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    BAD MERGENTHEIM

    Sopran und Orgel mit großem Klangspektrum

    Gut besucht war ein künstlerisch hochkarätiges Benefizkonzert in der Marienkirche zugunsten der seit langem überfälligen Restaurierung der Orgel im Johannesmünster. Geladen hatten der Mergentheimer Rotary-Club und die Kirchengemeinde St.Johannes. Musikalisch gestaltet wurde das Ereignis von der Sopranistin Sieglinde Zehetbauer, die zu diesem Anlass von Hans Orterer an der Späth-Orgel der Marienkirche begleitet wurde.

    Orterer, ehemaliges Mitglied der Regensburger Domspatzen, hat sich Verdienste vor allem in seinen Jahren als Leiter verschiedener Heeresmusikkorps erworben. Die aus Oberbayern stammende Sieglinde Zehetbauer ist gelernte Kirchenmusikerin und Organistin und hat sich seit Beginn ihrer freien Tätigkeit (2005) als Opern- Oratorien- Konzert- und Liedsängerin einen Namen gemacht.

    Ihr Auftritt in einem gut einstündigen Programm bestehend vorwiegend aus bekannten Stücken katholischer Sakralmusik, darunter allein passend zum Ort der Veranstaltung sechs „Ave Maria“-Vertonungen aus verschiedenen Epochen, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.

    Dabei mag der romantisch-bodenständige, Klangcharakter der 1903 gebauten Späth-Orgel besonders vielen älteren Zuhörern noch von Kindheit her vertraut gewesen sein.

    Beim Konzert bildete er die dezente Folie, vor der sich Zehetbauers außergewöhnlich facettenreiche und klangschöne Stimme entfalten konnte.

    Dass die Sängerin auch im Opern- und Oratorienfach zu Hause ist zeigte sie im dramatisch grundierten Gebet der Desdemona und mit filigraner Ziselierung in Luigi Cherubinis empfindsam-arioser Vertonung, wo die Orgel das begleitende Englischhorn vertrat.

    Naturgemäß musste bei diesem von Rotarier Gottfried Müller organisierten Benefizkonzert auch die von Orterer gespielte Orgel in der Marienkirche zu ihrem Recht kommen. In ihrer Begleitfunktion hielt sie sich wacker, auch wenn sie zuweilen an ihre Grenzen kam, bedingt wohl auch durch hohe Luftfeuchtigkeit auf der Empore.

    Ihre eigentümlichen Reize, vor allem Reichtum und Wärme des Klangspektrums konnte man am Beispiel zweier bekannter Solonummern von Bach, dem Largo BWV 1056 und dem Choralvorspiel „Wachet auf“ in Hans Orterers abgeklärter Interpretation erleben.

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