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    Wertheim

    Strafe und Fahrverbot für Autobahndrängler bei Wertheim

    Wegen Nötigung im Straßenverkehr hat das Amtsgericht Wertheim einen 42-Jährigen zu einer Strafe von 20 Mal 20 Euro verurteilt und mit einem Fahrverbot von einem Monat belegt.

    Auf der Autobahn auf Höhe des Wertheimer Ortsteils Bettingen fuhr am Ostermontag vergangenen Jahres der selbständig im Messebau tätige Mann aus Berlin so dicht auf ein vorausfahrendes Auto auf, dass die Scheinwerfer seines Fahrzeugs, ein BMW, im Rückspiegel für den Vordermann nicht mehr zu sehen waren. Die damit verbundene Forderung, Platz auf dem Fahrstreifen zu machen, betonte er, indem er die Lichthupe und den linken Blinker betätigte.

    Extrem schnell aufgefahren

    Der Vorfall ereignete sich auf der Autobahn A 3 in Richtung Frankfurt. Der Geschädigte, ein Bankangestellter aus dem Raum Frankfurt, war mit einer Geschwindigkeit von "160 Stundenkilometer" auf der dritten Spur unterwegs. Es habe für ihn zunächst keine Möglichkeit bestanden, auf die mittlere Spur zu wechseln.

    Der BMW sei von hinten extrem schnell und etwa für 15 Sekunden ganz dicht aufgefahren. Der Geschädigte las das Kennzeichen ab und seine Frau notierte es. Der Angeklagte räumte in der Verhandlung zwar ein, dass er den BMW fuhr, bestritt aber den Vorwurf. Seine Verteidigerin versuchte vergeblich, die Glaubwürdigkeit seines Gegenüber zu erschüttern.

    Vor Gericht kein Unbekannter

    Zwischen 1995 und 2007 war der Angeklagter ein erheblich Krimineller: Elf Verurteilungen vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten weist das Bundeszentralregister auf: Diebstahl, Diebstahl in einem besonders schweren Fall, räuberische Erpressung, schwerer Raub. Insgesamt musste der Beschuldigte bereits ein bis zwei Jahre absitzen.

    Im aktuellen Fall sprach sich die Staatsanwaltschaft für eine Verurteilung aus, die Verteidigerin dagegen für einen Freispruch. Der Zeuge habe knapp ausgeschert und ihren Mandanten gezwungen, stark abzubremsen.

    Das Gericht bemühte die Plausibilität. Warum sollte jemand Zeit opfern und ungerechtfertigt eine unbekannte Person anzeigen? Es komme oft vor, dass sich Zeugenaussagen unterscheiden. Die Strafe falle niedrig aus, da "kein Schaden fürs Leben" entstanden sei.

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