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    Bad Mergentheim

    Weitere Hilfen für Gastronomie in Aussicht gestellt

    Gespräche in Zeiten von Corona. Wo sonst an eine lange Tafel bis zu 30 Personen Platz finden, diskutierte der Landtagsabgeordnete Wolfgang Reinhart (links) mit Vertretern des Dehoga Kreisverbandes über die Auswirkungen auf die Branche.
    Gespräche in Zeiten von Corona. Wo sonst an eine lange Tafel bis zu 30 Personen Platz finden, diskutierte der Landtagsabgeordnete Wolfgang Reinhart (links) mit Vertretern des Dehoga Kreisverbandes über die Auswirkungen auf die Branche. Foto: Matthias Ernst

    Seit kurzem haben die Hotels und Gaststätten nach dem Lockdown der Coronakrise wieder geöffnet, aber so richtig läuft es noch nicht. Die Abstands- und Hygieneregelungen machen es den Besuchern sehr schwer, sich freudig an einen Tisch zu setzen und den Besuch im Restaurant zu genießen. Das hat auch die Landesregierung erkannt und will ein weiteres Hilfspaket für die gebeutelte Branche auf den Weg bringen.

    Bei einem Gespräch des Dehoga-Kreisverbandes erläuterte der CDU-Fraktionsvorsitzende im baden-württembergischen Landtag, Wolfgang Reinhart, die bisherigen Maßnahmen und die geplanten.

    So wird es ein Sonderprogramm von 330 Millionen Euro für die Gastronomie aus Landesmitteln geben, das eine größere Insolvenzwelle verhindern soll. "Wir sind ein Land der Gastlichkeit", hob Reinhart die besondere Bedeutung der Gastronomie in Baden-Württemberg hervor. Das Programm gilt im Anschluss an die bisherigen Soforthilfen von Bund und Land und soll eine "Hilfe bei Liquiditätsengpässen für weitere drei Monate" sein.

    Einmalzahlung von 3000 Euro pro Betrieb

    Reinhart berichtete von den vielen Programmen, die vom Land bisher aufgelegt wurden, um die Wirtschaft einigermaßen durch die Krise zu bringen. Das neue Programm wird für jeden Betrieb eine einmalige Zahlung von 3000 Euro vorsehen und für zusätzlich für jede Vollzeitäquivalente, also jede rechnerische abhängig beschäftigte Vollzeitkraft, nochmal 2000 Euro. Die Antragstellung wird wieder über die Industrie- und Handelskammern erfolgen, die Auszahlung über die L-Bank.

    Dieser Vorstoß von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Tourismusminister Guido Wolf sei mit dem Fraktionsvorsitzenden abgesprochen, so Reinhart. Reinhart ging aber auf die besondere Situation der Gastwirte und Hoteliers ein. Sie seien eine der ersten gewesen, die schließen mussten und eine der letzten Branchen, die wieder öffnen durften. Zudem sind wegen der Coronakrise viele Verbraucher verunsichert und auch Geschäftsreisen würden nur sehr schleppend wieder anlaufen.

    Dies bestätigte der Dehoga-Kreisvorsitzende Frank Bundschu. Im April deckten seine Umsätze gerade mal die Personalkosten. "Da waren noch keine Waren eingekauft oder Rechnungen bezahlt". Das Kurzarbeitergeld nannte er einen Segen für die Betriebe und sprach ein großes Lob an die Agentur für Arbeit aus, die schnell mit den Auszahlungen begonnen hatte, wenn die Anträge vorlagen.

    Bundschu wünscht sich stringentes Handeln

    Für die kommenden Monate sieht er weiterhin schwere Zeiten auf die Gastronomie zukommen. "Trotzdem freuen wir uns alle, dass unsere Gäste wiederkommen". Man könne die verlorenen Umsätze zwar nicht nachholen, aber man versuche alles, um unternehmerisch tätig zu sein. Probleme bereiten noch die unterschiedlichen Verordnungen der Landesregierung. Hier wünscht sich Bundschu mehr Klarheit und Transparenz und vor allem ein stringentes Handeln. Noch sei nicht geregelt, wie Hochzeiten abgehalten werden können, wie es mit Tagungen aussieht oder ähnliches.

    Landtagsabgeordneter Reinhart verwies darauf, dass es schon viele Hilfsprogramme für die Wirtschaft gibt, die mit Ausfallbürgschaften des Landes abgesichert seien. Damit hätten Banken weniger Probleme Kredite auszugeben. In Kürze werde es zusätzlich ein Sonderprogramm Corona II-Hilfe geben, bei der das Land zur Kreditsumme zehn Prozent als verlorenen Tilgungszuschuss dazugibt. Er verwies auch auf Steuererleichterungen und die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.

    Sicherheit im Tagesablauf

    Teilweise wurden "viel zu enge Fesseln" angelegt, die nun langsam wieder gelockert werden müssen. Anfangs seien die Einschränkungen gerechtfertigt gewesen, nun aber müsse das Leben wieder zurückkommen. Reinhart wies auf Virologen hin, die eine zweiten Coronawelle im Winter nicht ausschließen. Er hofft, dass im Land ab 15. Juni ein neues Verordnungssystem kommen könnte, bei dem nur noch die Einschränkungen bekannt gemacht werden. "Die Menschen verstehen die unterschiedlichen und sich täglich ändernden Vorgaben einfach nicht mehr". Das müsse sich schnell ändern, um wieder Sicherheit in den Tagesablauf zu bekommen.

    Frank Bundschu dankte Reinhart für die offenen Worte sowie seine stets intensive Unterstützung und die damit wiedergewonnene Perspektive. "Wir fühlen uns von der Politik gehört". Natürlich sieht auch Dehoga der Zukunft vertrauensvoll entgegen und man werde weiter alles versuchen, um dem Gast so viele Annehmlichkeiten wie möglich zu bieten. Bundschu bat den Politiker aber auch, dafür zu sorgen, dass der Main-Tauber-Kreis als Urlaubsziel von den Tourismusverbänden nicht übersehen wird, wenn man in diesem Jahr in Deutschland Urlaub machen soll. Auch hier versprach Reinhart seine Unterstützung.

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