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    Tauberbischofsheim

    Theater unter freiem Himmel: "Don Camillo und Peppone"

    Die Badische Landebühne zeigt "Don Camillo und Peppone" am Montag, 17. Juni als Freilichtaufführung auf dem Schlossplatz in Tauberbischofsheim. Foto: Peter Empl

    Am Montag, 17. Juni zeigt die Badische Landesbühne  „Don Camillo und Peppone“ nach Giovannino Guareschi als Freilichtaufführung auf dem Schlossplatz in Tauberbischofsheim, kündigt das Theater in einer Pressemitteilung an. Vorstellungsbeginn ist 20.30 Uhr.

    In einem Dorf in der italienischen Po-Ebene setzt sich die politische Großwetterlage im Kleinen fort. Die Anhänger der Kommunistischen Partei, angeführt von Parteisekretär Peppone, stehen den konservativen Katholiken gegenüber, unter ihnen der Großgrundbesitzer Pasotti und der Priester Don Camillo. An handfesten Auseinandersetzungen herrscht kein Mangel. Die Lage spitzt sich zu, als Peppone zum Bürgermeister gewählt wird und den Generalstreik ausruft. Zudem verliebt sich Pasottis Tochter Gina in den glühenden Kommunisten Mariolino. Don Camillo hat also einiges zu tun, seine Schäfchen im Zaum zu halten.

    Beliebte Komödie

    Der Journalist, Zeichner und Schriftsteller Giovannino Guareschi (1908-1968) gründete im Nachkriegs-Italien ein Satireblatt, in dem die ersten Geschichten über den rauflustigen Priester Don Camillo und den proletarischen Parteiführer Peppone erschienen. Der große Erfolg der ersten Erzählungen brachte den Verleger Angelo Rizzoli dazu, sie in Serie erscheinen zu lassen und sie schließlich gesammelt als Buch zu veröffentlichen. „Mondo piccolo“ – „Kleine Welt“ lautete der Titel der italienischen Ausgabe. 1950 erschien „Don Camillo und Peppone“ in Deutschland und war nicht nur dort – entgegen den Erwartungen des Autors Guareschi – ein großer Erfolg. Noch größere Popularität erlangte der Stoff durch die Verfilmungen mit dem Franzosen Fernandel und dem Italiener Gino Cervi.

    Die Inszenierung

    Für die Badische Landesbühne inszeniert Arne Retzlaff Guareschis Don-Camillo-Erzählungen in der Bühnenfassung von Gerold Theobalt. Den Regisseur fasziniert der Blick auf diese kleine Welt mit ihrem politischen Grundkonflikt. In seiner Inszenierung werde die Bühne zu einem umkämpften Raum, den die beiden konkurrierenden Parteien in Demonstrationen, Prozessionen und Kundgebungen besetzen wollen, heißt es in der Pressemitteilung. In ihrer klaren politischen Grundanlage entspreche die kleine Welt zwar überhaupt nicht der heutigen Wahrnehmung von Politik, in der eindeutige Interessen, Machtmechanismen und klare Verantwortlichkeiten immer schwerer auszumachen seien. Kommunisten gegen Katholiken, Arm gegen Reich, Alt gegen Jung – trotz dieser elementaren Gegensätze stehe in den Don-Camillo-Geschichten aber am Ende immer die Versöhnung. Hier spielten auch der Glaube und natürlich die Figur des Jesus, als Versöhner des irdischen Lebens – wenn auch mit viel Augenzwinkern dargestellt –, eine wichtige Rolle.

    Wichtig sind Retzlaff natürlich die Figuren. Sie seien genauso schrullig und im wahrsten Sinne des Wortes handfest wie liebenswert und sympathisch. Das gelte insbesondere für die beiden Hauptfiguren, die sich gewissermaßen spiegelbildlich gegenüberstünden: Don Camillo ein sozialistischer Priester, Peppone ein gläubiger Kommunist. Aber auch der Liebesgeschichte zwischen Gina und Mariolino, der Tochter des Großgrundbesitzers und dem Sohn eines verarmten Bauern, will Retzlaff angemessenen Platz in seiner Inszenierung einräumen. Wie mit der Liebe werden mit Geburt und Tod – oder den Sakramenten Taufe, Hochzeit, Beichte – existenzielle Punkte des menschlichen Lebenszyklus’ thematisiert. Ein Aspekt, der zum volkstümlichen Charakter der Erzählungen aus der kleinen Welt beitrage.

    Bei schlechter Witterung wird die Aufführung in die Stadthalle verlegt.

    Kartenvorverkauf: Schwarz auf Weiss Buchhandel, Tel.: (09341) 7768, E-Mail: schwarzaufweiss@tauberbuch.de

    "Don Camillo und Peppone" ist ein Stück der elementaren Gegensätze – Kommunisten gegen Katholiken, Arm gegen Reich, Alt gegen Jung.  Foto: Peter Empl
    An handfesten Auseinandersetzungen mangelt es der Komödie um den rauflustigen Priester Don Camillo nicht. Foto: Peter Empl

    Bearbeitet von Anna-Lena Behnke

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