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    Wertheim

    Wegen Urkundenfälschung zu 3600 Euro Strafe verurteilt

    Wegen Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verhängte das Amtsgericht Wertheim einen Strafbefehl über 120 Tagessätzen zu je 30 Euro gegen einen Angeklagten, der früher in Reicholzheim wohnte. Dort betrieb er einen kleinen Autohandel mit Ankauf alter oder beschädigter Fahrzeuge, Reparaturservice und Weiterverkauf.

    Mindestens einmal fuhr der Beschuldigte einen Golf Cabrio, der weder angemeldet noch versichert war. Das Kennzeichen stellte sich als sehr gute Fälschung heraus, wie man sie an der polnisch-deutschen Grenze für "wenig Geld" erwerben kann.    

    Angeklagter erschien nicht

    Der Mann ist vorbestraft. Deshalb sollte er sich in einer öffentlichen Hauptverhandlung verantworten. Er fehlte ohne Entschuldigung und nach Vermutungen der Polizei hält er sich in Polen auf. Die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb den Erlass des Strafbefehls (Fortführung des Verfahrens auf schriftlichem Weg).

    Dem Gericht bleibt nun die zeitaufwendige Aufgabe, eine Anschrift des Angeklagten herauszufinden, an der ihm der Strafbefehl zugestellt werden kann. Erst dann beginnt die Frist zum Eintritt der Rechtskraft. Möglichkeiten sind die Nachfrage bei anderen Gerichten, Ausschreibung zur Personen-Fahndung und letztlich Haftbefehl.

    Durch Beschwerden Reicholzheimer Nachbarn war die Polizei auf den Mann aufmerksam geworden. Der Beschuldigte hatte Autos, "teilweise Schrott", ohne Kennzeichen behindernd auf öffentlichen und fremden privaten Flächen abgestellt. Laut der Nachbarn hielt er sich fast nie vor Ort auf.

    Schrottautos zurückgelassen

    Die Polizei traf den Angeklagten trotz zahlreicher Versuche nur einmal im Februar an. Er öffnete erst nach massivem Klopfen und sagte, er wolle nach Helmstadt umziehen. Im Lauf der Zeit verschwanden auf dem Anwesen Briefkasten und die noch fahrbaren Autos, nur der Schrott sei geblieben.

    Die genannte Vorstrafe erging in einem Strafbefehl wegen Verwendung eines nachgemachten Kennzeichens. Der Angeklagte zahlte die Geldstrafe nicht und sollte sie als Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen. Damit beschäftigt waren oder sind das Landgericht Mosbach und in Amtshilfe das Gericht in Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze.

    Dort hat der Beschuldigte eine polnische Zustellanschrift genannt, diesen Hinweis gab der in Reicholzheim ermittelnde  Polizist dem Amtsgericht Wertheim. Er wusste auch, dass der Angeklagte wegen des Vorwurfs des Betrugs zur Fahndung ausgeschrieben ist. Er soll 1200 Euro kassiert, die versprochene Leistung aber nicht erbracht haben.

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