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    Tauberbischofsheim

    Blasorchester, Kurzzeitpflege und schnelles Internet

    Das Kreisjugendblasorchester, hier bei einer Probe im Jahr 2018, wird weiter vom Landkreis gefördert.
    Das Kreisjugendblasorchester, hier bei einer Probe im Jahr 2018, wird weiter vom Landkreis gefördert. Foto: Matthias Ernst

    Selten waren so viele Zuhörer bei einer Kreistagssitzung anwesend, wie bei der jüngsten Sitzung in der Tauberbischofsheimer Stadthalle. Hauptgrund war sicherlich die Beratung über den Zuschuss des Kreises für den Neubau eines Kurzzeitpflegezentrums durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit 30 Pflegeplätzen in unmittelbarer Nähe zur Rotkreuzklinik Wertheim.

    Die Kurzzeitpflege habe einen besonders hohen Bedarf im Kreis, so Sozialdezernentin Elisabeth Krug. Es herrsche akuter Mangel an Plätzen im Kreis. Laut den aktuellen Vorgaben müssten eigentlich 105 Kurzzeitpflegeplätze im Kreis vorgehalten werden, aber nur sechs solitäre Kurzzeitpflegeplätze, also Pflegeplätze, die ausschließlich für die Kurzzeitpflege bereitgehalten werden, sind vorhanden. Allerdings sind auch einige Dauerpflegeplätze als Kurzzeitpflegeplätze ausgewiesen, so Krug.

    Zum 31. Dezember 2017 waren im Kreis 73 Personen in Kurzzeitpflege untergebracht. Man sehe also, dass immer noch 30 Plätze fehlen. Der DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim plant nun den Bau eines Kurzpflegebereiches zusammen mit dem Aufbau einer neuen Rettungswache und einem Ausbildungszentrum in Wertheim. Um die Kosten für die zukünftigen Nutzer möglichst gering zu halten, bemühte sich die Führung um Zuschüsse.

    Förderung löst heftige Diskussionen aus

    Das Land Baden-Württemberg gab aus dem Sonderprogramm "Solitäre Kurzzeitpflege" im Juni 2019 bereits eine Förderzusage von 1,9 Millionen Euro. Der Kreistag hatte ursprünglich geplant einen Zuschuss von 500 000 Euro zu geben. In der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Verkehr wurde nun allerdings dieser Planung widersprochen und man empfahl nur noch einen Zuschuss von 250 000 Euro für dieses "zukunftsweisenden Leuchtturmprojektes" zu gewähren. Dies entspricht der Summe, die die Stadt Wertheim gibt.

    Darauf gab es heftige Diskussionen im Kreistag. Alle Mitglieder befürworten den Bau der neuen Kurzzeitpflegeplätze, aber man will erst einmal abwarten, wie sich die Kosten entwickeln, um dann eventuell nochmal nachzuschießen. Ein Antrag von Rolf Grüning (Die Linke) auf Wiedereinsetzung der 500 000 Euro Förderung fand keine Mehrheit. Lediglich 14 Kreisräte stimmten dafür. So wurde die Vorlage der Verwaltung angenommen, die eine Förderung in den nächsten beiden Jahren vorsieht.

    Ergänzung zu den Musikschulen

    Einig war man sich hingegen bei der Förderung des Kreisjugendblasorchesters. Seit 2016 wird der musikalische Nachwuchs nicht nur beim Streichorchester gefördert, sondern auch die Blasmusik erhält Unterstützung. Man sieht hierbei keine Konkurrenz zu den Musikschulen und Vereinen, sondern eine Ergänzung. Steigende Anmeldungen zeigen die hohe Akzeptanz des Orchesters, im Jahr 2020 waren es beispielsweise 70. Wegen Corona wurden die diesjährige Probenwoche und die Konzerte allerdings abgesagt. Für die Jahre 2022 und 2023 will man am Zuschuss von 8500 Euro festhalten, im Jahr 2021 sollen nur 6000 Euro gewährt werden, da in Jahr 2020 mehrere Anschaffungen einen höheren Finanzbedarf verursachte. "Es ist kein Geld besser angelegt als dieses", sagte dazu Landrat Reinhard Frank.

    Ebenfalls weiter gefördert wird die SRH Fernhochschule Wertheim. Die seit 2017 bestehende Förderung von 15 000 Euro jährlich wird fortgeschrieben.

    Anschlüsse für 20,56 Millionen Euro

    Weitergeführt wird auch die Erschließung des Kreises mit schnellem Internet. Die restlichen "weißen Flecken" und die noch fehlenden Gewerbegebiete sollen noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Ganze 314 Adressen sind noch unterversorgt und 20 Gewerbegebiete haben noch keine innerörtliche Glasfaserverkabelung, so Dezernent Jochen Müssig.

    Die Ausschreibung hatte die Firma NGN aus Aubstadt als wirtschaftlichsten Bieter gebracht. Sie will für 20,56 Millionen Euro die fehlenden Anschlüsse herstellen. Die Kosten teilen sich der Bund (50 Prozent), das Land (40 Prozent) und der Kreis und die Kommunen mit je fünf Prozent. Wie wichtig das schnelle Internet ist, konnte man gerade während der Coronakrise erkennen. Zum Glück, so Landrat Frank, war der überwiegende Ausbau des schnellen Internets 2019 abgeschlossen. Man sei damit in der Spitzengruppe in Deutschland und weiter als viele andere Kreise.

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