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    Tauberbischofsheim

    Seit 150 Jahren fährt die Tauberbahn

    Der Bahnhof Lauda im Jahr 1909. Foto: Sammlung Uwe Büttner

    Vor 150 Jahren wurden die letzten Streckenabschnitte der Tauberbahn Lauda-Bad Mergentheim-Crailsheim für den Verkehr freigegeben. Im Kreisgebiet entstanden 1869 die Bahnstationen Unterbalbach (1869 bis 1984), Edelfingen, Mergentheim, Igersheim. Markelsheim, Weikersheim, Laudenbach und Niederstetten sowie zahlreiche Bahnwartstationen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Bahnstationen der Tauberbahn modernisiert – die Weichen für die Zukunft der Verkehrsader in der Region sind gestellt.

    Am 18. Oktober 1869 fuhr ein Sonderzug von Stuttgart mit den Festteilnehmern zum Festakt nach Königshofen. Alle Stationen entlang der Strecke waren festlich geschmückt. Um 11 Uhr badischer Zeit traf dieser an der ersten Station der neuen Stationen der Tauberbahn Abschnitt Königshofen – Mergentheim ein. Die Güterhalle des Bahnhofs Königshofen war prachtvoll zu einem Festsaal geschmückt. Hier gab die Großherzogliche Regierung ihren Gästen ein Frühstücksgedeck. Nach einem Toast auf den badischen Ministerpräsidenten von Dusch sowie die bayerischen und württembergischen Gäste endeten die Festlichkeiten und der Sonderzug setzte seine Fahrt nach kurzen Aufenthalten in Unterbalbach und Edelfingen fort.

    Schaffner bei Unfall verletzt

    Um 12 Uhr mittags traf dieser unter Böllerschüssen in Mergentheim ein. Der Bahnhof war prachtvoll in den Farben der drei beteiligten deutschen Staaten Baden (rot-gelb), Bayern (blau-weiß) und Württemberg (schwarz-rot) dekoriert. Auf dem Bahnhof wurden die Gäste von einem Festkomitee, den staatlichen und städtischen Behörden und den Festdamen mit musikalischen Klängen begrüßt. Auf dem Bahnsteig waren lange Tafeln mit Tauberwein der Jahrgänge 1865 und 1869, Speisen und Trauben aufgestellt.

    Nach einer Stunde Aufenthalt fuhr der Zug weiter Richtung Igersheim. Durch einen Unfall, bei dem ein Schaffner schwer verletzt wurde, kam der Zug mit über einer Stunde Verspätung in Crailsheim an. Hier warteten bereits die bayerischen Gäste mit Handelsminister Schlör, Legationsrat Maier und zahlreichen Vertretern der beteiligten Staatseisenbahnen von Baden, Württemberg und Bayern. Auch hier wurde den Ehrengästen Wein und Speisen kredenzt.

    Der Bahnhof Niederstetten im Jahre 1910 – hier wird zurzeit das neue Zentralstellwerk der Tauberbahn gebaut. Foto: Sammlung Uwe Büttner

    Nach der Ankunft aller Gäste in Mergentheim wurde der Festzug in die Stadt durch ein Spalier mit Fackeln angetreten. Die Königlich Württembergische Regierung hatte im Reithaus des Schlosses ein Festmahl hergerichtet. Die Wände waren mit Wappenschildern württembergischer Städte sowie Fahnen und Flaggen der drei Länder geschmückt.

    Ein Hoch auf den König

    Minister Varnbüler begrüßte die Gäste der am Bahnbau beteiligten Staaten. Nach einem Hoch auf König Ludwig II. von Bayern und Großherzog Friedrich I. von Baden verlas Freiherr von Varnbüler ein Telegramm von König Karl von Württemberg, der der neuen Bahn alles Glück und seinen Segen wünschte. Es folgten zahlreiche Reden der am Bahnbau beteiligten Parteien. Kreisgerichtsrat Huber aus Heilbronn lobte die von der Stadt Mergentheim ausgerichtete Festveranstaltung. Abends um 10 Uhr fuhr der Sonderzug mit den Gästen zurück nach Stuttgart.

    Der Bahnhof Mergentheim mit badischem und württembergischem Personal im Jahr 1910 war damals Grenzbahnhof. Foto: Sammlung Uwe Büttner

    Am 19.Oktober folgte ein Gegenbesuch der Mergentheimer in Crailsheim. Am 23. Oktober 1869 wurden dann die beiden Streckenabschnitte Königshofen – Mergentheim und Crailsheim – Mergentheim für den Verkehr freigegeben. Von da an war das komplette Taubertal mit Anschlüssen an das damalige Bahnnetz nach Karlsruhe, Stuttgart und Würzburg fertiggestellt. In den Folgejahren wurden noch weitere Bahnstationen zwischen Mergentheim und Crailsheim eröffnet.

    Die Weichen für die Zukunft der Tauberbahn sind gestellt. Seit 2010 wurden zahlreiche Bahnstationen modernisiert: Gamburg (2010), Wertheim (2010-2012), Lauda (2014-2015), Tauberbischofsheim (2014), Bronnbach (2016), Reicholzheim, Niklashausen und Laudenbach (2017), Distelhausen (2018) und Igersheim (2019). Der Umbau weiterer Stationen erfolgt in den kommenden Jahren. In Bad Mergentheim wurde in diesem Jahr eine Zugmeldestelle eingerichtet, im Bahnhof Niederstetten entsteht zurzeit ein modernes Zentralstellwerk der Tauberbahn.

    Am Bahnhof Crailsheim war die Endstation der Tauberbahn mit Personal im Jahr 1905. Foto: Sammlung Uwe Büttner

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