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    Lauda-Königshofen

    Warum Blühstreifen Leben retten können

    Blühstreifen sind innerhalb einer Agrarlandschaft ein wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna und bereichern die lokale Biodiversivität, sodass sich auch Bienen und andere nützliche Insekten dort tummeln.
    Blühstreifen sind innerhalb einer Agrarlandschaft ein wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna und bereichern die lokale Biodiversivität, sodass sich auch Bienen und andere nützliche Insekten dort tummeln. Foto: Stadt Lauda-Königshofen

    Wer in den Sommermonaten durch die Natur von Lauda-Königshofen wandert, entdeckt sie immer häufiger: sogenannte Blühstreifen. Sie gelten als wertvoller Lebensraum und Versteck für Insekten, Vögel und Säugetiere. Auf einigen Äckern in Lauda-Königshofen werden solche Maßnahmen für die moderne Landwirtschaft erprobt, unter anderem in Hof Sailtheim, wie aus einem Presseschreiben hervorgeht.

    Die Flächen mit bunten Wildkräutern werten zum einen das Landschaftsbild auf, zum anderen wird die biologische Vielfalt gefördert, denn es entstehe auf kleiner Fläche ein Mosaik, das für die Bestäubung und Schädlingsbekämpfung von unschätzbarem Wert sei. Nebenbei verringern Blühstreifen die Abschwemmung von Erdboden und verhindern, das Düngemittel ins Wasser gelangt.

    Selten gewordene Wildkräuter erhalten

    So werden außerdem selten gewordene Ackerwildkräuter erhalten und die Ausbreitung dieser Pflanzenarten auf andere Standorte unterstützt. Auch für die Kulturpflanzen auf dem Feld kann ein Blühstreifen hilfreich sein, da durch das Blütenangebot natürliche Schädlingsbekämpfer angelockt werden. Beispielsweise fressen Marienkäfer oder die Larven einiger Schwebfliegenarten Blattläuse, wodurch der Acker als Ganzes profitiert.

    Das Unternehmen Südzucker erprobt auf seinen Äckern bei Hof Sailtheim Maßnahmen für eine moderne Landwirtschaft. Im Bild: Berthold Nolte, Direktor des Geschäftsbereichs Landwirtschaft, im Gespräch mit Bürgermeister Lukas Braun.
    Das Unternehmen Südzucker erprobt auf seinen Äckern bei Hof Sailtheim Maßnahmen für eine moderne Landwirtschaft. Im Bild: Berthold Nolte, Direktor des Geschäftsbereichs Landwirtschaft, im Gespräch mit Bürgermeister Lukas Braun. Foto: Stadt Lauda-Königshofen

    Es ist wichtig, dass in einem Blühstreifen möglichst viele unterschiedliche einheimische Pflanzenarten wachsen, denn einige Insekten legen ihre Eier nur auf ganz bestimmte Pflanzen. Als Lebensraum für die Larven, Verpuppungsplatz und zur Überwinterung bei mehrjährigen Streifen, die über den Winter stehen bleiben, seien Blühstreifen ebenfalls ökologisch bedeutsam, so das Presseschreiben weiter. Blühstreifen bieten auch Vögeln einen Schutz vor Fressfeinden und ungünstiger Witterung und halten ein breites Nahrungsangebot vor, das unter anderem die Küken benötigen.

    Worauf man beim Anlegen eines Blühstreifens achten sollte

    Auf seinen Äckern in Hof Sailtheim erprobt das Unternehmen Südzucker nun genau solche Maßnahmen. Bürgermeister Lukas Braun tauschte sich vor Ort mit Berthold Nolte, Direktor des Geschäftsbereichs Landwirtschaft, aus. Auch in Beckstein entlang der Weinstraße sowie um eine Sitzgruppe in den Weinbergen befinden sich seit geraumer Zeit größere Blühflächen. Die Stadt Lauda-Königshofen hat sich an der Auswahl des Saatguts beteiligt und die Kosten übernommen.

    Um einen Blühstreifen wirkungsvoll anzulegen, gilt es, auf einige Dinge zu achten, wie die städtische Umweltplanerin Doreen Wenz berichtet: "Blühstreifen sollten möglichst breit sein." Denn für Vögel und Säugetiere könne die Aussaatbreite über Leben und Tod entscheiden, da deren natürliche Fressfeinde, wie der Fuchs, gezielt nach Beutetieren suchen. "Je schmaler ein Streifen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere im Streifen gefunden werden", so Wenz.

    Hinzu kommt: "Wenn eine Blühfläche nur einen Sommer lang steht, werden die Larven von Insekten, die häufig an oder in den Pflanzen überwintern, vernichtet. Auch bei mehrjährigen Blühstreifen sollte ein Teil des Streifens unbearbeitet über den Winter stehen bleiben", erklärt die Umweltplanerin und ergänzt, dass auf Dünger und Pestizide verzichtet werden sollte und vor allem heimische Pflanzen verwendet werden. Ein lichter Bestand mit Lücken sei für Tierarten außerdem von Vorteil, so Wenz abschließend.

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    Bearbeitet von Franziska Schmitt

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