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    Willmars

    54 Jahre im Gemeinderat: Otto Landgraf ist nun Ehrenbürger von Willmars

    Abschied von zwei Urgesteinen des Willmarser Gemeinderates: Bürgermeister Reimund Voß (Mitte) dankte bei der geselligen Zusammenkunft des Gemeinderates den ausgeschiedenen Ratsleuten Horst Baumbach (links) und Otto Landgraf (rechts) für ihr außergewöhnliches kommunalpolitisches Engagement. Baumbach war 48 Jahre im Gemeinderat, Landgraf 54 Jahre.
    Abschied von zwei Urgesteinen des Willmarser Gemeinderates: Bürgermeister Reimund Voß (Mitte) dankte bei der geselligen Zusammenkunft des Gemeinderates den ausgeschiedenen Ratsleuten Horst Baumbach (links) und Otto Landgraf (rechts) für ihr außergewöhnliches kommunalpolitisches Engagement. Baumbach war 48 Jahre im Gemeinderat, Landgraf 54 Jahre. Foto: Eva Wienröder

    54 Jahre im Gemeinderat - das ist eine schier unglaubliche Leistung. Dem kommunalpolitischen „Urgestein“ Otto Landgraf wurde dafür jetzt eine besondere Würdigung zuteil: er ist nun Ehrenbürger der Gemeinde Willmars.

    Die feierliche Verabschiedung der Gemeinderäte der Legislaturperiode 2014 bis 2020 konnte aufgrund von Corona nicht im Mai stattfinden. Nun waren am Freitagabend die „alten“ und „neuen“ Ratsleute von Bürgermeister Reimund Voß zu einer kleinen Grillfeier an der Anglerhütte in Völkershausen eingeladen. Im Rahmen der geselligen Zusammenkunft sollte Otto Landgraf für seine herausragenden Verdienste geehrt werden.

    Seit 1966 ununterbrochen im Gemeinderat vertreten

    Bürgermeister Voß skizzierte kurz Landgrafs kommunalpolitischen Werdegang. Landgraf war seit 1966 ununterbrochen als Gemeinderat tätig, zunächst sechs Jahre in seinem Heimatdorf Filke und dann nach der Eingemeindung seit 1972 für die Gemeinde Willmars mit Filke und Völkershausen. Von 1996 bis 2002 fungierte er als dritter Bürgermeister, seit 2002 als stellvertretendes Gemeindeoberhaupt.

    2002 war Reimund Voß zum ersten Bürgermeister gewählt worden, Landgraf war somit die ganzen 18 Jahre sein Stellvertreter und Wegbegleiter. „Otto war sozusagen mein Kompagnon, wir haben alles zusammen gemacht“, sagte Voß dankbar über die vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit und ebenso über die Freundschaft, die daraus erwachsen ist.

    Unermüdliches und beherztes Engagement

    Voß stellte Landgrafs unermüdliches und beherztes Engagement heraus, mit dem er 54 Jahre lang aktiv zum Wohle der Gemeinde beigetragen habe. Landgraf hatte so eine ganze Reihe von Bauprojekten bei der Planung und Durchführung begleitet, Voß nannte als Beispiel die Generalsanierung der Kirche in Filke oder die Neugestaltung des Dorfplatzes in Filke. Mit seinen 85 Jahren gehört Landgraf noch lange nicht zum alten Eisen, schließlich ist er aktuell noch Bauleiter beim Bau des Feuerwehrhauses in Filke.

    „Die Arbeit im Gemeinderat hat mir einfach Spaß gemacht und ich habe mich immer gefreut, wenn wir etwas gemeinsam geschafft haben“, erklärte Landgraf und erinnerte unter anderem an die Umgestaltung des Friedhofes in Filke. In diesem Zusammenhang dankte er nicht nur dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit, sondern auch den Gemeindearbeitern für die Unterstützung bei den verschiedenen Projekten.

    Otto Landgraf (Mitte) war 54 Jahre im Gemeinderat und ist in Anerkennung seiner Verdienste nun Ehrenbürger der Gemeinde Willmars. Dazu gratulierten (von links) Thomas Krick (stellvertretender Geschäftsleiter der VG Ostheim), 2. Bürgermeister Jürgen Bohn, Gemeindeoberhaupt Reimund Voß und 3. Bürgermeister Holger Hörnlein.
    Otto Landgraf (Mitte) war 54 Jahre im Gemeinderat und ist in Anerkennung seiner Verdienste nun Ehrenbürger der Gemeinde Willmars. Dazu gratulierten (von links) Thomas Krick (stellvertretender Geschäftsleiter der VG Ostheim), 2. Bürgermeister Jürgen Bohn, Gemeindeoberhaupt Reimund Voß und 3. Bürgermeister Holger Hörnlein. Foto: Eva Wienröder

    Landgrafs Hartnäckigkeit zahlte sich aus

    Die größte und für ihn persönlich bedeutsamste Maßnahme sei die Generalsanierung der Dorfkirche in Filke gewesen. „Das war mir eine Herzensangelegenheit“, so Landgraf, der das Projekt noch einmal Revue passieren ließ. Da seinerzeit die Pfarrstelle unbesetzt war, hatte sich Landgraf als Kirchenvorstand um die Verwirklichung gekümmert.

    Durch seine Hartnäckigkeit hat er schließlich bei den kirchlichen Stellen bewirken können, dass der Außen- auch eine umfassende Innensanierung des Gotteshauses folgte. Stolz ist er auch auf die erbrachte Eigenleistung der Filkemer. Rund 3500 ehrenamtliche Arbeitsstunden hatten die Bürger erbracht.

    "Was du alles gemacht hast, in unbezahlbar."
    Bürgermeister Reimund Voß über Otto Landgraf

    Landgraf kann zufrieden auf seine kommunalpolitische Tätigkeit zurückblicken, hat er doch viel bewegt in den 54 Jahren. Recht machen konnte er es da freilich nicht allen. „Als Gemeinderat muss man manchmal schon einiges aushalten. Aber wer nichts macht, macht auch nichts falsch“, fügte Landgraf an.

    Besonderen Dank richtete Landgraf an seine Weggefährten, an Bürgermeister Reimund Voß („wir waren immer auf einer Linie“) und last but not least an seine Frau Leni, die ihm immer den Rücken gestärkt habe und überhaupt sich auch selbst immer für die Dorfgemeinschaft engagiert habe.

    „Was du alles gemacht hast, das ist unbezahlbar“, betonte Voß und merkte an, dass man mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde zumindest ein Zeichen der Anerkennung setzen wolle. Neben der gemeindlichen Urkunde erhielt Landgraf ein von der Künstlerin Pia Vielwerth geschaffenes Bild mit der Ansicht von Rathaus, Kirche und Haus der Jugend.

    Eine persönliche Anerkennung überreichte Voß auch an den ausgeschiedenen Ratskollegen Horst Baumbach. Der Völkershausener gehörte seit 1972 und damit 48 Jahre dem Willmarser Gemeinderat an. Baumbach war Ortssprecher und bekleidete seit 2008 das Amt des dritten Bürgermeisters. Außerdem übernahm er verschiedene Aufgaben für die Gemeinde und war lange Zeit Wasserwart in Völkershausen.

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