", sagte Christine Kastner, Vorsitzende des Kulturvereins. Nach der informativen Veranstaltung werde sie ihren Kaffee künftig viel bewusster zu sich nehmen.

    Die Kaffeeverkostung bildete den Auftakt zum nun schon dritten Kulturherbst des Kulturvereins. Die nächste Veranstaltung ist ein Vortrag mit Katharina Kemmer von der Forschungsstelle Deutscher Orden am Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg. Am Freitag, 8. November, referiert sie um 19 Uhr im Leuchtenbergsaal des Zehntgebäudes über die Bedeutung des Deutschen Ordens für die Region. Die "Ukulelis" gastieren am Samstag, 23. November, um 19.30 Uhr im Rienecksaal.

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