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    WERTHEIM

    Aus dem Gericht: Streit am Spielautomaten

    Bei einem nächtlichen Streit dreier Betrunkener in einer Wertheimer Bar schlug einer der Beteiligten einem anderen einen Barhocker über Hinterkopf und Rücken. Dafür musste er sich nun vor Gericht verantworten.

    Ausgangspunkt der Auseinandersetzung war die Frage gewesen, wer zuletzt Geld in einen Spielautomaten in der Bar geworfen hatte. Acht Euro, hieß es vor Gericht, hätte ein 53-Jähriger in das Glücksspiel investiert, als er plötzlich von hinten von dem Automaten weggezogen wurde. Er wehrte sich noch verbal und mit Schlägen gegen den Übeltäter, der dabei leicht verletzt wurde.

    Mit dem Barhocker zugeschlagen

    Während der Auseinandersetzung eilte ein 27-jähriger Bekannter des Wegziehenden herbei – alarmiert durch das Geschrei der Kontrahenten. Er sah seinen Kumpanen am Boden liegen – nach eigenen Angaben sei dieser bewusstlos gewesen – und schlug auf dessen vermeintlichen Angreifer mit einem Barhocker ein.

    Die beide Verletzten trafen sich schließlich im Krankenhaus Wertheim wieder. Der Arzt attestierte dem mit dem Hocker geschlagenen ein Schädelhirn- und ein Halswirbelschleudertrauma. Seinem Kontrahenten verordnete er eine Halskrause. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Wertheim den 27-jährigen Täter zu einer Strafe von 60 Tagessätzen je 30 Euro.

    Eingeschränkte Schuldfähigkeit

    Der Industriemechaniker kam damit glimpflich davon, denn die Mindeststrafe beträgt sechs Monate oder 180 Tagessätze. Die Richterin ging wegen der Alkoholisierung zu seinen Gunsten von eingeschränkter Schuldfähigkeit aus und reduzierte die Strafe.

    Die Staatsanwaltschaft betonte, dass keine Nothilfesituation bestanden hätte. Sie beantragte die Mindeststrafe von sechs Monaten, die gegen 1000 Euro Buße zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Der Verteidiger ging von Nothilfe aus und beantragte Freispruch.

    Das Gericht sprach von einer „normalen Wirtshausschlägerei“. Durch den Einsatz des Hockers sei das Ganze jedoch ausgeartet. Vermutlich sei der Angeklagte über sein Tun selbst erschrocken gewesen – denn er habe selbst den Krankenwagen bestellt.

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