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    Wertheim

    Fußball-Trainer beleidigt Linienrichter

    Beim Fußballspiel der Landesliga Odenwald, FC Hundheim-Steinbach gegen VfR Uissigheim, im November beleidigte der Trainer des VfR den Linienrichter mit den Worten:"Hurensohn, die Fahne stecke ich dir in den Hintern". Zu diesem Ergebnis kam jetzt das Amtsgericht Wertheim in einer Verhandlung mit Anhörung von 13 Zeugen. Die Strafe fällt mit 15 Mal 40 Euro niedrig aus, da bereits im Februar der Badische Fußballverband bezüglich des Vorfalls eine Strafe von 150 Euro wegen Rempelei (nicht Tätlichkeit) und Beleidigung verhängt hatte, und zur Vermeidung von Doppelbestrafung das zu berücksichtigen war, unabhängig von der Höhe der Verbandsstrafe, so die Richterin.

    Partie vor 200 Zuschauern

    Bei dem Spiel am Sonntagnachmittag vor etwa 200 Zuschauern schlugen die Wogen hoch und es gab Verletzte auf beiden Seiten. Der 50-jährige Angeklagte, von Beruf Betriebsschlosser, war mit Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns nicht einverstanden, rannte aufs Spielfeld, und sprach von "Frechheit, was ihr hier macht".

    Rote Karte für den Trainer

    Vielleicht erlaubte er sich das, weil er Schieds- und Linienrichter kannte, oder wegen des hohen Altersunterschieds. Er bekam aber die gelbe Karte. Als er erneut auf den Platz stürmte und den Schiedsrichter gar schubste, zeigte ihm der 16-Jährige, noch Schüler, die rote Karte.

    Der Beschuldigte verließ das Feld, trat im Vorbeigehen gegen die Spielerbank seiner Mannschaft, so ein Zeuge, und stellte sich schräg links und leicht oberhalb hinter der Bank unter die Zuschauer neben seine Frau und seine Töchter, Abstand zur Auslinie etwa zwölf Meter. Aus dieser Position kam die Beleidigung des Linienrichters, 21 Jahre und Industriemechaniker.

    Beleidigung auf türkisch

    Dieser meldete das pflichtgemäß dem Schiedsrichter und machte nach reiflicher Überlegung Anzeige bei der Polizei. Außergewöhnlich ist, die Beleidigung erfolgte auf türkisch, und Linien- und Schiedsrichter verstehen türkisch. Die drei sprechen daneben perfekt deutsch.

    In der Verhandlung bestritt der Angeklagte den vorgeworfenen Satz, er entspreche nicht seiner Art und sei gegen die Menschenwürde. Der Linienrichter erklärte, der Beschuldigte habe ihn zunächst trotz klarer Abseitsposition angeschrieen. Später sei die Beleidigung erfolgt, und eine der Töchter habe ihn  auf türkisch verflucht. Der Schiedsrichter sagte, er habe die Beleidigung ebenfalls gehört. Es gebe bei Fußballspielen immer wieder so etwas, und bei diesem Spiel seien von irgendwoher auch deutsche Beleidgungen gekommen.

    Tumultartige Szenen

    Die meisten Zeugen waren von der Verteidigung benannt, hatten aber "keine Beleidigung gehört". Einer von ihnen berichtete, vor allem die Uissigheimer Zuschauer hätten den Schiri ständig beschimpft, und dann sei es tumultartig geworden.

    Die Richterin hätte das Verfahren gern ohne Urteil beendet, heißt Verfahrenseinstellung gegen Geldauflage. Im Eifer des Gefechts auf dem Fußballplatz passiere manchmal Ungewöhnliches, und auch im zwischenfamiliären Bereich sei es eskaliert. Der Angeklagte blieb jedoch dabei, er sei unschuldig. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Strafe von 30 mal 40 Euro, der Verteidiger Freispruch.

    Das Gericht betonte in der Urteilsbegründung, entscheidend sei nicht die Anzahl der Zeugen sondern die Anschaulichkeit und die Glaubwürdigkeit ihrer Angaben. Wenn jemand nichts gehört habe, bestehe die Möglichkeit der Unaufmerksamkeit damals oder der Unwahrheit jetzt. Die Richterin ging davon aus, dass der Beschuldigte den von ihm bestrittenen Satz nicht zugeben will, aber inzwischen bereut.

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