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    Großrinderfeld

    Warum das Trinkwasser für die Bürger teurer wird

    Das neue Wasserwerk in Dittigheim hat mittlerweile seinen Betrieb aufgenommen.
    Das neue Wasserwerk in Dittigheim hat mittlerweile seinen Betrieb aufgenommen. Foto: Matthias Ernst

    Eigentlich hätte die Berechnung der neuen Gebühren für Wasser und Abwasser schon zum 1. Januar 2019 fertig sein sollen. Doch das beauftragte externe Büro kam erst jetzt dazu, die Berechnungen durchzuführen, kurz vor Ende der Ablesezeit zum Jahresende. Klar war, vor allem das Wasser wird teurer. Grund dafür ist der Fortschritt beim Wasserzweckverband Mittlere Tauber (WVMT), in dem sich sieben Gemeinden zur Sicherung des Trinkwassers in der Region zusammengeschlossen haben.

    Maßnahmen durchgeführt

    Großrinderfeld als Mitglied im Wasserzweckverband Grünbachgruppe ist davon direkt betroffen, führte Kämmerer Werner Horn in der Gemeinderatssitzung aus. Erster Bürgermeister Stellvertreter Sven Schultheiß fügte hinzu, dass mittlerweile rund die Hälfte aller Maßnahmen des WVMT begonnen oder durchgeführt worden sind. Bisher betrug der Preis für die Lieferung eines Kubikmeters Frischwasser in Großrinderfeld 2,96 Euro. Für das Jahr 2019 hatte das Büro Schmidt und Häuser einen Preis von 3,59 Euro ermittelt, für das Jahr 2020 3,85 Euro. "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht", sagte Kämmerer Horn auf Nachfrage.

    Sven Schultheiß erläuterte, dass noch nicht abschließend feststehe, wie hoch die Belastung durch den neuen Wasserzweckverband für Kleinrinderfeld noch werden wird. So eine große Kostensteigerung wie jetzt angedacht, werde es aber nicht mehr sein. Die Grünbachgruppe habe ihre Eigenmaßnahmen größtenteils abgeschlossen, jetzt würden nur noch die Kosten für Verbandsangelegenheiten des WVMT hinzukommen. Da müssten andere Kommunen ganz andere Summen aufwenden, sagte er in Hinblick auf die Eigenmaßnahmen der weiteren Mitglieder im WVMT.

    Gebührensatzungen anpassen

    Es fiel dem Gemeinderat nicht leicht, die ermittelten Zahlen zu beschließen. Manfred Wörner sagte dazu: "Wir werden für die Erhöhung keine  Lobeshymnen bekommen". Allerdings war auch klar, dass die Erhöhung unumgänglich ist, damit man weiter Zuschüsse für andere Maßnahmen vom Land erhalten kann. Schon öfter kam Rückmeldung aus dem Regierungspräsidium, dass man in Großrinderfeld erst seine Gebührensatzungen anpassen müsse, bevor weitere Zuschüsse genehmigt würden. Man beschloss allerdings die Anpassung für 2019 nicht umzusetzen, da man nicht rückwirkend von den Kunden Beträge einfordern wolle.

    Bei der Abwasserentsorgung beträgt der Preis für einen Kubikmeter Schmutzwasser aktuell 3,51 Euro. Das Fachbüro hatte berechnet, dass dieser Preis auch für den Abrechnungszeitraum 2019 Bestand haben kann. Für 2020 wird eine Erhöhung auf 3,71 Euro empfohlen. Dem folgte der Gemeinderat. Die Niederschlagsgebühr wird im Jahr 2020 auf 0,67 Euro je Kubikmeter angehoben.

    Neue Deckschicht

    Außerdem wurden die Planungsleistungen für die Sanierung der Paimarer Straße in Großrinderfeld an das Büro ibu in Tauberbischofsheim vergeben und die Planungsleistungen für den Lilacher Weg in Schönfeld an das Ingenieurbüro Walter und Partner.

    Ebenfalls beschlossen wurde der "Hochausbau" der Ortsverbindungsstraße nach Hof Baierthal. Dort soll auf die bestehende Straße eine neue Deckschicht aufgebracht werden und die noch unter der Straße hindurch führende Wasserleitung vom Hochbehälter Bärlestanne zum Hof Baierthal parallel zur Straße verlegt werden. Da für beide Maßnahmen (Großrinderfeld und Hof Baierthal) Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock beantragt werden sollen, müsse die Planung möglichst schnell erfolgen. Sollte nur für eine Maßnahme eine Förderung signalisiert werden, müsse man sich unterhalten, welche eine höhere Priorität hätte, so Sven Schultheiß.

    Er gab auch bekannt, dass der Dienstbeginn für den neuen Bürgermeister Johannes Leibold am 1. Februar 2020 sein wird. Nachdem Leibold von Landrat Reinhard Frank offiziell zum Bürgermeister ernannt wurde, habe man diese Vorgehensweise vereinbart.

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