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    Wertheim

    Mehrfach Kleidung gestohlen

    Nach zwei Diebstählen im Wertheim Village im Geschäft eines italienischen Modeherstellers, Verkaufspreis der entwendeten Kleidungsstücke 1110 Euro, verurteilte das Amtsgericht Wertheim ein Pärchen aus Neu-Isenburg.

    Der Mann, 52 Jahre, erhielt eine Strafe von neun Monaten, die gegen Zahlung von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Lebensgefährtin, 47 Jahre, bekam eine Strafe von 120 Mal 15 Euro. 

    Sicherungsetiketten entdeckt

    Die Taten ereigneten sich im April 2018 – zunächst der Mann allein – und im September 2018, dann von beiden durchgeführt. Der Schaden wurde festgestellt, als man in den Taschen von Kleidungsstücken Sicherungsetiketten anderer Kleidung entdeckte und diese fehlte. Aufzeichnungen der Überwachungskamera und Beobachtungen des Filialleiters belegen, dass mehr Kleidungsstücke mit in die Umkleide genommen wurden, als zurückgehängt wurden.

    Die Kabinen sind nach drei Seiten bis zur Decke gemauert. Das erlaube die Schlussfolgerung, dass, wer Kleidung, die hinterher fehlt, hinein aber nicht herausbringt, diese am Körper aus Kabine und Laden geschafft haben muss. Kein anderer habe in der Zwischenzeit die Kabine benutzt, so der Filialleiter.

    Geschäft verlassen

    Am Samstag vor Weihnachten 2018 erschien der Angeklagte mit einem Mann im Laden und interessierte sich für Skijacken. Der Filialleiter hatte den Beschuldigten in Verdacht und sprach die beiden an, ob alles in Ordnung sei. Diese verließen das Geschäft, ohne etwas zu kaufen. Der Filialleiter bemerkte, dass an einer Jacke das Sicherungsetikett entfernt war.

    Am Dienstag darauf war der Angeklagte mit der Beschuldigten da, vermutlich, um die entsicherter Skijacke abzuholen. Der Filialleiter alarmierte den Sicherheitsdienst, und auf dem Parkplatz nahm die Polizei die beiden fest.

    Nicht direkt beobachtet

    In der Verhandlung bestritt der Angeklagte äußerlich ruhig, etwas gestohlen zu haben. Die Frau wurde emotional und beteuerte gegenüber Gericht und Staatsanwalt ihre Unschuld. Sie sei auch bereit zu schwören. Den Filialleiter fauchte sie an, warum er sie ungerechtfertigt belaste. Sie habe die Blusen nur anprobiert aber nichts entwendet.

    Der Mann ist wegen Diebstahls vorbestraft, 2011 in Mannheim und 2016 in Darmstadt. 2019 erhielten beide wegen Diebstahls von Kleidung Geldstrafen.

    Im jetzigen Fall sagte die Richterin, dass zwar niemand den Diebstahl an sich beobachtet habe, die Schlussfolgerungen jedoch nachvollziehbar seien. Für die Aussetzung der Strafe zur Bewährung habe sie sich entschieden, weil das nach einer Geldstrafe üblich sei, nicht aus Überzeugung, dass der Mann künftig keine Straftaten begehe. Bei der Frau wäre eine Bewährungsstrafe möglich gewesen, die Staatsanwaltschaft habe jedoch nur eine Geldstrafe beantragt.

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