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    Grünsfeld

    Stellvertreterwahl der Grünbachgruppe verschoben

    Im Wasserwerk Dittigheim des wvmt laufen die Rohwasser verschiedener Kommunen zusammen, unter anderem auch das Wasser aus Grünsfeld-Hausen. Foto: Matthias Ernst

    Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert wurde für die nächsten fünf Jahre im Amt als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes Grünbachgruppe von der Vertreterversammlung bestätigt. Die Wahl seiner Stellvertreter wurde allerdings mit einem Antrag zur Geschäftsordnung nicht durchgeführt. Vorausgegangen war eine teils heftige Diskussion. Hintergrund ist der Rückzug von Großrinderfelds Bürgermeisterin Anette Schmidt, die ab 1. September Bürgermeisterin von Tauberbischofsheim wird, aus dem Gremium. Laut Tagesordnung sollte Wittighausens Bürgermeister Marcus Wessels zum ersten Stellvertreter gewählt werden und bei einer Nachwahl der neue Bürgermeister von Großrinderfeld als zweiter Stellvertreter. Das war auch das imperative Mandat der Verbandsvertreter aus Grünsfeld und Wittighausen. Nur Großrinderfeld hatte sich in der betreffenden Gemeinderatssitzung gegen die Wahl von Wessels ausgesprochen. Doch kurz vor der Verbandssitzung hatten sich Markert und Schmidt scheinbar darauf verständigt, die Wahl der Stellvertreter zu verschieben; bis eben nach der Bürgermeisterwahl in Großrinderfeld. Nach Grünsfeld ist Großrinderfeld zweithöchster Abnehmer von Trinkwasser aus der Grünbachgruppe, Wittighausen nimmt am wenigsten Wasser ab.

    Dieses Vorgehen sorgte für einige Verstimmung und vor allem bei den neuen Mitgliedern der Verbandsversammlung bestand Klärungsbedarf. Sie wollten von Markert wissen, ob der Antrag zur Geschäftsordnung überhaupt möglich sei, da man ja im Gemeinderat anders abgestimmt hatte.

    Die "kurzfristige Absprache" überraschte Marcus Wessels und seinen Verbandskollegen Michael Schinnagel sehr. Für ihn mache es überhaupt keinen Unterschied, ob man jetzt entscheide oder erst nach der Bürgermeisterwahl in Großrinderfeld. Soll so lange vertagt werden, bis einem das Ergebnis gefalle? "Da habe ich ein anderes demokratisches Verständnis", war er mehr als erbost. Er fühle sich in Zeiten zurückversetzt, in denen man aus Prinzip dagegen gewesen sei. Dahin wolle man nicht mehr zurückfallen, versicherte ihm Markert. Bei zwei Gegenstimmen aus Wittighausen wurde der Punkt schließlich vertagt. Die nächste Sitzung wird Anfang nächsten Jahres stattfinden. Bis dahin bleibt auch der Beschluss zur Stellvertreterwahl in Kraft. Um den zu ändern, bedarf es eines neuen Gemeinderatsbeschlusses.

    Nach den Formalien verabschiedete Verbandsvorsitzender Joachim Markert anschließend Anette Schmidt aus der Grünbachgruppe. Anschließend berichtete der seit April tätige Geschäftsführer Klaus Seidenspinner von der aktuellen Lage beim wvmt. Aktuell werden gut 20 000 Bürger im Versorgungsgebiet schon mit Wasser aus dem Wasserwerk in Dittigheim versorgt. Die Reinwasserlieferung liege derzeit bei rund 100 000 Kubikmeter im Monat. Um diesen Wasserbedarf dauerhaft zu decken, würden auch die Quellen aus Grünsfeld-Hausen, neben Dittwar und Lauda, genutzt. Um die Versorgung der Grünbachgruppe zu sichern, seien drei Pumpen im abwechslenden Betrieb. Eine dient der Wasserlieferung an den Übergabepunkt Grünsfeld-Hausen, eine ist immer Reserve und eine ist vorhanden, falls die Firma Refresco in Grünsfeld Wasser aus dem Verband beziehen müsse. Normalerweise bekommt die Firma ihr Rohwasser aus Grünsfeld-Hausen aus einem extra Brunnen.

    Probleme gebe es immer noch bei der Förderung der Gesamtmaßnahme. Die Fördergelder "tröpfeln" nur langsam ein, so Seidenspinner. Die nächsten Arbeiten sind der Leitungsausbau in Tauberbischofsheim bis zur dortigen Kläranlage und der Abschnitt "Lauda Nord" bis "Lauda Süd" Richtung Königshofen zu entsprechenden Hochbehältern, die dann als Übergabepunkte in die Ortsnetze dienen.

    Die Vertreterversammlung der Grünbachgruppe genehmigte die Aufnahme eines Darlehens von 350 000 Euro einstimmig. Das Geld wird laut Verbandsrechner Manfred Maag zur Finanzierung der Eigenmaßnahmen im Zuge der Roh- und Reinwassermaßnahmen mit dem wvmt benötigt. Finanziert werden sollen damit Förderleitungen vom Hochbehälter Hömberg zum Hochbehälter Lai, die im Zuge der Erschließung des Baugebiets Höhri II verlegt werden. Zudem steht der Umbau im Pumpwerk Grünsfeld-Hausen an. Das Darlehen bei der KfW hat eine Laufzeit von 20 Jahren, der Zinssatz liegt tagesaktuell zwischen 0,39 und 0,57 Prozent. Um den neuen Mitgliedern des Verbandes einen Einblick in die Arbeit des Wasserverbundes zu geben, ist im neuen Jahr eine Betriebsbesichtigung im Wasserwerk in Dittigheim und im Versorgungsgebiet geplant.

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