• aktualisiert:

    Wertheim

    Ölfarben, Garn und Stahl: Auftakt zum Kunstsommer Burg Wertheim

    Sónia Anicetos Gemälde "l'initiation" bekommen Besucher in der Ausstellung "Verwoben" zu sehen. Foto: Galerie Schöber

    Zwei Kreative - wie sie unterschiedlicher und klischeehafter nicht sein könnten: Sónia Aniceto (*1976 in Lissabon), die - ihren portugiesischen Wurzeln folgend - moderne Malerei mit Stoffen und Garnen verbindet und Sebastian Wien (*1962 in Kirspe/Sauerland), der - seinem Maschinenbaustudium folgend - metallische Kugel- und Ellipsenformen zerlegt und zu neuen Objekten kombiniert. Sowohl die jeweils verwendete Materialien als auch die Verarbeitungsweisen weisen auf eine klare Rollenverteilung zwischen Frau und Mann hin. Auf der einen Seite eine eher assoziative, auf der anderen Seite eine planerische Vorgehensweise, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Zur Eröffnung des Kunstsommers auf Burg Wertheim am 30. Juni um 11.30 Uhr zeigen beide Künstler gemeinsam ihre Werke. Die Kunstausstellung ist bis zum 28. Juli für Besucher geöffnet.

    Gegensätzliche Welten treffen aufeinander

    Seine "Variation II" zeigt Sebastian Wien ab 30. Juni in Wertheim. Foto: Galerie Schöber

    Sebastian Wien arbeitet mit großen Stahlplatten und bauchigen Grundformen, die er durch punktuelles Verschweißen zu neuen plastischen Objekten zusammenfügt. Die metallische Oberfläche, die ohnehin schon durch die Schweißarbeiten optische Veränderungen erfahren hat, wird von dem Künstler mit Säure behandelt. Dies führt zu einer beschleunigten Rostbildung, die eine malerische, grafische Qualität aufweist, die Einzelsegmente optisch miteinander abgleicht und einer Art Schutzschicht gleichkommt.

    Ähnlich verhält es sich bei Sónia Aniceto, heißt es weiter in der Mitteilung. In die scheinbar schon fertige Malerei werden - nachdem die Leinwand vom Keilrahmen abgespannt ist - per Nähmaschine oder per Hand mit Garnen farbige Flächen, Konturen und Linien eingebracht, die die Malerei dynamisieren. Die malerische Oberfläche erhält eine Art schützende Oberfläche.

    Das hohe handwerkliche Können beider Künstler versöhnt die scheinbar gegensätzlichen Welten von Sónia Aniceto und Sebastian Wien. Pigment, Stoff, Garn und Metall, Säure, Rost verbinden sich zur ersten Ausstellung "Verwoben" des Kunstsommers auf Burg Wertheim.

    "Textile bodies" ist ein Werk von Sónia Aniceto aus dem Jahr 2017. Foto: Galerie Schöber

    Bearbeitet von Anna-Lena Behnke

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!