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    Wertheim

    Unfallflucht: Lkw-Fahrer muss Führerschein abgeben

    Welche Folgen es haben kann, nach einem Unfall einfach weiter zu fahren, musste beim Amtsgericht Wertheim ein Berufskraftfahrer aus Thüringen erfahren. Er hattte mit seinem Lkw einen entgegenkommenden Lkw auf der teilweise schmalen Maintalstraße zwischen Freudenberg und Wertheim gestreift.

    Der 39-jährige Thüringer erhielt wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen mal 30 Euro.Außerdem wurde ihm für sechs Monate die Fahrerlaubnis entzogen. Mit Rechtskraft des Urteil werden ihm zusätzlich in Flensburg drei Punkte eingetragen.

    Außenspiegel berührten sich

    Bereits im März waren sich die beiden Lkw bei Dunkelheit auf der nur 5,45 Meter breiten Straße zwischen Tremhof und Abzweigung Boxtal begegnet. Dabei berührten sich deren Außenspiegel mit einem deutlichen Knall. Die Fahrerin des einen LKW hielt an, der Angeklagte nicht.

    Welcher LKW fahrlässig zu weit links war, konnte die Polizei dem Splitterfeld der geborstenen Spiegelflächen nicht entnehmen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld und einem Punkt geahndet wird. Aber das Verlassen der Unfallstelle stellt, nach Meinung des Gerichts, eine Straftat dar. Darum ging es in der  aktuellen Verhandlung. Wer die Schuld am Unfall trägt, war allerdings nicht zu klären.

    Anstiftung zur Unfallflucht

    Den Schaden am LKW, der an der Unfallstelle blieb, schätzte ein Gutachter auf 3800 Euro. Berücksichtigt sind die Überdehnung der Spiegelhalterung sowie Beschädigungen durch herumfliegende Teile. In der Verhandlung sagte der Angeklagte, er habe angehalten, zurückgeschaut und nichts gesehen. Bei seinem LKW sei nur der Spiegel beschädigt gewesen. In seiner Aufregung sei er bis Mondfeld weitergefahren und habe seinen Chef angerufen. Der habe geantwortet, jeder habe seine Schaden zu tragen und er solle weiterfahren. Das sei nach Auffassung der Richterin Anstiftung zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort gewesen.

    Das Gericht verzichtete auf die Zeugenvernehmung der Fahrerin des zweiten Lkw, da diese inzwischen nach Kanada ausgewandert sei. Die Richterin betonte in der Urteilsbegründung, dass das  Gesetz neben Strafe, auch Fahrerlaubnisentzug vorsehe, wenn der Schaden erheblich sei. Die Grenze liege im Landgerichtsbezirk Mosbach bei 1300 Euro.

    Bearbeitet von Alfons Göpfert

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