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    Großrinderfeld

    Großrinderfeld: Johannes Leibold ist jetzt 100 Tage Bürgermeister

    Mit 32 Jahren Bürgermeister zu sein ist keine leichte Aufgabe. Johannes Leibold hat sich der Herausforderung gestellt. Wie geht es ihm nach rund 100 Tagen im Amt?
    Johannes Leibold ist gerne Bürgermeister von Großrinderfeld.
    Johannes Leibold ist gerne Bürgermeister von Großrinderfeld. Foto: Matthias Ernst

    Als Johannes Leibold am ersten Februar dieses Jahres sein Amt als Bürgermeister der Gemeinde Großrinderfeld antrat, hätte er sich nie träumen lassen, dass sich das Leben so schnell verändert. Es vergeht derzeit praktisch kein Tag, an dem er nicht mit dem Thema Corona konfrontiert wird. Trotzdem nahm er sich die Zeit, um mit dieser Redaktion über seine ersten 100 Tage im Amt zu sprechen. Heraus kam ein sehr persönliches Gespräch über Wünsche und Träume, überraschende Wendungen und viele Unwägbarkeiten.

    Man merkt dem 32-Jährigen an, dass er seine neue Aufgabe liebt. Zum Glück, so bekennt er, ist die Coronakrise für jeden Neuland. Und hier merkte man schnell, dass der Zusammenhalt in der Gesamtgemeinde sehr groß ist: "Bei uns in der Kommune ist die Welt noch in Ordnung." Frühzeitig kümmerten sich Leibold und der von ihm im Rathaus eingerichtete Krisenstab beispielsweise um Mund- Nasenmasken. Viele fleißige Näherinnen aus der Gemeinde hatten sich zusätzlich ehrenamtlich hingesetzt und Stoffmasken gefertigt. "Das hat schon mal richtig gut geklappt", zeigte sich Leibold zufrieden über seine Mitbürger.

    "Bei uns in der Kommune ist die Welt noch in Ordnung."
    Johannes Leibold

    Doch für ihn gibt es neben der Krise noch viele andere Themen, die abgearbeitet werden müssen. Als er zum Gespräch kam, war er vorher zur Baustellenbesprechung in der Kleinrinderfelder Straße im Ortsteil Schönfeld. Hier wird die Straße erneuert und das erfordert auch die Anwesenheit des Bürgermeisters. Viele Sachen gleichzeitig zu erledigen, fällt dem ehemaligen Geschäftsführer einer Würzburger Ladenbaufirma nicht schwer. Man muss eben Prioritäten setzen, ist seine Erfahrung. Dabei seiendie Unterschiede zwischen freier Wirtschaft und einer Gemeindeverwaltung gar nicht so groß, Kunden und Bürger seien größtenteils vergleichbar. Einzig bei den Vorlaufzeiten und den verschiedensten Anträgen hat Leibold Unterschiede zu seiner früheren Tätigkeit erkannt.

    Unterstützung aus dem dem Rathaus

    Dankbar ist der Rathauschef für die gute Einarbeitung durch die Mitarbeiter im Rathaus. Wann immer er eine Frage hat, wird sie ihm ausführlich und umfassend erklärt. "Ich habe eine gute Truppe im Rathaus", sagt er.  Auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat empfindet er als positiv. Hier achte jeder auf jeden und die Ortsteile werden, soweit es geht, paritätisch bedacht. "Transparenz ist mir ganz wichtig", so der Bürgermeister. Deshalb hat Leibold auf der ersten Seite des gemeindlichen Mitteilungsblattes immer eine Rubrik, in der er auf die Aktionen der vergangenen, aber auch der nächsten Woche eingeht. Ebenso bedient er sich der sozialen Medien, um seine Bürger zu informieren. Das hat ihm schon viel Lob eingebracht, sagt Leibold und berichtet von einer älteren Frau aus Gerchsheim, die ihm dankte, dass er so offen über alles spricht.

    Mehr Baugebiete für die Bürger

    Da tue es natürlich weh, dass man derzeit mit den Bürgern nicht direkt sprechen kann. Vor allem das Thema Kindergärten fällt ihm da ein. Hier hätte er die betroffenen Eltern gerne zu einem Gespräch eingeladen, um ihnen die Situation zu erklären. Ein mittel- und langfristiges Konzept für alle Kindergärten in den Ortsteilen soll schließlich zusammen erarbeitet werden. Das gehe nicht schriftlich oder über das Internet. Deshalb ist es für Johannes Leibold sehr wichtig, sobald sich die Möglichkeiten bieten, eine Versammlung der Eltern und Vertretern des Trägers einzuberufen. Viele weitere Projekte will er voranbringen. Eine Neuschaffung von Baugebieten zum Beispiel. "Jeder, der hier geboren wird, soll auch hier bleiben können", sagt er. Nach den schnellen Erfolgen der Gewerbegebiete will er auch hier nachlegen. Arbeitsplätze am Ort sind für ihn ganz wichtig, ebenso wie die Nahversorgung.

    Die Situation zu Hause

    Dabei will er neben seiner Arbeit auch die Familie nicht vernachlässigen. Sein kürzlich geborener Sohn freut sich natürlich über weniger Abendtermine des Vaters wegen Corona. Leibold ist seiner Frau allerdings dankbar, dass sie ihm viel Arbeit zu Hause abnimmt. "Mein neues Amt macht mir nach wie vor Spaß", bekennt er abschließend, bevor er sich dem Alltagsgeschäft widmet. Der Corona-Krisenstab tagt wieder.

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