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    Großrinderfeld

    Künftig nur noch zwei Kindergärten in Großrinderfeld

    Mittelfristig wird in diesem Gebäude in Schönfeld keine Kindergartengruppe mehr untergebracht werden. Zukünftig soll sich nur noch auf die Standorte Großrinderfeld und Gerchsheim konzentriert werden.
    Mittelfristig wird in diesem Gebäude in Schönfeld keine Kindergartengruppe mehr untergebracht werden. Zukünftig soll sich nur noch auf die Standorte Großrinderfeld und Gerchsheim konzentriert werden. Foto: Matthias Ernst

    Es kommt selten vor, dass mehr Zuhörer zu einer Gemeinderatssitzung kommen, als Gemeinderäte. Doch wenn dies der Fall ist, muss es sich um ein wichtiges Thema handeln. Und das Thema Kindergärten in der Gesamtgemeinde Großrinderfeld ist so ein Thema.

    Gut 40 meist junge Mütter und Väter wollten nach der Bürgerinformationsversammlung vor knapp drei Wochen (wir berichteten) erfahren, welchen Weg das Gemeindeparlament in Zukunft in Sachen Kindergärten gehen will. Wie bekannt wurde, plant die Gemeinde in Zukunft nur noch zwei Kindertagesstätten in Gerchsheim und Großrinderfeld anzubieten.

    Standort Schönfeld soll schließen

    Während Ilmspan bereits seit vergangenem Jahr geschlossen ist, soll mit Fertigstellung der Neubauten in den beiden großen Teilorten auch der Standort Schönfeld aufgegeben werden. Hier ist derzeit ein eingruppiger Kindergarten mit altersgemischter Zusammensetzung untergebracht. Eine zweite Gruppe sei aus Platzgründen in dem maroden Gebäude nicht aufbaubar, so Bürgermeister Johannes Leibold.

    Frühere Planungen gingen von einem Neubau neben dem Dorfgemeinschaftshaus aus. Dies scheint nun vom Tisch zu sein, denn drei Neubauten kann sich die Gemeinde nicht leisten. Bei der Kinderbetreuung handelt es sich um eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, sodass es hier keine Ausflüchte geben kann.

    Keine leichte Entscheidung

    Der Gemeinderat habe sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht, so der Bürgermeister in seinem Sachvortrag. Anfangs ging man davon aus, dass die Kindertagesstätte St. Michael in Großrinderfeld gut aufgestellt sei und auch St. Anna in Gerchsheim nach dem Umzug in die ehemalige Dachsbergschule so weiterbetrieben werden könne.

    Doch nach Aussagen von mehreren Fachleuten aus unterschiedlichen Richtungen gingen dem Gemeinderat die Augen auf. Vor allem bei der Bausubstanz ist es bei allen Einrichtungen nicht zum Besten bestellt. Viele neue Anforderungen an eine moderne Kindertagesstätte, wie Besprechungsräume für Elterngespräche oder eine Küche, können nicht bereitgestellt werden. Das habe den Gemeinderat schweren Herzens bewogen, sich nach Alternativen umzusehen.

    Neubauten geplant

    Letztlich wird es zu einem Neubau in Großrinderfeld in unmittelbarer Nähe zur Grundschule kommen. Man plant hier sechsgruppig und will Synergieeffekte mit der ab 2025 verpflichtenden Zurverfügungstellung von Ganztagesangeboten der Grundschule schaffen. In Gerchsheim soll das alte Schulhaus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Teil des bisherigen Kindergartens soll für Speise- und Mehrzweckräume genutzt werden. Außerdem soll der Außenbereich umgestaltet werden.

    Damit ist dann Schluss in Schönfeld. Die Eltern hatten im Vorfeld noch Argumente gesammelt, um den Standort zu erhalten. Sogar eine Unterschriftenaktion hatte man ins Leben gerufen und innerhalb kürzester Zeit 462 Unterschriften für den Erhalt gesammelt. Kleine Einrichtungen haben ihre Vorteile, so ein Argument der Eltern, weil man besser auf die Kinder eingehen kann. Und dezentrale Einrichtungen würden besser zu einer Flächengemeinde passen.

    Finanzschwache Gemeinde

    Zur Veranschaulichung hatte Sprecher Robert Varga einen Kasten Mineralwasser mitgebracht und die Konzentration auf zwei Standorte mit vollen Flaschen verdeutlicht. Zusätzlich kamen noch zwei Flaschen für Schönfeld hinzu. Nur gemeinsam sei der Kasten voll, so seine Aussage. "Das Leben ist leider nicht so einfach wie ein Kasten Mineralwasser", entgegnete Bürgermeister Leibold. 

    Hubert Kraus ergänzte, dass Großrinderfeld eine finanzschwache Gemeinde sei. "Mit der Finanzierung der beiden Standorte wird mir schon bange". Ralf Schieß machte nochmals Werbung für den Standort Schönfeld, aber letztlich entschied sich der Gemeinderat doch mit drei Gegenstimmen für die Annahme des Verwaltungsvorschlags mit der Konzentration auf zwei Standorte. Ebenfalls in Auftrag gegeben wurde eine Machbarkeitsstudie für beide Kindertagesstätten an das Ingenieurbüro Perleth aus Schweinfurt. So will man möglichst verlässliche Zahlen haben, um möglichst hohe staatliche Förderungen zu erhalten. Dieser Beschluss kam einstimmig zusammen.

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