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    Tauberbischofsheim

    Main-Tauber-Kreis muss auf sinkende Einnahmen reagieren

    Der Main-Tauber-Kreis investiert in diesem Jahr unter anderem in den Neubau der Tauberbrücke in Markelsheim. Das Regierungspräsidium in Stuttgart genehmigte den Landkreis-Haushalt 2020. Foto: Thomas Weller

    Das Regierungspräsidium Stuttgart hat bestätigt, dass die Haushaltssatzung des Main-Tauber-Kreises für das Jahr 2020 gesetzmäßig sei, und erteilte alle erforderlichen Genehmigungen. Gleiches gilt für den Wirtschaftsplan des Abfallwirtschaftsbetriebs. Haushalt und Wirtschaftsplan hatte der Kreistag im Dezember beschlossen.

    Landrat Reinhard Frank freut sich laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes über die Anerkennung der Arbeit von Kreistag und Kreisverwaltung: "Das Regierungspräsidium bestätigt damit unseren Kurs einer soliden Finanzpolitik."

    Schuldenstand steigt um rund 19 Prozent

    Die Schwerpunkte bei den Investitionen lägen in diesem Jahr in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Straßen und öffentlicher Nahverkehr. Daneben investiere der Landkreis in die Breitbandversorgung, in den Umbau des Bursariats im Kloster Bronnbach, ins Berufliche Schulzentrum in Wertheim und in den Neubau der Tauberbrücke in Markelsheim.

    Für die geplanten Investitionen und Förderungsmaßnahmen beabsichtigt der Landkreis, Kredite in Höhe von 5,5 Millionen Euro aufzunehmen und liquide Eigenmittel in Höhe von rund 4,9 Millionen Euro einzusetzen. Der Schuldenstand des Main-Tauber-Kreises steigt durch die geplante Kreditaufnahme um rund 19 Prozent auf 22,4 Millionen Euro.

    Aufwendungen nehmen um fünf Prozent zu

    Der Landkreis rechnet in diesem Jahr mit ordentlichen Erträgen in Höhe von insgesamt 165,4 Millionen Euro. Bei den Aufwendungen wird im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg von rund fünf Prozent prognostiziert, und zwar auf 167,1 Millionen Euro.

    Laut Regierungspräsident Wolfgang Reimer ist die Finanzlage des Landkreises weiterhin in einem äußerst robusten und soliden Zustand. Er betonte, dass der Main-Tauber-Kreis im gesamten Finanzplanungszeitraum den Haushaltsausgleich erreichen und einen Zahlungsmittelüberschuss aus der laufenden Tätigkeit erwirtschaften werde.

    Landkreis muss liquide Eigenmittel aufbauen

    Reimer verwies besonders auf die möglichen Folgen der aktuellen Coronavirus-Situation für die Wirtschaft, durch die es 2020 und in den nächsten Jahren voraussichtlich zu sinkenden Einnahmen komme. Daher müsse der Main-Tauber-Kreis seine künftige Planung so gestalten, dass der Haushaltsausgleich dauerhaft erreicht werde.

    Reimer wies darauf hin, dass der Main-Tauber-Kreis in den kommenden Jahren mit Hilfe einer vorausschauenden und sparsamen Haushaltspolitik an einem Aufbau der liquiden Eigenmittel arbeiten müsse. Ein Schritt in diese Richtung sei die im Finanzplanungszeitraum geplante Anhebung des Kreisumlage-Hebesatzes ab 2021.

    Bearbeitet von Jürgen Sterzbach

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