• aktualisiert:

    GRÜNSFELD

    Wasserzweckverband ist gut aufgestellt

    Das Pumpenhaus in Zimmern muss nur noch im Notfall eingesetzt werden, dank des Zusammenschlusses von Grünsfeld, Großrind... Foto: Matthias Ernst

    In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Belastung des Trinkwassers mit Nitrat im Wasserzweckverband Grünbachgruppe fast halbiert. Mittlerweile haben sich die monatlichen Messungen bei unter 0,4 Milligramm je Liter in sämtlichen Brunnen eingependelt. „Unsere Arbeit hat sich gelohnt“ – mit dieser positiven Nachricht eröffnete Joachim Markert, Verbandsvorsitzender und Bürgermeister der Stadt Grünsfeld, die Sitzung des Zweckverbandes, zu dem sich die Gemeinden Großrinderfeld, Grünsfeld und Wittighausen zusammengeschlossen hatten.

    Bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2017 durch Verbandsrechner Manfred Maag kamen erhellte Gesichter bei den Delegierten zum Vorschein. Dies lag nicht an der schräg stehenden Sonne im Grünsfelder Rathaus, sondern an den positiven Zahlen. Mit einer Bilanzsumme von 810 087,39 Euro, davon 697 529,94 Euro im Verwaltungs- und 112 557,45 Euro im Vermögenshaushalt, blieb man rund 390 000 Euro unter dem Haushaltsansatz. Hauptgrund waren Minderausgaben für den Wasserzweckverband mittlere Tauber (WVMT) und die Eigenmaßnahmen des Verbandes in Hinblick auf den Zusammenschluss zum WVMT. Rund 10 000 Kubikmeter Wasser wurden 2017 insgesamt weniger verkauft, wobei auf Grünsfeld 11 049 Kubikmeter entfielen, auf Großrinderfeld 5744 Kubikmeter und nur Wittighausen mit 6351 Kubikmeter einen Mehrverbrauch hatte.

    Die allgemeine Rücklage musste nicht so stark beansprucht werden, wie geplant und so ergab sich zum Jahresende 2017 ein Betrag von 258 374 Euro, was mehr ist als die gesetzliche Mindestanforderung. Die Versammlung stimmte einstimmig für die Annahme der Jahresrechnung und ebenfalls einstimmig für die Haushaltsplanung 2018. Hier hatte Verbandsrechner Maag mit ähnlichen Zahlen, wie 2017 geplant, da keine größeren Ausgaben als bisher bekannt vorgesehen sind. In diesem Jahr werden vor allem die Hochbehälter und die entsprechende Fernwirktechnik an das Wassernetz des WVMT angeschlossen.

    Die Leitung von Grünsfeld-Hausen zum und vom neuen Wasserwerk in Dittigheim wurde bereits im Sommer 2017 verlegt, berichtete Wassermeister Stefan Ludwig, der gemeinsam mit Franz-Josef Stang an der Sitzung teilnahm. Insgesamt hätten die reichhaltigen Niederschläge des vergangenen Jahres positive Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel gehabt, aus dem sich die Brunnen in Grünsfeld-Hausen speisen. Trotzdem liegt man immer noch unter dem Mittelwert von Baden-Württemberg. Die probeweise Erhöhung der Wasserentnahme im vergangenen Jahr habe keine Auswirkungen auf die Pegelstände gehabt, weshalb man eine grundsätzliche Höchstfördermenge von 1,2 Millionen Kubikmeter im Jahr beantragt hat. Dies sei notwendig, um für alle Eventualitäten beim WVMT gewappnet zu sein.

    Für den WVMT sprach der kommissarische Geschäftsführer Gerhard Gräf von einer rund einjährigen Verzögerung der Baumaßnahmen im Verbandsgebiet durch fehlende Förderzuschüsse oder Vorschriften bei der Antragstellung. Gerne hätte man manche Baumaßnahmen im Verbandsgebiet zusammen ausgeschrieben, doch sei dies von gesetzlicher Seite nicht möglich gewesen.

    Er nannte als Beispiel die Anschaffung der gemeinsamen Fernwirktechnik für alle Mitgliedsgemeinden oder den Leitungsbau. Eine Vorgabe, dass alle geförderten Maßnahmen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein müssen, steht dem jedoch im Wege.

    So muss nun abschnittsweise ausgeschrieben werden, eine „ungute Situation“, so Gräf. Der bereits für Ende 2017 geplante Anschluss der Grünbachgruppe an das neue Wasserwerk ist nun für den Herbst 2018 geplant, zusammen mit dem Pumpwerk Lauda-Nord und Dittwar-Bahnhof. Das Wasserwerk in Dittigheim sei technisch im Mai oder Juni fertig, doch bis die ganzen behördlichen Genehmigungen Untersuchengen zum Abgeben von Trinkwasser an die Bevölkerung erledigt sind, wird es eben Herbst werden.

    Gräf bat um Geduld, auch bei der geplanten Verringerung der Wasserhärte. Die Anlage könne erst in Betrieb genommen werden, wenn alle Verbandsgemeinden an das gemeinsame Netz angeschlossen seien. Trotzdem zeigte sich Gräf zuversichtlich, dass man bereits im Herbst eine bessere Wasserqualität für die dann angeschlossenen Gemeinden bieten kann.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!