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    Grünsfeld

    Warum Volksmusik wieder im Trend liegt

    Kilian Moritz, Bürgermeister Joachim Markert und Christina Bergerhausen laden stellvertretend für den Frankenbund zur Tagung rund um die fränkische Volksmusik nach Grünsfeld ein. Foto: Matthias Ernst

    Der Frankenbund setzt sich seit Jahren für den Erhalt der fränkischen Traditionen und Gebräuche ein. Seine Jahrestagung steht immer unter einem besonderen Schwerpunkt. Viele Themen wurden bisher modern aufgearbeitet und zeigten, wie vielfältig die fränkische Kultur ist. Das wird auch in diesem Jahr so sein. Die Tagung "Volksmusik in Franken heute" am Samstag, 14. September, in Grünsfeld bietet einen Einblick in die hiesige Volksmusikszene und stellt kritische Fragen zum Erscheinungsbild der Volksmusik in der Öffentlichkeit.

    Die Stadt Grünsfeld liegt mit Tauberfranken in einem Gebiet, das zwar hoheitlich zu Baden-Württemberg gehört, sich aber trotz der Abtrennung durch Napoleon vor 200 Jahren immer noch zu Franken hingezogen fühlt. Vor allem rechts der Tauber ist dieses Gefühl noch stark augeprägt. Bürgermeister Joachim Markert freut sich deshalb, dass die diesjährige Tagung des Frankenbundes in seiner Stadt stattfindet.

    Podiumsgespräch mit Musiker Wolfgang Buck

    Das breite Themenspektrum spiegeln die Referenten wider, die für diese Tagung gewonnen werden konnten: für den Bayerischen Rundfunk (BR) Eberhard Schellenberger, Leiter des Studios Mainfranken, und Werner Aumüller, Radiomoderator und Redakteur Volksmusik im Studio Franken des BR in Nürnberg. Über die Arbeit des Nordbayerischen Musikbundes als Dachorganisation der Blaskapellen und Blasorchester berichtet Präsident Manfred Ländner (MdL). Die Ziele und die Verbandsarbeit des Fränkischen Sängerbundes stellt Präsident Friedhelm Brusniak vor.

    "Volksmusik – Tradition in der Gegenwart. Konzept und Praxis einer Volksmusikpflege in Franken" ist der Vortrag von Franz-Josef Schramm überschrieben, dem Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik in Franken des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Gewohnt interessant werden die Beobachtungen und Analysen der Musik-Ethnologin, Musikerin und Radiomoderatorin Stefanie Zachmeier. Aus der etwas anderen Sicht des Popularmusik-Beauftragten des Bezirks Unterfranken blickt Peter Näder auf die fränkische "Heimatmusik".

    Ein Höhepunkt ist das Podiumsgespräch mit dem fränkischen Liedermacher und Musiker Wolfgang Buck, der im Anschluss auch Kostproben seiner Musik geben wird. Die Leitung der Tagung hat der Medienprofessor Kilian Moritz, der nachmittags für Musikgruppen einen Workshop zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit anbietet.

    Bürgermeister Joachim Markert, Kilian Moritz und die Verantwortliche des Frankenbundes Christina Bergerhausen berichten über das diesjährige Programm und das Thema der Tagung.

    Herr Moritz, was sind die Zielsetzungen der Tagung?

    Kilian Moritz: Wir wollen Antworten finden auf Fragen wie: Wo steht die fränkische Volksmusik heute? Welche Rolle spielt sie für die Menschen in Franken? Wo gibt es Verbesserungspotenziale? Welche Musikstücke werden gespielt? Wie werden sie interpretiert? Welche Rolle spielt die Volksmusikpflege? Wie gelingt die Nachwuchsarbeit bei der Popularmusik, bei Blas- und Chormusik?

    Frau Bergerhausen, warum gerade dieses Tagungsthema?

    Christina Bergerhausen: Das passt zum Frankenbund. Er ist thematisch breit aufgestellt. Volksmusik gehört seit unserer Gründung 1920 zum Themen-Spektrum. Voriges Jahr hatten wir eine erfolgreiche Tagung rund um die fränkischen Dialekte. Volksmusik und Dialekte gehören schon immer untrennbar zusammen, daher lag das Motto nahe: "Volksmusik in Franken heute".

    Wie sind Sie auf Kilian Moritz als Tagungsleiter gekommen?

    Bergerhausen: Professor Kilian Moritz habe ich in Büchold bei Arnstein bei der Dialekt-Tagung des Frankenbunds kennengelernt. Er stammt aus einer Volksmusik-Familie, war 20 Jahre ARD-Musikredakteur, ist aktiver Musiker und mit Leib und Seele der Musik Frankens verbunden. Daher bat ich ihn, die Tagungsleitung zu übernehmen.

    Was ist das Besondere am diesjährigen Programm?

    Bergerhausen: Ich freue mich, dass wir hochkarätige Experten von maßgeblichen Verbänden als Referenten gewinnen konnten, von Volksmusik über Blas- und Chormusik bis hin zur modernen Popularmusik. Und vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege bis hin zu Redakteuren des Bayerischen Rundfunks. Ohne die persönlichen Kontakte von Professor Moritz wäre dieses tolle Programm nicht möglich gewesen.

    Wer ist das Zielpublikum?

    Moritz: Die Tagung ist offen für jedermann und bietet neben den Fachvorträgen und Diskussionen eine hervorragende Möglichkeit, um mit Vertretern und Entscheidern von Medien und Verbänden ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Die Musik meiner Heimat berührt mich und das will ich gerne an die Teilnehmer der Veranstaltung weitergeben.

    Wie unterstützt die Stadt Grünsfeld die Veranstaltung?

    Joachim Markert: Wir stellen mit dem historischen Zehntgebäude einen modernen Tagungsort zur Verfügung und unterstützen den Frankenbund bei der Veranstaltung mit unseren Mitarbeitern und unserer Technik. Zusätzlich kann die Ausstellung zur Stadtgeschichte im Zehntgebäude besichtigt werden, die vom Kulturverein zusammengetragen wurde. Außerdem bietet es sich in der Tagungspause an, einen Rundgang durch die Stadt zu unternehmen und die vielen historischen Gebäude zu erkunden. Grünsfeld ist eine hochmusikalische Stadt mit ihren Gesangsvereinen und Musikkapellen und hat auch sonst viel zu bieten.

    Veranstaltet wird die Tagung vom Frankenbund. Tagungsort ist das historische Zehntgebäude in der Schloßstraße in Grünsfeld. Die Tagung beginnt am Samstag, den 14. September, um 9.30 Uhr und endet gegen 19 Uhr. Grünsfeld hat einen eigenen Bahnhof und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Weitere Informationen und Anmeldung unter Tel.: (0931) 56712 bei Christina Bergerhausen und unter www.frankenbund.de

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