• aktualisiert:

    Tauberbischofsheim

    Medizintechnik zum Anfassen beim Schülerprojekt

    Die Jungen Forscher, eine Kooperationsveranstaltung der Uni Würzburg mit dem MGG Foto: Ulrich Feuerstein

    Fitnesstracker, Herzschrittmacher oder Prothesen: Technische Anwendungen sind heutzutage aus dem Gesundheitsbereich nicht mehr wegzudenken. Und: Diese medizintechnischen Neuheiten sind spannend. Mit ihrem neuen MINT-Bildungsangebot „Zukunftsforscher – Technik für Gesundheit“ gibt die Initiative "Junge Forscherinnen und Forscher" (IJF) Einblicke in die Medizintechnik. Das Tolle daran: Schüler dürfen selbst Produkte entwickeln. Jetzt nahmen die Klassen 10a und 10c des Matthias-Grünewald-Gymnasiums daran teil.

    Die jungen Forscher sind eine gemeinnützige Initiative mit der Universität Würzburg als Partner. Seit 2010 engagieren sie sich für die nachhaltige Förderung von Kindern und Jugendlichen in der MINT-Bildung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Bei Schulbesuchen und Fortbildungen für Lehrer sowie verschiedenen Veranstaltungen begeisterten sie mit ihren Angeboten bisher mehr 90 000 Schüler und Lehrer in Bayern und Baden-Württemberg für Schlüsseltechnologien wie Bionik, Erneuerbare Energien, Leichtbau, Nanotechnologie oder Informationstechnologie.

    Realistisches Bild von Ausbildungsberufen

    Geleitet werden die Schulbesuche von jungen Studenten sowie Wissenschaftlern und Doktoranden der Natur- und Technikwissenschaften des IJF-Schulteams. Zudem werden Auszubildende oder Dual-Studenten von Partnerunternehmen eingebunden. Sie berichten aus erster Hand über ihre persönliche Motivation der Berufswahl und vermitteln ein realistisches Bild von MINT-Ausbildungsberufen.

    Beim Schulbesuch am Matthias-Grünewald-Gymnasium stand das Thema Medizintechnik auf dem Stundenplan. Die jungen MINT-Akademiker kamen mit einem interaktiven Vortrag, Experimenten zum Mitmachen und Technik zum Anfassen an die Schule. Die Zehntklässler erhielten einen spannenden Einblick in aktuelle medizintechnische Entwicklungen. Schüler und Jungakademiker forschten gemeinsam und setzten sich dabei intensiv mit modernen Technologien im Gesundheitssektor auseinander. Simulationsmodelle machten beispielsweise deutlich, welche Einschränkungen der menschliche Körper durch Krankheit und Alter erfährt.

    Fächerübergreifender Ansatz

    „Mit unseren Angeboten bringen wir zukunftsorientierte Möglichkeiten, die naturwissenschaftliche Fächer bieten, an Schulen“, erklärte Christoph Petschenka, Geschäftsführer der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher. Sebastian Link, MINT-Beauftragter am MGG, führte weiter aus: „Für uns ist das Projekt eine tolle Ergänzung, die es den Schülern ermöglicht, Schlüsseltechnologien im Anwendungsbezug zu erleben und mit Berufs- und Studienorientierung forschend-entdeckend zu lernen.“

    Link hob den fächerübergreifenden Ansatz des Schulbesuchs besonders hervor. Aspekte aus Biologie, Physik und Chemie seien mit sozialen, wirtschaftlichen und kreativ-handwerklichen Tätigkeiten verknüpft worden. „Auf diese Weise haben die Schüler einen umfassenden Einblick in die Thematik erhalten“, war er überzeugt.

    Forscher kommen im April wieder

    Der Schulbesuch kam bei den Zehntklässlern sehr gut an. Patrick Krug fand den Vortrag über Medizintechnik aufgrund der vielen Hintergrundinformationen sehr interessant. Tom Beuschlein und Rico Döhner gefiel es, hochentwickelte Geräte ausprobieren zu dürfen, mit denen man sonst nicht so viel zu tun hat. Thea Ploeger freute sich, bei diesen praktischen Übungen im Unterricht erworbene Kenntnisse anwenden zu können.

    Laura Glock war von einer Aufgabe besonders beeindruckt: „Nachdem ich verschiedene Brillen aufgesetzt habe, konnte ich besser nachvollziehen, wie schwer es vor allem ältere Menschen im Alltag haben.“ Finn Tomic lobte schließlich die Unterstützung durch die jungen Forscher: „Wenn Hilfe gebraucht wurde, war jemand da.“

    Die jungen Forscher kommen noch einmal im April an das Matthias-Grünewald-Gymnasium. Beim zweiten Besuch sind die Schüler gefordert, in Teams ihre eigenen Prototypen einer aktiven Handprothese zu entwerfen und zu bauen. Zusätzlich lernen sie kreative Methoden wie Design Thinking kennen.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!