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    Großrinderfeld

    Warum Großrinderfeld noch keinen neuen Bürgermeister hat

    Fast eine Stunde lang wurden die Wahlzettel von den Wahlhelfern in den vier Wahllokalen ausgezählt, bevor ein Ergebnis feststand. Foto: Matthias Ernst

    Der erste Wahlgang um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Großrinderfeld brachte am vergangenen Sonntag noch keine Entscheidung. Keiner der vier Kandidaten konnte die erforderliche absolute Mehrheit erringen. Somit kommt es am 10. November zu einem zweiten Wahltermin, zu dem auch neue Kandidaten zugelassen sind, wie Wahlleiter Sven Schultheiß bei der Verkündung des Ergebnisses aus dem ersten Wahlgang erwähnte. Vor dem Rathaus standen die vier Kandidaten mit ihren Familien und Freunden, sowie vielen Bürgern, die über den Ausgang der Wahl aus erster Hand informiert sein wollten.

    Der Gerchsheimer Johannes Leibold hatte mit 47,9 Prozent aus allen vier Ortsteilen die meisten Stimmen erhalten. Vor allem in seinem Heimatortsteil lag er mit 78,7 Prozent weit in Front. In Ilmspan waren es 50,9 Prozent und in Schönfeld immerhin noch 30,1. Das schlechteste Teilergebnis fuhr er im Ortsteil Großrinderfeld mit 28,4 Prozent ein. Hier war Thomas König (Marbach) gleichauf mit derselben Stimmenanzahl. In Schönfeld und Ilmspan konnte er ähnliche Ergebnisse erzielen. Nur in Gerchsheim konnte er mit 14,1 Prozent der Stimmen nicht mithalten.

    Insgesamt auf Platz drei landete der Schönfelder Stefan Deckert. Er hatte den kürzesten Wahlkampf geführt und im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern keinen Haustürwahlkampf und keine eigenen Wahlkampfveranstaltungen durchgeführt. Trotzdem kam er auf insgesamt 10,8 Prozent aller Stimmen. Seine Hochburg lag logischerweise in Schönfeld mit 37,2 Prozent.

    Sehr enttäuscht von seinem Abschneiden war der Großrinderfelder Jörn Engstfeld. Er hatte sich 25 bis 30 Prozent ausgerechnet, landete allerdings mit nur 8,6 Prozent auf Platz vier. In seinem Heimatortsteil bekam er 15,2 Prozent der abgegebenen Stimmen und damit weniger als Sven Schultheiß, der nicht offiziell auf dem Wahlzettel stand, aber offenbar der Wunschkandidat einiger Bürger war. Ihn wollten in Großrinderfeld 21,5 Prozent der Wähler auf dem Bürgermeistersessel sehen. In den anderen Teilorten spielte er allerdings keine Rolle. Die Wahlbeteiligung lag bei 70 Prozent.

    Nun muss der Wähler in drei Wochen nochmals an die Urne. Dann reicht allerdings die relative Mehrheit. Wer dann sie meisten Stimmen auf sich vereinigt, wird neuer Bürgermeister von Großrinderfeld und damit Nachfolger von Anette Schmidt, die seit 1. September in Tauberbischofsheim Bürgermeisterin ist.

    In einer ersten Reaktion erklärte Jörn Engstfeld, dass er für den zweiten Wahlgang nicht zur Verfügung stehen wird. Johannes Leibold wird auf jeden Fall wieder antreten und versuchen noch mehr Wähler von seinen Ideen zu überzeugen. Er war "maximal überrascht von dem Ergebnis", mit dem er in dieser Klarheit nicht gerechnet hätte. "Die Bürger wollen das", begründete er, warum er weiter zur Wahl steht.

    Sehr enttäuscht war Thomas König. Er überlegt noch ob er zum zweiten Wahlakt dabei ist. Die Frist bis zu der er sich erklären muss, endet an diesem Mittwoch. Er macht seine bisherige Stelle bei der katholischen Verrechnungsstelle für das schlechte Abschneiden mitverantwortlich.

    Stefan Deckert wollte erst einmal eine Nacht über eine Weiterkandidatur nachdenken. Er hatte sein Wahlziel, nicht letzter Kandidat zu werden, erreicht. "Der Stolz überwiegt, aber auch eine gewisse Enttäuschung", meinte Deckert. Er wird, wie er der Redaktion mittlerweile gegenüber äußerte, auch am zweiten Wahlgang teilnehmen. Ob noch weitere Kandidaten dazu kommen, wird sich erst bis zum Bewerbungsschluss am Mittwoch klären. Sven Schultheiß jedenfalls schloss eine Kandidatur zum derzeitigen Zeitpunkt aus.

    Wahlleiter Sven Schultheiß verkündete die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl vom Rathaus in Großrinderfeld Foto: Matthias Ernst
    Auch die Kandidaten lauschten auf die Worte des Wahlleiters, bevor sie sich von ihren Familien und Freunden für die Ergebnisse beglückwünschen oder trösten ließen Foto: Matthias Ernst

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