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    Mellrichstadt

    90 Jahre: Jubilarin ist zufrieden und hat noch viel vor

    Der dritte Bürgermeister der Stadt Mellrichstadt, Frank Vetter, gratulierte Irmgard Kluge zum 90. Geburtstag. Foto: Brigitte Gbureck

    Am 24. Oktober 1929 kam Irmgard Kluge in Breslau in Schlesien zur Welt, von wo sie gegen Ende des Krieges gemeinsam mit der Mutter und den Geschwistern Eva, Helmut und Marianne, die gerade ein Jahr alt war, vertrieben wurde. Die Zeit damals bezeichnet Irmgard Kluge als Horror. Der Vater hat zu der Zeit noch in der Rüstungsindustrie in Berlin gearbeitet. Er gelangte mit dem Fahrrad zur Familie. Sie lebten dann auf einem Bauernhof, wo sie mit 15 Jahren bei der Feldarbeit helfen und Ochsen- und Kuhgespanne fahren musste.

    Die ganze Familie wohnte in nur einem Zimmer

    Alle zusammen wohnten sie in einem Zimmer. Als Flüchtling war nicht daran zu denken, einen Beruf zu erlernen, sie musste Geld verdienen. Als sie nach Naila zogen, war sie verpflichtet, in einer Schuhfabrik und einer Weberei zu arbeiten. 1957 ist ihr Sohn Ulrich geboren. Später hat Irmgard Kluge 40 Jahre in Erlangen gewohnt und hat gearbeitet, wo sich ihr Arbeit bot. Zum Schluss war sie in einem großen Warenhaus in der Verwaltung tätig. Mit 58 Jahren ging sie in den Vorruhestand, nachdem sie die Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hatte.

    Die Jubilarin lebt seit über 20 Jahren in Mellrichstadt

    Als Sohn Ulrich geheiratet hat, war sie zu seinem Geburtstag hier in Mellrichstadt. Schwiegertochter Monika fragte, ob sie nicht hierher ziehen möchte. So kam es, dass sie am  1. Januar 1998 nach Mellrichstadt gezogen ist. Geistig ist sie noch sehr rege und fit. Früher hat sie immer gern gelesen, das geht jetzt aber nur noch mit Lupe. Gern spielt sie auch Karten. Nur die Kraft der Augen hat nachgelassen, zum Lesen braucht die Frau eine Lupe. Am Sonntag ist sie meistens bei Sohn Ulrich zum Mittagessen eingeladen.

    Auf alle Fälle hat sie es nie bereut, hierhergekommen zu sein, obwohl ihr am Anfang schon die Großstadt gefehlt hat. Sie fühlt sich rundum wohl und ist zufrieden. Am Samstag wird mit der großen Familie gefeiert. Sie freut sich schon, wenn die sieben Enkel und ein Urenkel und ihre Geschwister dabei sind. Frank Vetter, der 3. Bürgermeister der Stadt, kam auch vorbei und überbrachte die besten Wünsche der Stadt und des Bürgermeisters. 

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