• aktualisiert:

    Bad Königshofen

    100 Jahre Kleingartenverein: Mehr als Obst und Gemüse

    Eine gute Mischung aus Nutz- und Ziergarten sollen die Parzellen sein, die der Kleingartenverein Bad Königshofen verpachtet. Foto: Regina Vossenkaul

    Vor 100 Jahren, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, entstand die deutschlandweite Schrebergartenbewegung, eine Hilfe für alle, die arbeitslos waren und sich in wirtschaftlicher Not befanden. Gemüse, Beeren und Obst wurden in den Gärten geerntet und ergänzten das Nahrungsangebot, sie dienten aber auch der Erholung. Sein 100-jähriges Bestehen feiert am Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, der Kleingartenverein Bad Königshofen und er denkt dabei an die Gründerväter zurück.    

    Die Vorarbeiten laufen bereits: Rund um das Vereinsheim beginnt Ende August die 100-Jahrfeier des Kleingartenvereins, Gerhard Schmitt (Mitte) hat mit seinen Helfern das Zeltgerüst aufgestellt. Foto: Regina Vossenkaul

    Die Bezeichnung "Schrebergärten" geht zurück auf den Leipziger Arzt Moritz Schreber und dessen Mitstreiter, sie richteten 1865 den ersten "Schreberplatz" ein, eine Grünfläche, auf der Stadtkinder toben und spielen konnten. "Kinderbeete" wurden eingerichtet, die von den Eltern übernommen und später parzelliert wurden. So entstanden die ersten Schrebergärten. In Königshofen wurde 1919 von mehreren jungen Männern der Heimgartenverein gegründet. Erst 1956 erfolgte die Namensänderung von "Heimgartenverein" in "Kleingartenverein".

    Grund und Boden erhielten die Gründer von der Elisabetha-Spitalstiftung und der Stadt. So entstanden mehrere Gartengebiete: Breite Wiese, Holzhaufen (Bamberger Straße), auf dem Gelände des heutigen Frankenwohnparks, und am Dungbrunnen (heute bebaut mit Grabfeldschule, Sportanlagen und Tennisplätzen). Der Verein gab sich eine Satzung und formulierte Pachtverträge, in denen Rechte und Pflichten genau festgelegt waren. Die Tätigkeit im Garten durfte zum Beispiel nicht vor 6 Uhr früh aufgenommen werden und musste bei Einbruch der Dunkelheit beendet sein. Wer eine strafbare Handlung beging, dem wurde der Garten fristlos gekündigt. Verpflichtet wurden die Mitglieder auch zum Wachdienst, vor allem während der Erntezeit, um Diebstähle zu verhindern. Ausgenommen waren körperlich Behinderte und Mitglieder über 65 Jahre.

    Bis heute erhalten ist die Anlage "Breite Wiese", wo auch das Vereinsheim steht, das mit viel Eigenleistung gebaut und am 11. August 1991 eingeweiht wurde. 210 Mitglieder gehören zum Verein, die durchschnittlich 200 Quadratmeter großen 108 Parzellen sind alle vergeben. Wie stellvertretender Vorsitzender Gerhard Schmitt berichtet, gibt es sogar eine Warteliste. Wer als Kleingärtner aufgenommen wird und eine freiwerdende Parzelle bekommt, bestimmt die Vorstandschaft. Die Bewerber müssen sich verpflichten, ihren Garten und die Zwischenwege sauber zu halten und mindestens vier Stunden im Jahr für gemeinsame Arbeitseinsätze zu opfern.

    Angehalten sind die Pächter, ungefähr ein Drittel der Flächen für die Erzeugung von Lebensmitteln zu nutzen. "Heute steht der Erholungswert an erster Stelle", sagt Schmitt. Die Menschen haben aber auch Freude daran, etwas auszusäen, Wachsen und Gedeihen zu beobachten und sich an der frischen Luft zu betätigen. Die in den Gärten stehenden kleinen Gewächshäuser zeigen, dass eigener Salat, Tomaten, Kräuter und vieles mehr sehr geschätzt werden. Kesselfleischessen und ein jährliches Gartenfest dienen der Pflege der Geselligkeit. Innerhalb des jährlichen Ferienprogramms werden Kindern an einem interessanten Nachmittag Gartenkenntnisse vermittelt.

    Die Vorstandschaft mit Sergej Trupp und Gerhard Schmitt an der Spitze, lädt am 31. August zum offiziellen Festbeginn an der "Breiten Wiese" mit Bieranstich durch Bürgermeister Thomas Helbling um 15 Uhr ein, danach spielt die Promiband und lädt zum Mitsingen ein. Am Sonntag ist am Nachmittag Festbetrieb mit Hüpfburg, Kinderprogramm und Gartenführungen. Ab 12 Uhr wird zum Mittagessen eingeladen.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!