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    Tauberbischofsheim

    Laien-Theatergruppen vom Landkreis ausgezeichnet

    Landrat Reinhard Frank verlieh in Tauberbischofsheim den Landkreis-Ehrenpreis an die Vertreter von sechs Theatergruppen des Main-Tauber-Kreises. Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis / Frank Mittnacht

    Ehrenpreise für Laientheater-Gruppen: Landrat Reinhard Frank hat im Rathausaal in Tauberbischofsheim zum fünften Mal den Ehrenpreis des Main-Tauber-Kreises verliehen. Erstmals wurden dabei laut einer Pressemitteilung nicht Einzelpersonen, sondern Gruppen ausgezeichnet.

    Den ersten Preis überreichte Frank an den Burgschauspielverein Freudenberg mit dem Vorsitzenden Hartmut Beil. Der Verein mit 234 Mitgliedern führte zuletzt das Stück "Die Päpstin" bei den Burgfestspielen auf der Freudenburg auf. Die Burgfestspiele, die alle zwei Jahre stattfinden, bestehen seit 1987.

    Theatertradition aufleben lassen

    Den zweiten Preis erhielt das FreilichtTheater im Tempele 1993 Niederstetten. Die Vorsitzende Heidi Maedel nahm ihn entgegen. Seinen Ursprung hat der Verein in den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum 1990/91, als das Stück „Götz vo Berlichinge“ des Mundartdichters Gottlob Haag aufgeführt wurde. Zunächst entstanden daraus jährliche Aufführungen, ab 1994 ging man zum bis heute gepflegten Zweijahres-Rhythmus über. Zuletzt wurde die Satire „Kohlhiesels Töchter“ gezeigt.

    Platz drei sprach die Jury dem Theaterverein Reinsbronner Bühnenzinnober zu. Die Gruppe besteht seit 1983 und ging aus dem Jugendclub hervor. Der Neubau des Gemeindehauses wurde dazu genutzt, die alte Theatertradition im Ort wieder aufleben zu lassen. Eine Besonderheit ist, dass der Vorsitzende Arno Boas die Stücke selbst schreibt – mit einem Wechsel aus leichter und schwerer Kost. Im kommenden Jahr soll es um eine Erbschaft und die dazu gehörenden Familienstreitigkeiten gehen, so die Mitteilung weiter.

    Die Plätze vier bis sechs gingen an die Doredräwer Schäftersheim, die GewölbeGaukler Wertheim sowie die Theaterfreunde Schwabhausen. Die Doredräwer und die Theaterfreunde setzen bei ihren Aufführungen auf den heimischen Dialekt, die GewölbeGaukler im Kleinkunstverein Convenartis mehr auf Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit.

    Unterschiedliche Gruppen

    Die Städte und Gemeinden konnten im Vorfeld herausragende Theatergruppen benennen. Wichtig für die Bewerbung war, dass es sich bei den Schauspielern ausschließlich um Laien handelt, dass regelmäßig Aufführungen stattfinden und dass die Gruppe von einem qualifizierten Intendanten oder Regisseur geleitet wird.

    Die Bewerbungen wurden von einer Jury bewertet, die aus jeweils einer Vertreterin oder einem Vertreter jeder Fraktion des Kreistags bestand. „Schnell wurde klar, dass diese Laientheater sehr unterschiedlich sind. Deshalb einigten sich Jury und Landkreisverwaltung darauf, dass alle sechs Gruppen eine Urkunde sowie eine finanzielle Anerkennung in Höhe von insgesamt 5000 Euro erhalten“, erläuterte der Landrat. Die ersten drei Preisträger erhielten zudem eine Glas-Trophäe.

    Nicht nur Schauspieler wichtig

    Unter Laientheater werden Aufführungen durch nicht speziell ausgebildete und nicht bezahlte Darsteller verstanden, erklärte der Landrat weiter. Im Mittelpunkt stehe das Vergnügen an der künstlerischen Arbeit. „Nur durch den großen Zusammenhalt in den Vereinen ist es möglich, so viele ehrenamtliche Stunden zu leisten“, so Frank weiter. Nicht nur die Schauspieler seien wichtig, sondern auch die Bühnen- und Maskenbildner, die Souffleure oder die Helfer im Kartenvorverkauf, an der Garderobe und bei der Bewirtung.

    An die Laudatio des Landrats schlossen sich kurze Theaterbeiträge der ausgezeichneten Gruppen an.

    Bearbeitet von Anja Behringer

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