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    Wertheim

    Streitigkeiten zwischen Nachbarn landen vor Gericht

    Zwischen zwei Nachbarn in Wertheim gab es seit längerer Zeit Streitigkeiten. Im Februar 2018 machte einer bei der Polizei Anzeige, der andere sei ihm mit dem Auto über den Fuß gefahren. Die Polizei ermittelte wegen Körperverletzung und kam zum Ergebnis, dass der Vorwurf der Grundlage entbehrt.

    Verhältnis beruhigen

    Die Staatsanwaltschaft wollte das Verhältnis der Kontrahenten beruhigen und bot einen Mediator als Vermittler für einen "Täter-Opfer-Ausgleich" (TOA) an, doch die Beteiligten stimmten nicht zu.

    Daraufhin beantragte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung mit einer Geldstrafe. Nach Unterzeichnung durch die Richterin beim Amtsgericht Wertheim ging der Strafbefehl an den Nachbarn. Dieser legte Einspruch ein.

    So kam es zur Verhandlung mit dem 36-jährigen Angeklagten und fünf Zeugen. Nun machte die Richterin den Versuch, die in der Vergangenheit offene und jetzt noch latent vorhandene "aufgeheizte Situation" durch einen TOA, das heißt mit Gesprächen, in den Griff zu bekommen.

    Der Staatsanwalt nannte das eine sich anbietende Lösung, weil die Beteiligten weiterhin Nachbarn sind und eine Bestrafung des einen das Verhältnis in der Regel nicht bessere.

    Wochen bis Monate

    Der Nachbar, der zu Unrecht wegen Körperverletzung angezeigt worden war, stimmte nach Beratung mit seiner Familie zu, so auch der Angeklagte. Die Gespräche zum TOA können sich über Wochen oder Monate hinziehen. Der Staat betreibt den Aufwand, um Streitigkeiten friedlich zu bewältigen.

    Die Richterin stellte das Strafverfahren vorläufig ein. Wenn die Beteiligten bei den Gesprächen zum TOA keine Einigung erzielen, wird das Strafverfahren wieder aufgenommen.

    Auch beim Gelingen ist eine Geldbuße möglich, denn durch die falsche Verdächtigung wurde auch der Staat "geschädigt", so Staatsanwalt und Gericht.

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