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    Tauberbischofsheim

    Sporthalle statt Zelt: Neues Abstrichzentrum geht in Betrieb

    Das Personal im Abstrichzentrum arbeitet mit vollständiger Schutzausrüstung (Symbolbild).
    Das Personal im Abstrichzentrum arbeitet mit vollständiger Schutzausrüstung (Symbolbild). Foto: Sebastian Gollnow

    Wie das Landratsamt Main-Tauber-Kreis mitteilt, wird am Montag, 6. April, das neue zentrale Abstrichzentrum für den Landkreis seinen Betrieb aufnehmen - und zwar in der Sporthalle der ehemaligen Kaserne auf dem Laurentiusberg in Tauberbischofsheim. Es wird vom bisherigen Standort neben dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim in die Kreisstadt verlagert.

    Abstriche werden auch am neuen Standort nur bei begründeten Verdachtsfällen vorgenommen, die telefonisch über den Hausarzt angemeldet wurden und mit entsprechender Indikation zur Testung einen Termin zur Untersuchung erhalten haben, heißt es in der Pressemitteilung. Alle Personen, die unangemeldet beim zentralen Abstrichzentrum erscheinen, müssten abgewiesen werden.

    Zentrum zieht von Zelt und Container in festes Gebäude um

    Am Freitagmittag hat Landrat Reinhard Frank sich vor Ort gemeinsam mit Bürgermeisterin Anette Schmidt sowie Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und des Deutschen Roten Kreuzes über die Einrichtung des neuen Abstrichzentrums informiert. Er würdigte die "großartige und hochprofessionelle Zusammenarbeit" aller Beteiligten in den vergangenen Wochen.

    Das Rote Kreuz hatte Mitte März in kürzester Zeit das Abstrichzentrum in Zelten und einem Container beim Caritas-Krankenhaus eingerichtet. Nun wurde in der Mitte des Landkreises ein "festes Gebäude, vor Wind und Wetter geschützt, mit hervorragender Infrastruktur" gefunden, erklärte der Landrat. Wiederum war das Rote Kreuz, gemeinsam mit einem externen Unternehmen, am Aufbau beteiligt.

    Ablauf der Test ist genau durchgeplant

    Franz Hoch, als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung, schilderte den Ablauf vor Ort. Oberstes Ziel sei eine professionelle Lenkung der Besucher. Patienten mit Termin sollten mit dem Pkw auf den abgegrenzten Parkplatz einfahren. Es wird bereits bei der Terminzuweisung dringend darauf hingewiesen, dass von einer Anreise mit dem ÖPNV abgesehen werden muss. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert die Einfahrt aufs Gelände. Der Parkplatz darf nur von Patienten während der Dauer des Besuchs sowie vom Personal des Abstrichzentrums genutzt werden.

    Anschließend sollten die Patienten vom Parkplatz zügig in die Sporthalle gehen, die als Wartebereich dient. Dort werden sie mit großem Abstand voneinander platziert und nacheinander per Rufanlage in den Abstrichraum gebeten. Dieser wurde durch eine Zwischenwand geteilt. Der Patient gibt am Schalter-Fenster die Versichertenkarte ab, die desinfiziert und eingelesen wird. Anhand der Daten auf der Versichertenkarte wird ein Barcode ausgedruckt und auf das Abstrichröhrchen geklebt. Dann geht der Patient zum Arzt, wo dieser einen Nasen-Rachen-Abstrich durchführt. Der Patient verlässt das Gebäude durch einen separaten Ausgang, so dass jeglicher Kontakt zu anderen Verdachtsfällen auf ein Minimum reduziert ist.

    Keine zusätzliche Infektionsgefahr für Bewohner und Unternehmen

    Das Personal im Abstrichzentrum arbeitet mit vollständiger Schutzausrüstung. Für die Bewohner und Unternehmen auf dem Laurentiusberg bestünde keine zusätzliche Infektionsgefahr durch den Betrieb der Einrichtung, heißt es in der Mitteilung weiter. Bei der Terminzuweisung würde bereits darauf geachtet, dass keine Ansammlungen vieler Patienten entstehen können.

    Die Einrichtung des Abstrichzentrums wurde durch Kreisbrandmeister Alfred Wirsching und seinen designierten Nachfolger Andreas Geyer koordiniert. Die Kassenärztliche Vereinigung wird weiter den Betrieb unterstützen und insbesondere ärztliches Personal sowie medizinische Fachkräfte stellen. "Behörden, Hilfsorganisationen und Ärzte ziehen hier gemeinsam an einem Strang", sagen Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona und Sozialdezernentin Elisabeth Krug.

    Auch im neuen Abstrichzentrum werden ausschließlich Patienten untersucht, bei denen nach Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI) der begründete Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Personen, die befürchten, sich infiziert zu haben, müssen erst telefonisch Rücksprache mit ihrem Hausarzt halten. Liegt nach Einschätzung der Ärzte ein begründeter Verdachtsfall vor, melden sie dies dem Gesundheitsamt. Dieses weist einen Termin zur Beprobung zu und teilt dem Patienten mit, wie die weiteren Schritte aussehen sollen.

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    Bearbeitet von Catharina Hettiger

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