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    Wenkheim

    "Vergissmeinnicht": Ausstellung beleuchtet Schicksale jüdischer Kinder

    Studiendirektor Daniel Heß vom Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern (Zweiter von links) erläuterte die Entstehung und den Inhalt der Ausstellung. Mit dabei waren (von links) Michael Knoblauch ("die schul"), Martin Pöhner (Leiter des Gymnasiums Ebern) und Markus Sellen ("die schul"). Foto: Klaus Reinhart

    Die Ausstellung „Vergissmeinnicht“ in der ehemaligen Synagoge Wenkheim ist eröffnet. Daniel Heß vom Friedrich-Rückert-Gymnasium in Ebern erläuterte die Entstehung und Entwicklung der Ausstellung.  Die Ausstellung "Vergissmeinnicht" wurde im Rahmen eines P-Seminars von Schülern des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern erstellt. Unter Leitung von Daniel Heß und betreut von der Historikerin Cordula Kappner erarbeiteten 16 Schüler ein Konzept, das sie in Form von 24 Plakaten umsetzten. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Schicksale jüdischer Kinder in den Haßbergen während des Nationalsozialismus. Ihre Lebenswege sind es, die das P-Seminar vor dem Vergessen bewahren will. "Vergissmeinnicht" kann sowohl in der Druckversion als auch als Download kostenlos bezogen werden. Die Ausstellung ist bestens für die Darstellung an Schulen geeignet. Die Dokumente, Zeitzeugnisse und historischen Unterlagen geben eindrucksvoll Einzelschicksale aber auch historische Zusammenhänge wieder und sind reichlich mit Fotos ausgestattet.

    Inzwischen gibt es die Ausstellung in englischer, portugiesischer und hebräischer Sprache. An der Ostküste der USA wird sie in Schulen und Seminaren gezeigt und ist auf längere Zeit ausgebucht. Gleiches passiert in Portugal nach einer Erstausstellung in Lissabon. In Israel hat eine erste Ausstellung großes Interesse gezeigt. Dort liegen ebenfalls schon weitere Buchungen vor.

    Daniel Heß erzählte, wie Schüler nach dem Hören der Schicksale plötzlich ein großes Interesse an den Schicksalen der Kinder zeigten und somit auch ihr historisches Bild völlig änderten. Die Aussage "Es ist geschehen und kann wieder geschehen." veränderte ihre Denkweise, so Daniel Heß.

    Die farbliche Gliederung der Ausstellungstafeln in blau, rot und grün hilft dem Betrachter bei der Einordnung. Blau gibt historische Zusammenhänge wieder, rot tödlich endete Schicksale und grün zeigt, wo Kinder überlebten.

    Öffnungszeiten sind die normalen Wochenendzeiten (Samstag und Sonntag: 14.30 - 16.30 Uhr) und auf Anfrage unter Tel.: (09349) 9295022 oder rei.wenkheim@gmx.de als Sondertermin. Die ehemalige Synagoge in Wenkheim liegt etwa 100 Meter neben dem Radweg Romantische Straße, der von Tauberbischofsheim kommend über Werbach durch das Welzbachtal führt und dann nach Würzburg weitergeht. Die Ausstellung unter Aufsicht des Vereins „die schul“ ist bis Anfang September zu sehen.

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